Samstag, 30. November 2013

Auf Erkundungstour auf den Kanarischen Inseln - Teil 1

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

'Sechzig bis dreihundert Seemeilen vor der westafrikanischen Küste liegen die Kanarischen Inseln. Bereits Homer, Herodot, Plinius und andere Gelehrte der alten Zeit wussten von ihrem Vorhandensein und hielten sie für die Inseln der Seligen, nämlich der Toten. Später wurden sie häufig von Seefahrern, Abenteurern und Seeräubern besucht und wegen ihres gesunden Klimas, ihrer Fruchtbarkeit und ihrer kraftvollen Menschen „Inseln der Glückseligen“ genannt.'

Diese Worte entstammen der Feder Erich Wustmanns (1907-1994), dem bekannten Völkerkundler und Reiseschriftsteller aus Radebeul, der uns nicht weniger als 60 Reisebeschreibungen aus dem Hohen Norden, dem Orient und vor allem Süd- und Mittelamerikas hinterlassen hat und seine Anhänger mit interessanten Lichtbild-Vorträgen begeisterte. Insbesondere für die Menschen der ehemaligen DDR waren die Werke Wustmanns, dessen Bücher mehr oder weniger unter dem Ladentisch weggingen, die Brücke zur weiten Welt, die sie bis 1989 überwiegend nur aus dem Glashaus begucken konnten.

'Las Canarias' heißt die Reisebeschreibung Wustmanns, der obiges Zitat entliehen wurde. Schon der Untertitel dieses Buches - 'Inseln ewigen Frühlings' - lässt uns ahnen, was uns auf diesen vulkanischen Eilanden erwartet.

Sieben Inseln des Archipels sind von touristischem Interesse: Teneriffa, La Palma, La Gomera, El Hierro, Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria. Nach Branchenangaben kommen derzeit jährlich ca. 10 Mio Besucher auf die Inseln, wobei Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura den Hauptstrom der Touristen für sich beanspruchen. Damit scheiden diese Inseln schon einmal aus unserem Interessenkreis aus. Vergleichsweise liegt die Besucherzahl auf La Palma (Isla bonita – die Schöne Insel) bei ca. 200.000 und auf El Hierro bei ca. 60.000. Sie sind auf Massentourismus nicht eingerichtet, weil die wesentliche dafür erforderliche Voraussetzung fehlt, nämlich die Strände. Diese beiden Inseln sollen im Vordergrund unseres mehrteiligen Beitrages stehen, denn ihre Anziehungskraft liegt in der Vielfältigkeit und der Schönheit der Landschaft und eben auch in der Ruhe, gerade wegen der geringen Besucherzahlen. Neben wenigen Informationen wollen wir vor allem die Bilder sprechen lassen.

Hat man ausreichend Zeit, bieten sich die Kanaren durchaus für Inselhopping an. Dafür kann man die sympathische Fluglinie Binter Canarias nutzen oder sich einfach mal einen Tag an Deck einer Fähre ausruhen. Wer sich einmal in die Inseln verliebt hat, wird jedoch diesen Wechselstreß vermeiden und es sich auf der Insel seiner Wahl gut gehen lassen, aktiv oder passiv.

Aufgrund des eingangs schon gelobten bekömmlichen Klimas eignen sich die Kanarischen Inseln für einen Aufenthalt außerhalb der Hauptreisezeit. So kann man den tristen Monaten im Norden Europas entfliehen und den Sommer / Frühling verlängern. Allein die Blütenpracht ist Balsam für die Seele. Auch werden die Unternehmungen nicht wirklich durch die verkürzte Tageszeit beeinträchtigt. Wegen der geografischen Lage währt die Tageszeit länger als in unseren Breiten.

Ebenfalls bedingt durch die geografische Lage sind die Inseln dem Passateinfluß ausgesetzt. Häufig hüllen sich die Gipfel in Wolken, spätestens im Laufe des Tages. In den schroffen Tälern, insbesondere an der Ostküste, staut sich der Dunst und durchdringender Nebel fällt aus. So kann es auf La Palma immer wieder passieren, dass es auf der Ostseite der Insel verhangen ist, während auf der Westseite die Sonne scheint. Ein Umstand, der für die Wahl eines Quartieres nicht ganz unwichtig ist.

Politisch gehören die Kanaren zwar zu Spanien, geografisch jedoch zum afrikanischen Kontinent. Zum Ausgleich der wirtschaftlichen Benachteiligung der Inselgruppe gelten auf den Kanaren eigene Steuervorschriften. Von der EU wurde die Zona Especial Canaria (ZEC) bewilligt, zunächst bis 2019. In dieser Sonderzone wird z.B. anstelle der Mehrwertsteuer die Inselsteuer IGIC (Impuesto General Indirecto Canario) erhoben, in Höhe von derzeit 5%. Nicht bei jedem Produkt oder jeder Dienstleistung macht sich das am Preis bemerkbar, aber man freut sich, wenn man weiß, daß es so ist. Im übrigen wird man ohnehin zur Kenntnis nehmen müssen, daß man für Naturalien in vielen Erzeugerländern höhere Preise bezahlt, als wir das in unserer Wegwerfgesellschaft gewöhnt sind (Geiz ist geil !). Ich nenne das faire Preise, die den Herstellern der Produkte auch angemessen zustehen. Bananen machen dabei eine Ausnahme, aber dazu mehr an anderer Stelle. Ein echter und sympathischer Preisvorteil entsteht bei Benzin. Der Preis liegt deutlich unter den gewohnten Zahlen an den heimischen Zapfsäulen. Dies ist insofern vorteilhaft, daß sich, will man die Inseln gründlich erkunden, erstaunlich viele Kilometer auf den gewundenen Straßen in den Küsten- oder Bergregionen summieren. 


Der Teide, höchster Berg Spaniens, dominiert das Archipel und ist bei gutem Wetter von den Inseln aus zu sehen, hier beim Anflug auf Teneriffa



Zwischen den Inseln verkehren Fähren und die Fluglinie Binter Canarias



Massen- und Eventtourismus auf Teneriffa





Kleine, aber feine Strände auf Lanzarote, El Hierro und La Palma





Ein paar Impressionen von Teneriffa








Ein paar Impressionen von La Gomera und El Hierro  (unten)





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Freitag, 29. November 2013

Donnerstag, 28. November 2013

Komet ISON an der Sonne - Live von der NASA

Jetzt nur noch als Aufzeichnung:  Fazit - Komet fast kaputt, ein Brocken hat überlebt.



Und hier der ganze grausige Flug durch die Sonnenkorona - aufgenommen von SOHO

Wird wohl nix mit dem Adventskometen, schade eigentlich...  Müssen wir halt Komet Lovejoy beobachten.

Mittwoch, 27. November 2013

Was geschah „nach dem Tag“ vor 443 Millionen Jahren?


Das Extinktionsereignis am Ende des Ordoviziums ist durch eine Eiszeit („Hinurtische Eiszeit“) und einer damit verbundenen Meeresspiegelabsenkung gekennzeichnet. Während dieser Übergangsperiode zum Silur sind etwa 85% der Arten, 60% der Gattungen und 26% der Familien aller meeresbewohnenden Arten ausgestorben. Die Hypothese, daß der Auslöser ein Gammablitz war – und das muß vorangestellt werden – ist frappierend, aber wird geologisch und paläontologisch genausowenig gestützt wie ein halbes Dutzend anderer Erklärungsmodelle. Für die meisten Paläontologen erscheint sie zu exotisch, um von ihnen beachtet zu werden. Trotzdem kann sie recht gut, auf entsprechende Modellrechnungen gestützt, das Geschehen vor 443 Millionen Jahren erklären. 

Also folgendes ist denkbar: Ein Gammastrahlungsblitz aus einer Quelle, ca. 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt, illuminiert für ca. 10 Sekunden die Erdatmosphäre mit einem Energieeintrag von ~ 100 kJ pro Quadratmeter (d.h. dem rund 10-fachen der gewöhnlichen Sonneneinstrahlung). Wenn das heute passieren würde, müßte man schon aufgrund der begleitenden UV- und optischen Strahlung mit einer sicheren Erblindung rechnen, wenn man zufällig in diesem Moment in Richtung des Gammablitzes schaut. An unbedeckten Körperstellen würde man aufgrund der verstärkten UV-Strahlung zumindest eine leichte oberflächlichen Rötung, ähnlich dem eines leichten Sonnenbrandes, bemerken.

Vor 443 Millionen Jahre erschien in diesem denkbaren Szenario der „Blitz“ irgendwo innerhalb des südlichen Polarkreises, also grob gesagt, in der Nähe des Südpols der Erde. Aufgrund der für kurzwellige Röntgen- und Gammastrahlung quasi undurchlässigen Atmosphäre erreichen beide Strahlungskomponenten die Erdoberfläche nicht. Ihre gesamte Energie wird durch Ionisations- und Dissoziationsprozesse aufgezehrt, d.h. sehr viele in der oberen Atmosphäre enthaltenen Moleküle – insbesondere das Ozon – werden dabei zerstört, in dem sie in ihre atomaren Bestandteile zerlegt werden. Diesen Vorgang nennt man Photodissoziation. Innerhalb von wenigen Sekunden ändert sich auf diese Weise die Atmosphärenchemie der Stratosphäre. Insbesondere sind die Gammaphotonen in der Lage, die extrem haltbaren Dreifachbindungen zwischen den Atomen des Stickstoffmoleküls aufzubrechen, was kurzzeitig zu atomaren Stickstoff führt. In dem er anschließend mit atomaren und molekulare Sauerstoff reagiert, entstehen in großer Menge Stickoxide wie NO und NO2 mit gravierenden Auswirkungen in der Folgezeit. 

Die etwas zeitversetzt nach dem Gammastrahlenblitz eintreffenden Ultra-hochenergetischen kosmischen Strahlen (hauptsächlich Protonen) produzieren sogenannte „Luftschauer“. Das sind sekundäre Teilchenströme, die hauptsächlich aus Myonen (ein „schwerer“ Verwandter des Elektrons) bestehen und die Erdoberfläche erreichen. Sie erhöhen zwar ein wenig den „natürlichen“ Strahlungsuntergrund. Sollten aber ansonsten kaum zu biologischen Schäden führen. Andererseits schädigen sie aber weiter die obere Atmosphäre, in dem sie dort u.a. durch Spallationsprozesse verschiedene Radionukleide erzeugen.

Gravierende biologische Auswirkungen dürfte erst einmal der Verlust des natürlichen Schutzschildes vor der solaren UV-Strahlung gehabt haben. Insbesondere die in den oberen lichtdurchfluteten Wasserschichten lebenden planktonischen Organismen (darunter z.B. auch die Larvenformen der Trilobiten) waren plötzlich dieser Strahlung ausgesetzt, was ihrer Lebenserwartung sicherlich nicht dienlich war. Das erklärt dann auch das plötzliche Verschwinden großer Gruppen epipelagialisch lebender Organismen wie Graptolithen, Acritarchen und verschiedene Kopffüßer aus den damals abgelagerten Meeressedimenten. Das betrifft auch alle nicht-benthischen Trilobiten, die auch als adulte Tiere in oberflächennahen Wasserschichten lebten. Eine verstärkte UV-Strahlung kann deshalb relativ gut erklären, warum benthische und in größeren Wassertiefen lebende Organismen erst einmal kaum vom Massenaussterben betroffen waren.

Das ist aber nur ein Teil der Geschichte. Man vermutet, daß die rapide Anreicherung der Atmosphäre mit Stickoxiden, insbesondere, zu einer starken Abkühlung der südlichen Hemisphäre geführt hat, der dann auch die im Schelfbereich der Kontinente lebenden Arten zum Opfer gefallen sind. 

Stickstoffdioxid ist ein rotbraunes Gas, welches sehr effektiv Sonnenstrahlung absorbieren kann. Es verhindert bei entsprechend hoher Konzentration, daß Sonnenlicht im gewohnten Maße die Erdoberfläche erreicht und dort zuerst den Boden und dann die unteren Luftschichten erwärmt. Eine Anreicherung der oberen Troposphäre und der Stratosphäre mit diesem Gas und dessen Tendenz, sich in den polnahen Bereichen zu konzentrieren, soll dann zu einem Temperatursturz a la „Nuklearer Winter“ geführt haben (man schätzt um ~ 5°). Das Ergebnis war eine schnelle Vereisung der Südpolgebiete (zu jener Zeit lag dort „Gondwana“, genauer die heutige Sahara sowie Teile des heutigen Südamerika und Saudi-Arabiens), die mit einem entsprechenden Absinken des Meeresspiegels verbunden war. Man spricht deshalb auch von der „hirnantischen“ oder Saharavereisung. Obwohl die Vergletscherung vergleichsweise nur wenig Fläche einnahm, führte ihr plötzliches Eintreten aus einer Zeit relativ hoher Temperaturen zu einem derart schnellen Meeresrückgang an den Schelfen, daß rund 70% aller bis dahin bekannten Korallengattungen ausstarben. Andererseits hielt sich die Vereisung auch nicht sehr lange, denn ihr folgte quasi genauso plötzlich eine Warmzeit. Man erkennt das an einer schnellen Regression der Meere und dem genauso schnellen Wiederaufbau von Korallenbänken und Riffen in den nun neu überfluteten Kontinentalschelfen.

Der Meeresrückgang hatte zur Folge, daß sich das großräumige Strömungsmuster der Ozeane rapide veränderte. Sauerstoffreiches Wasser gelangte sogar in die Tiefsee und die verstärkt auftretenden Niederschläge schwemmten Nährstoffe in die Meere (z.B. ausgewaschene Nitride aus der Atmosphäre), was zu massiven Algenblüten und nach ihrem Absterben zur Konzentration von toxischen Stoffen in den Flachwassergebieten und oberen Wasserschichten führte. Die Lebewesen, die bis dato noch nicht ausgestorben waren, paßten sich an die nun kühlen und sauerstoffreichen Bedingungen an, bis die Eisschilde wieder zu schmelzen begannen. Mit steigender Erwärmung nahm der Sauerstoffgehalt der oberen Meeresschichten wieder ab und die ehemals an kalte, sauerstoffreiche Bedingungen angepaßten Tiere starben in einer zweiten Aussterbewelle aus.

Dieses Szenario kann relativ gut das Muster der Massenextinktion an der Ordovizium-Silur-Grenze erklären. Aber auch hier gibt es Detailprobleme, die damit nicht so ohne weitere lösbar sind. Auch fehlen noch direkte Beweise für einen Gammablitz als Auslöser. Das könnten bestimmte Nuklide sein, die damals entstanden sind. Da sie aber meist kurze Halbwertszeiten hatten, sind sie wohl auch mittlerweile ausgestorben.

In diesem Zusammenhang ist eine C14-Anomalie von Interesse, die man in ca. 1240 Jahre alten Holzresten gefunden hat. Sie koinzidieren mit einer plötzlichen Zunahme des Isotops Be10 in genauso alten Eisbohrkernen aus der Antarktis. Es kann deshalb sein, daß unsere Erde erst vor kurzem, d.h. um das Jahr 774 / 775 herum, von einem (harmlosen) Gammablitz getroffen wurde. Da es aus dieser Zeit keine expliziten Berichte über eine Supernova gibt, ist die These, daß diese Anomalien genau eine derartige Ursache haben, nicht ganz von der Hand zu weisen. Heute hätte ein Gammablitz gleicher Intensität bereits weitreichende Folgen – denn er könnte die Elektronik von Satelliten zerstören oder zumindest beeinträchtigen. Die technische Entwicklung hat uns in dieser Hinsicht auf jeden Fall verwundbarer gemacht…


Grundbausteine des Mikrokosmos (43)


Mein Vorlesungsmanuskript "Mikrowelt (42)" können Sie über folgenden Link als PDF-Datei herunterladen:

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Montag, 25. November 2013

An einem Tag vor 443 Millionen Jahren…

Der Besuch eines Museums wie z.B. auf dem Schlechteberg bei Ebersbach in der Oberlausitz - der Humboldt-Baude - ist für mich immer inspirierend und lehrreich und sei deshalb an dieser Stelle herzlichst empfohlen. Dabei hat es mich dort dieser "Stein" besonders angetan:


Es zeigt Graptolithen, eine Sorte polypenähnlicher Kiemenlochtiere, die im Erdaltertum in riesigen Mengen die Weltmeere bevölkerten. Aber irgendwann, an einem Tag vor 443 Millionen Jahren, geschah etwas, was diese Tierchen stark dezimierte und an den Rand des Aussterbens brachte...

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Ist Ihnen schon einmal des Nachts ein etwa doppelt vollmondgroßer, intensiv blau leuchtender Fleck am Nachthimmel aufgefallen? Zum Glück wohl noch nicht, denn dann wäre wohl alles zu spät…

Es gibt nämlich Szenarien im Kosmos, da möchte man als Erdenbürger wohl lieber nicht hautnah involviert sein. Das kann ein Meteoriteneinschlag, eine Supernova-Explosion in der unmittelbaren galaktischen Nachbarschaft oder ein sogenannter „Gammablitz“ sein, der zwar nur wenige Sekunden bis Minuten andauert, aber je nach Entfernung zu seiner Quelle Lebewesen direkt oder indirekt (durch eine dadurch verursachte Umweltkatastrophe) den Garaus machen kann. Und man kann sich vor ihnen noch weniger schützen als vor Meteoriteneinschlägen, für die Wissenschaftler und Ingenieure bekanntlich bereits Abwehrstrategien entwickeln.

Das war die schlechte Nachricht. Die „weniger schlechte Nachricht“ ist, daß die Wahrscheinlichkeit für einen uns gefährlich werdenden Gammastrahlungsblitz äußerst gering ist – wäre da nicht der Stern Eta Carinae am Südhimmel. Aber dazu irgendwann einmal mehr...

Hochenergetische Gammastrahlungsblitze können entsprechend ausgerüstete Forschungssatelliten quasi jeden Tag beobachten. Sie sind nicht selten. Unser Glück ist lediglich, daß sie meist weit außerhalb unserer Milchstraße in weit entfernten Galaxien stattfinden und wir deshalb von ihrer zerstörerischen Kraft nichts zu befürchten haben. Aber das muß nicht immer so gewesen sein. Es gibt den berechtigten Verdacht, daß solch ein Gammablitz schon einmal massiv auf die Entwicklung des Lebens auf der Erde Einfluß genommen hat. Die Opfer waren neben den bereits genannten Graptolithen u.a. krebsartige Gliedertiere, die man als Trilobiten oder wegen ihres typischen Körperbaus „Dreilappkrebse“ bezeichnet und die vor 443 Millionen Jahren, d.h. zu Ende des Ordoviziums, in riesiger Artenvielfalt die irdischen Meere besiedelten. Danach, im Silur, nicht mehr.


Heute findet man Trilobiten nur noch als Versteinerungen in entsprechend alten Sedimenten des Paläozoikums. Der Unterschied an der „Besetzungsdichte“ der Meeressedimenten ober- und unterhalb der Stelle, deren Alter man auf 443 Millionen Jahre datiert hat, ist dabei so auffällig („unten“ massenhaft versteinerte Trilobiten, darüber nur noch wenige oder keine mehr), daß man diesen Faunenschnitt – wie auch sonst auch in der Paläontologie üblich – zur Kennzeichnung des Übergangs von einem chronostratigraphischen System (hier Ordovizium) zu einem neuen chronostratigraphischen System (hier Silur) einfach verwenden mußte. 

Globale Faunenschnitte (der Fachausdruck dafür ist „Massenextinktion“) traten auf der Erde in den letzten 2 Milliarden Jahre mindestens 10 mal auf und hatten unterschiedliche Ursachen: Umbau der Atmosphäre der Erde, Klimawandel, Trapp-Vulkanismus, Mega-Ausbrüche von Supervulkanen und Meteoriteneinschläge (z.B. das Chicxulub-Ereignis, dem vor. 66 Millionen Jahren die niedlichen Dinosaurier zum Opfer gefallen sind). Insbesondere 5 davon haben die Entwicklung des Lebens auf der Erde entscheidend geprägt: die am Ende des Ordoviziums (vor 443 Millionen Jahre), am Ende des Devons (vor 360 Millionen Jahre, am Ende des Perm (vor 252 Millionen Jahre), am Ende des Trias (vor 200 Millionen Jahre) sowie am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren. Dabei waren die meisten Faunenschnitte erdgeschichtlich gesehen nur kurze, singuläre, aber für die Tierwelt jeweils einschneidende Ereignisse. Meist waren sie mit massiven Änderungen in Klima und Umwelt verbunden, an die sich aufgrund der Schnelligkeit dieser Änderungen bestimmte Tiergattungen evolutionär kaum oder nicht anpassen konnten und deshalb ausstarben. Aus diesem Grund wirken Massenextinktionen durchaus selektiv. Der Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahre raffte z.B. – grob gesagt – alle höheren Tiere, die größer als eine Ratte waren, dahin. Das betrifft z.B. (fast) alle Dinosaurier. „Fast“ deshalb, weil unsere Vögel wie Haussperling und Haushuhn, evolutionsbiologisch gesehen, direkte Nachfahren der Theropoden (zu denen u.a. die Tyrannosaurier und die Velociraptoren gehören) sind ;-).

Im Einzelnen ist es für die Wissenschaftler äußerst schwierig, die genauen Ursachen von Massenextinktionen zu ermitteln. Aufgrund der Plattentektonik ist die Erdoberfläche in Zeitskalen von ~300 Millionen Jahren (einem sogenannten Wilson-Zyklus) in ständiger Veränderung: Kontinente wachsen, vereinigen sich und trennen sich unter Bildung von neuen Ozeanen wieder. Dabei gehen viele Indizien verloren, was eine Rekonstruktion der Ursachen erschwert. Im Fall des Kreide-Trias-Ereignisses führte erst eine Anomalie in der chemischen Zusammensetzung der Grenzschicht „unten Saurierknochen“ – „oben keine mehr“ in den entsprechenden Sedimenten die Forscher auf die richtige Spur. Sie ist als Iridium-Anomalie bekannt geworden und führte zu der (wahrscheinlich) richtigen Vermutung, daß der Einschlag eines ca. 10 bis 15 km großen Planetoiden in den Golf von Mexiko vor 66 Millionen Jahren der Saurierherrlichkeit ein doch recht abruptes Ende setzte.

Zu Ende des Ordoviziums (es folgte dem Kambrium und erstreckte sich von vor 485 Millionen Jahren bis vor 443 Millionen Jahren und ist nach einem keltischen Volksstamm benannt) gab es noch kein tierisches Leben an Land und an „Saurier“ war noch nicht einmal zu denken. Man vermutet aber, daß zu dieser Zeit die ersten Grünalgen feuchte küstennahe Standorte zu besiedeln begannen. Auch die ersten Moose, die vielleicht den heutigen Lebermoosen geähnelt haben, sowie erste Pilze dürften zu diesem Zeitpunkt bereits das Land erobert haben. Aber eigentlich spielte sich das Leben immer noch ausschließlich in den Meeren und Ozeanen ab. Dort wimmelte es von Kreaturen, die den Meeresboden durchwühlten (Würmer und Muscheln), auf dem Meeresboden lebten (Brachiopoden (Armfüßer), Cephalopoden (Kopffüßer), Seesterne, Schnecken und Trilobiten) und das „freie“ Wasser war mit Graptolithen und Conodonten angefüllt. Insgesamt konnte man in den Gesteinen des oberen Ordoviziums mehr als 400 Familien wirbelloser Tiere, in die sich ca. 1300 Tiergattungen einordnen ließen, nachweisen. Das marine Leben erreichte einen bis dahin noch niemals erreichten Diversifikationsgrad, wobei die Trilobiten, die sogenannten Dreilappkrebse, besonders artenreich in Erscheinung traten. Ganze Sedimentschichten aus jener Zeit, die heute teilweise zu großen Gebirgszügen aufgefaltet sind, sind mit ihren Versteinerungen regelrecht durchsetzt, so daß sie mit zu den am häufigsten gesammelten Fossilien gehören. Diese gar nicht mehr primitiven Gliedertiere, die in der Mitte des Kambriums auf der Erde auftauchten, besaßen spezielle, durchaus leistungsfähige Facettenaugen. Im Gegensatz zu den heutigen Insekten bestanden deren Linsen aus Kalkspat (Calcit). Da sie ja Licht zum Sehen brauchten, lebten sie hauptsächlich in den lichtdurchfluteten oberen Schichten der Randbereiche der Weltmeere. Ihr Name leitet sich von ihrem typischen dreigliedrigen Körperbau ab. Der größte bekannte Trilobit erreichte übrigens eine Länge von immerhin einem Dreiviertel Meter…

Mittlerweile haben die Paläontologen weit über 15000 Trilobitenarten beschrieben, von denen eine große Zahl als Leitfossilien für die Datierung von Sedimentschichten aus dem Erdaltertum Verwendung finden. 

Doch dann war es plötzlich mit ihrer Herrlichkeit und derjenigen vieler ihrer Mitgeschöpfe aus ca. 100 weiteren Tierfamilien vorbei. Irgendeine Umweltkatastrophe muß sie in einer erdgeschichtlich kurzen Zeit hinweggerafft haben. Denn danach – im Silur – gab es bis auf wenige Ausnahmen so gut wie keine Trilobiten mehr. Ihre Artenzahl verringerte sich quasi über Nacht von „Viel“ auf ganz, ganz „Wenige“…

Es gibt verschiedene Vermutungen, wie es zu diesem relativ plötzlichen Massenaussterben gekommen sein könnte. Sie gehen fast alle davon aus, daß ein Meeresspiegelrückgang, verbunden mit einer Klimaänderung zu tieferen Temperaturen hin, den die Schelfgebiete der Kontinente bewohnenden Arten zum Verhängnis wurde. 

Damals, während der letzten Stufe des oberen Ordoviziums (Hirnantium genannt), lag das nördliche Gondwanaland im Bereich des Südpols. Hier fanden mehrere, kurz hintereinander folgende Vereisungszyklen statt, deren Wirkungen man noch heute in der Sahara beobachten kann (hirnantische oder Sahara-Vereisung). Die Eismassen banden so viel Wasser, daß die Kontinentalschelfe trockengelegt wurden mit den genannten fatalen Folgen für die dort lebenden Organismen. Das alles ist unbestritten. Doch was war der Auslöser für diese (relativ kurzen) Vereisungszyklen? Und hier kommt eine weitgehend unorthodoxe Theorie zum Zug und die hat etwas mit einem intensiven „Gammablitz“ zu tun. Es ist also denkbar, daß vor 443 Millionen Jahren bei Ebbe ein Trilobit mit seinen Calzit-Facettenaugen gen Himmel schaute und dort einen ca. zwei vollmondbreiten Lichtflecken wahrnahm, einen Hitzeschlag verspürte und einige Zeit später an den Folgen einer Strahlenkrankheit einging…

Dieser könnte es gewesen sein:


Er ist im Humboldthaus zu besichtigen. Also mal hingehen...


Donnerstag, 21. November 2013

Neubeschilderung des historischen Kammwegs im Zittauer Gebirge

Ein Gastbeitrag von Werner Schorisch, Zittau


Der sogenannte "Kammweg" über die Sudeten (beginnend auf dem Altvater im Altvatergebirge) bis zum Erzgebirge / Elstergebirge (Eingang zum Eger-Becken, Tschechien) streift über wenige Kilometer auch den Gipfelkamm des Zittauer Gebirges und besteht seit 1904. "Klassisch" wurde er durch einen "Blauen Kamm" markiert, wobei von den damals an Bäumen angebrachten Emailletafeln nur noch eine wenige in Privatsammlungen erhalten geblieben sind. 


Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er nicht mehr gepflegt - auch deswegen, weil Teile von ihm über Tschechisches Staatsgebiet verliefen und es zu DDR-Zeiten schon als "Grenzverletzung" galt, wenn man nur mal ein paar Meter zum Pinkeln "ins Böhmische" gelaufen ist... Der Weg selbst ist jedoch weitgehend erhalten geblieben und konnte auch weiterhin teilweise als "Grenzweg" genutzt werden. Seit 2011 begannen interessierte Wanderfreunde - zuerst im Erzgebirge und im Vogtland - den Kammweg wieder neu zu beleben und zu markieren. Und jetzt ist auch das Zittauer Gebirge dran, wie folgende hübsche Tafeln im Bereich des "Dreiecker" (bei Waltersdorf) eindrucksvoll zeigen:





Daß an dieser Stelle seit dem Prager Frieden von 1635 die sächsisch-böhmische Grenze verläuft und diese teilweise mit Herrschaftsgrenzen zusammen fiel, beweisen noch einige erhalten gebliebene Jahreszahlen, die im 17. und 18. Jahrhundert in die Felsen gehauen wurden:


Diese Grenzmarkierung markiert die Grenze zwischen der Reichstädter Herrschaft (RE) und der Rumburger Herrschaft (R)


"Z" steht hier für "Zittau".  Unten: "R" für Rumburg, "Z" für Zittau.


Die Grenze war ursprünglich in regelmäßigen Abständen mit Grenzsteinen markiert, die auf der einen Seite mit "S" für Sachsen und "B" für Böhmen sowie einer Jahreszahl (meist 1719) gekennzeichnet waren. Anfang der 80ziger Jahre war das für einige stumpfsinnige DDR-Parteibeamten nicht mehr zeitgemäß und man ließ sie von Angehörigen der "Grenztruppen der DDR" entfernen und durch Neue ersetzen (die jetzt noch rumstehen). Wo die alten, historischen Grenzsteine abgeblieben sind, die fast 300 Jahre niemanden gestört haben, kann ich leider nicht sagen.



Gesamtverlauf des Kammweges im Bereich des Lausitzer- und Isergebirges


Es gibt aber im Zittauer Gebirge auch neue Wegmarkierungen, die man als nicht ganz gelungen bezeichnen kann...

Aufnahme: Matthias Dopleb

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Dienstag, 19. November 2013

Die drei Zittauer Richtschwerter...


Im (sehr sehenswerten) Zittauer Stadtmuseum stehen sie unten im "Folterkeller" rum mit dem Hinweis, man möge sie nicht berühren - die drei Zittauer Richtschwerter. Sie waren bis zum Jahre 1826 durchgängig in Gebrauch und mancher armer Sünder hat mit ihnen Bekanntschaft gemacht. Auf dem Rechten ist in der Klinge dessen Zweck eingraviert: "Ich strafe Das böse". Eine nähere Erläuterung hat uns dazu 1716 der Zittauer Syndikus Johann Benedict Carpzov (1675-1739) in seinen "Analecta fastorum Zittaviensium" hinterlassen (siehe unten), in denen er auch eine Auswahl "merkwürdiger" Kriminalfälle beschreibt, die zur Anwendung dieser oben abgebildeten Gerätschaften durch den in Zittau oder Görlitz bestallten Scharfrichter führten.  Seine Aufzeichnungen sind quasi die einzigen Quellen, die darüber noch existieren, denn fast alle Gerichtsakten sind am 23. Juli 1757 (dem Unglückstag Zittaus) verbrannt...

Hat Gott der Allerhöchste, als ein Liebhaber der Gerechtigkeit, den Stand der weltlichen Obrigkeit selbst gestifftet, und selbiger gleichsam sein Bild zum Schutz und benöthigter Autorität angehänget, so hat er ihr auch das Richter-Schwerdt nicht umsonst angegürtet, sondern vielmehr zur Rache und Strafe über die Gottlosen anvertrauet, welches sie ohne Ansehn der Person schneiden lassen, und die Übelthäter als rechte carcinomata und Eiterbeulen von dem gesunden Cörper des gemeinen Wesens absondern soll. Gleichwie nun kein Ort in der Welt zu finden, da nicht böse Menschen unter frommen, wie Spreu unter dem Weitzen, wie räudige Schafe unter einer gesunden Herde, sich einmischen solten; Also ist die Stadt Zittau von dergleichen Unkraut gleichergestalt nicht befreyet geblieben, in dem zuweilen grosse Mißhandlungen von verwegenen Buben ausgeübet, diese aber auch mit exemplarischer Züchtigung angesehen worden, wovon wir in gegenwärtigem Capitul einige Merckwürdigkeiten nach Ordnung derer Jahre zwar anführen, doch nur diejenigen Executiones beschreiben werden, bey welchen etwas sonderbares entweder in dem Verbrechen, oder dessen Straffe vorgelauffen.
...
MUTTERMORD
Anno 1518 hatte Nicol Michel ein gottloser böser Mensch zu Seiffersdorf in Zittauischen Gerichten, als man ihn daselbst wegen etlicher Leichtfertigkeiten gefangen eingesetzt, und an eine Kette geschlossen, wovon er sich erstlich loß gebrochen, und hernach zum andern mahl in Stock geleget worden, eine Hechel, so über ihn hieng, ergriffen, selbige in den gemeinen umstehenden Hauffen geworfen, und damit seine leibliche Mutter sehr gefährlich ins Haupt verwundet, daß sie in 8 Tagen verschieden ist. Dieser Nicol Michel nun ist wegen seines begangenen Frevels und Mutter Mordes mit dem Schwerdt vom Leben zu Tode gebracht worden die post trium Regum Anno 1519

EHEBRUCH UND ENTFÜHRUNG
Anno 1584 den 5 Junii ist ein Procurator von Iglau nacher Zittau kommen, welcher einem Handelsmann zu Znaym in Mähren sein Weib mit 2 Kindern entführet, des Weibes Mann aber, der ihnen allenthalben nachgezogen, gelangete selbige Nacht auch anhero, und traff beyderseits in einem Gasthofe vorm Thore zusammen in einem Bette an, da er denn den Procuratorem mit der unzüchtigen Frauen durch die Gerichten fest setzen ließ, biß auf den Morgen, da man ihn in die Stadt in Verhafft gebracht. Hierauff hat der Ehemann von seiner Obrigkeit Attestata wegen solcher Begebenheit und Entführung angeschafft, und dem Procuratorn auf seine eigene Unkosten den Kopff abschlagen lassen, so bey unserer lieben Frauen Kirchhof geschach. Das Weib aber kam auf seine Vorbitte loß, und der Mann nahm sie wieder zu sich.

GIFTMISCHUNG
Anno 1591 vierzehen Tage vor Fastnacht ist George Kleindienst ein Dienstknecht mit dem Schwerdt gerichtet und hernach aufs Feuer geleget worden, um daß er zu Wittgendorff Bernhard Feurigen Bauersmann, bey welchem er gedient, und seinem ganzen Hauß-Gesinde an den Weynacht Feyertagen mit Gifft vergeben wollen, indem er in einen Päppe oder Brey, so sie zu Mittage gessen, Ratten-Pulver gemischet, davon auch des Bauern Weib bald gestorben. Die Ursache war, daß der Bauer ihm seine Tochter zu geben Hoffnung gemacht, welche er hernach an einen andern versprochen. Es hat der Thäter bekennet, daß wenn er biß zu der Tochter Hochzeit Frist gehabt, er ein ganz Viertel Bier vergifften wollen.

MORDTHAT BEYM TRUNCKE UND SPIELE
Anno 1612 den 26. Augusti Sonntags Abends zwischen 9 und 10 Uhr gieng dieses Unglück vor; Peter Kohl, Bürger in der Webergasse, und Caspar Wolckenstein, Bader vor dem Weber-Thore geriethen beym Spiele und Truncke in M. Daniel Burckarts Hause in der Kohl-Gassen in Zank, und endlich zum Schlagen. Wolckenstein hatte jenen auf den Kopff geschlagen, daß er sehr blutete, auch in Finger gebissen, und entwiech alsdenn zu einem andern Tische, wo Schuknechte sassen, welchen er zuruffte: Ich wolte gern Ruhe haben, wo ich sie finden könte. Ihr Söhne stehet mir bey. Da es indessen stille, zeucht Adam Förster, der Tuchscherer etliche etliche Banck-Beine aus, muntert Kohlen auf, und saget: Er solte es nicht leiden. In Grimme fället Peter Kohle Wolckensteinen mit Worten an, und sticht ihn mit seinem Brodt-Messer auf die linke Brust gegen das Herze zu. Wolckenstein, so seinen tödtlichen Stich fühlete, eilete nach Hause, fiel aber bey der ersten Stuffen darnieder und starb bald bey ankommender Wache. Wie Kohle den Stich gethan, wirfft er das Messer auf die Gassen, sincket nieder und weinet bitterlich. Da ihn der Wachmeister ins Gefängnis führet, fraget er in der Bader-Gasse, ob Wolckenstein todt sey? und da dieser es bejahet, giebet Kohle zur Antwort: Ich will gerne wieder sterben, dieweil ich Ursache an seinem Tode, und die Schrifft saget: Wer Menschen Blut vergeust, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden. Des Dienstags hielt man über ihn das Gerichte, und sprach ihme das Leben ab. Mittwochs den 29 Augusti zwischen 9 und 10 Uhr geschahe die Execution auf öffentlichem Marckte, woselbst von 250 Mann junger Bürger aus allen Zechen ein Creis geschlossen wurde. Im Ausführen begleiteten ihn seine Freunde, und sungen mit ihm Sterbe-Lieder. Als er mit dem Schwerdte enthauptet, legten ihn die Todten-Gräber samt dem Tuche, auf welchem er den Tod erlitten, in Sarck, trugen selbigen in sein Hauß, und E.E. Rath verstattete hernach ihme einen Pulß auszulauten, auch eben den Tag um 12 Uhr nebst jenen (den erstochenen Bader) bey der Creutz-Kirchen zu begraben.

FEUER ANGOKELUNG
Anno 1698 den 13 Novembr. ward Heinrich Lode ein Junge von 15 Jahren mit dem Schwerde gericht und hernach verbrand, weiln er den 16 Julii die Mühle zu Hirschfelde angezündet, hernach den 10. Nov. die Scheune sambt einem Stalle abgebrand, darinnen ein Kind von eilff Jahren mit sambt des Müllers gantzen Vorrath im Feuer verdorben. Dergleichen Execution geschach auch den 30 Januarii Anno 1699 mit Nickel Hebers eines Mäuers Eh-Weib, welche den 13. Dec. bey Johann Michel Schillingen in der Kloben-Gassen Feuer angeleget, so aber bey zeiten gedämpffet worden.

Nun, das sind ein paar Geschichten, die mit den flüchtig bestaunten Exponaten in Beziehung stehen, und für die sich heute niemand mehr interessiert...

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Sonntag, 17. November 2013

Heute auf dem Hochwald im Zittauer Gebirge...

Hochwald, 2-höchster Berg des Zittauer Gebirges (749 m)  WEBCAM-View



Immer einen Ausflug wert...

ACHTUNG:  Wenn nix zu sehen ist ...

a) es ist Nacht und trübe
b) es ist total nebelig
c) es ist Raureif vor der Linse
d) die Linse ist beschlagen
e) die Kamera ist abgeschaltet
f) der Strom ist ausgefallen
g) man hat die Kamera geklaut...
...

Und hier ein paar Bilder, wenn die Sicht nicht beeinträchtigt ist...




Und etwas Werbung hat sie auch verdient...


Blick vom Hochwald über den Falkenberg und über Petersdorf zum Jeschkenkamm mit Jeschken
Aufnahme: Werner Schorisch, Zittau



Blick über Krombach / Schanzendorf zur Lausche (rechts); Aufnahme Werner Schorisch, Zittau

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