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Mittwoch, 28. Januar 2026

Der Aussichtspunkt Böhmische Aussicht auf dem Töpfer im Zittauer Gebirge

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Im Zittauer Gebirge, einem der kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, gibt es viele lohnenswerte Aussichtspunkte. Einer davon ist die Böhmische Aussicht auf dem Berg Töpfer (582 Meter).
 

Auf den Töpfer (582 Meter) gelangt man am einfachsten mit dem Oybin-Express. Es führen aber auch zahlreiche Wanderwege auf den Berg, meistens ab dem Kurort Oybin.
Startpunkt ist diesmal an der Kammstraße in Lückendorf.
 

Von der Schranke vor den ersten Häusern von Lückendorf geht man den Forstweg am Waldrand entlang. Nach 400 Metern biegt man links auf den Lückendorfer Ringweg (Markierung grüner Punkt) ab.
 

Er führt an diesem Rastplatz vorbei in Richtung zum Scharfenstein (Wegstrecke: 600 Meter).
 

Ab dem Scharfenstein folgt man 800 Meter dem Weg zum Töpfer mit dem gelben Punkt.
 

Er führt durch die Kleine Felsengasse.
 

Dann folgt ein steiler Treppenaufstieg.
 

Auf dem Plateau vom Töpfer (582 Meter) ist es relativ eben.
Der Weg ist dann zusätzlich mit einem grünen Punkt gekennzeichnet.
 

Die letzten 170 Meter sind mit einem gelben Strich markiert. Dann hat man das Ziel erreicht.
 

Die Böhmische Aussicht liegt am südöstlichen Ende vom langgestreckten Berg Töpfer (582 Meter). Diese Bank lädt zum längeren Verweilen ein. 
 

Das mit einem Geländer versehene Felsplateau ragt fast 30 Meter senkrecht über den Abgrund.
Von hier hat man einen Blick auf drei Länder.
 

Der nicht durch Bäume verdeckte Bereich beginnt im Nordosten bei der Stadt Zittau und dem polnischen Tagebau.
 

Im Osten: Das Isergebirge (Jizerské hory) und die Stadt Grottau (Hrádek nad Nisou) in Tschechien
 

Isergebirge (Jizerské hory) und Berge vom Jeschkenkamm (Ještědský hřbet)
 

Der Jeschken (Ještěd, 1012 Meter) im Südosten
 

Im Süden endet der einsehbare Bereich beim Roll (Ralsko, 696 Meter).
 

Jetzt größer:
Das Stadtzentrum von Zittau, darüber die Windkraftanlagen bei Oberseifersdorf
 

Die Türme von Zittau:
Johanneum (Christian-Weise-Gymnasium), Katholische Kirche und Johanniskirche
 

Johanniskirche, Klosterkirche und Rathausturm
 

Links oben die Kreuzkirche (Fastentuch-Museum), in der Mitte das historische Salzhaus
 

Das Kraftwerk Türchau (Elektrownia Turów) hinter der Neiße
 

Ein Bagger im polnischen Tagebau
 

Die Stadt Grottau (Hrádek nad Nisou), hinten Kupferberg (Měděnec, 777 Meter), Tafelfichte (Smrk, 1124 Meter) und Käuliger Berg (Paličnik, 972 Meter), davor die Windkraftanlagen auf dem Kahleberg (Lysý vrch, 643 Meter) und Steinberg (Kamenný vrch, 412 Meter).
 

Grottau (Hrádek nad Nisou), dahinter Schloss Grafenstein (Grabštejn), ganz hinten Wittigberg (Smědavská hora, 1084 Meter), Taubenhaus (Hulobnik, 1070 Meter) und Schwarzer Berg (Černá hora, 1085 Meter).
 

Das Schloss Grafenstein (Grabštejn)
 

Königshöhe (Královka, 859 Meter) und Weberberg (Malinový vrch, 826 Meter) bei Friedrichswald (Bedřichov), dazwischen der Plattenberg (Zadni Planina, 1422 Meter), links hinten die Kesselkoppe (Kotel, 1435 Meter).
 

Links ein Stück von der Stadt Reichenberg (Liberec), ganz rechts von Gablonz (Jablonec nad Nisou) 
 

Wohnblöcke in Reichenberg (Liberec), im Wald darüber die Liebichwarte (Rozhledna Liberecká výšina).
Links oben der Bramberg (Bramberk, 797 Meter), ganz rechts: Hinterer Heidelberg (Zadní Žalý, 1035 Meter) und Vorderer Heidelberg (Přední Žalý, 1019 Meter) aus 60 Kilometer Entfernung.
 

Die Berge Pustina (831 Meter) und Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter), davor Gablonz (Jablonec nad Nisou).
 

Vorn der Görsdorfer Spitzberg (Sedlecký Spicak, 544 Meter), darüber der Lange Berg (Dlouhá hora, 748 Meter), links hinten die Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter).
 

Kalkberg (Vápenný vrch, 790 Meter) und Jeschken (Ještěd, 1012 Meter)
 

Der Fernsehturm auf dem Jeschken (Ještěd, 1012 Meter)
 

Der Große Hirschberg (Velký Jelení vrch, 514 m)
 

Der Roll (Ralsko, 696 Meter), rechts dahinter der Kleine Buchberg (Malá Buková, 431 Meter)
 

Zum Schluss: Hinter der Flanke vom Tölzberg (Tlustec, 591 Meter) ist bei ausgestrecktem Arm gerade noch die Burg auf dem Bösig (Bezděz, 604 Meter) zu sehen.
 

Die Böhmische Aussicht auf dem Töpfer im Zittauer Gebirge ist eine Empfehlung für alle Berg- und Wanderfreunde.
 

Die WANDER CARD von der Böhmischen Aussicht

Dienstag, 27. Januar 2026

Der Wasserturm in Bautzen

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Die Stadt Bautzen liegt im Osten von Sachsen und hat etwa 38.000-Einwohner. Sie ist die Hauptstadt der Oberlausitz mit einer über 1000-jährigen Geschichte. 
Bautzen wird auch als „Stadt der Türme“ bezeichnet. Vierzehn Türme prägen den mittelalterlichen Stadtkern. Einer davon ist der Wasserturm.
 

Der Wasserturm befindet sich inmitten der historischen Altstadt an der Mönchsgasse.
Parkmöglichkeiten gibt es am Fleischmarkt, Hauptmarkt und im Kornmarkt-Center.
 

1877 wurde in der Mönchskirchruine ein 24,5 Meter hoher Wasserhochbehälter (Durchmesser 9 Meter, Höhe 5 Meter) mit 320 Kubikmeter Fassungsvermögen gebaut.
Alte Postkarte um 1900
 

Um 1905 wurde der Turm um 15 Meter auf jetzt 39,5 Meter aufgestockt. 
Alte Postkarte von 1914
 

Im oberen Teil wurde ein 1000 Kubikmeter großen Behälter (Durchmesser 13 Meter, Höhe 8,75 Meter)  eingebaut.
Alte Postkarte von 1920
 

Der fast gleiche Anblick, aber reichlich hundert Jahre später.
 

1936 wurde der Behälter mit horizontalen Holzbrettern verkleidet und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild.
 

Für den zylindrischen Turmschaft wurden Bruchsteine aus Lausitzer Granit verwendet. Das glatt verputzte Stockwerk darüber deutet die Lage des kleineren Flachbodenbehälters an.
 

Die Reste vom 1240 gegründeten Franziskanerkloster. Seit dem letzten Brand von 1598 ist es eine Ruine. 
 

In die Ruine hinein wurde 1877 der Wasserturm gebaut.
 

Bis zur Stilllegung 1977 pumpte die Alte Wasserkunst Quellwasser in den Hochbehälter. Seit dem übernahm das Wasserwerk Sdier die Wasserversorgung Bautzens.
Ansicht von Osten
 

Hier befindet sich ein Nebeneingang des Turmes.
 

Der Haupteingang an der Mönchsgasse 
 

Zu bestimmten Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals ist ein Zutritt möglich.
 

Blick nach oben im gemauerten Teil des Turmes
 

Zu- und Ableitung für den Wasserspeicher
 

Armaturen der mittlerweile stillgelegten Anlage
 

Der Wasserturm ist kein Aussichtsturm!
In den Nischen gibt es nur sehr kleine Fensteröffnungen!
 

Trotzdem lohnt sich ein Blick – zum Beispiel zur Petrikirche
 

Der 83,7 Meter hohe gotische Dom St. Petri ist das höchste Bauwerk von Bautzen.
 

Wenn man diesen Turm besteigt kann man aus den 8 Fenstern im Kupferdach auf die Stadt blicken.
 

1664 wurde der Turm mit einer Barockhaube versehen.
 

Der Rathausturm
 

Die Michaeliskirche
 

Seit 2017 kann man über diese Wendeltreppe von der oberen Plattform hinauf in den ehemaligen Wasserbehälter gelangen.
 

Hier wurden am Tag des offenen Denkmals 2024 Bilder ausgestellt.
 

Der Raum ohne Fenster schafft eine ganz besondere Atmosphäre.
 

Eine (für die Allgemeinheit nicht zugängliche) senkrechte Leiter führt durch den großen Wasserbehälter hindurch bis unter das Kegeldach.
 

Die beiden Rohrleitungen und der untere Ausgang vom Wasserturm von oben gesehen.
 

Der Wasserturm in Bautzen ist baugeschichtlich und technikgeschichtlich von Bedeutung.
Durch seine Höhe, die kegelförmigen Dachhaube und die Holzverkleidung prägt der Turm das Stadtbild maßgeblich.
Wenn sich die Gelegenheit bietet sollte man dieses technische Denkmal auch einmal von innen kennenlernen.
 

Die WANDER CARD von Bautzen mit dem Wasserturm in der Mitte
 

Die WANDER CARD vom Wasserturm in Bautzen