Seiten
▼
Sonntag, 29. März 2026
Mittwoch, 25. März 2026
Die Aussichtsplattform an der Babisnauer Pappel
Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Dicht daneben befindet sich eine Aussichtsplattform.
Die GPS-Koordinaten vom Parkplatz:
50°58‘42“N, 13°45‘00“E
Während des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 soll ein Gerüst in der Pappel als Beobachtungspunkt gedient haben. Später haben die Ausflügler diese Plattform noch einige Jahre als Aussichtspunkt benutzt.
1885 wurde vom Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz ein etwa 4 Meter hohes Aussichtsgerüst eingeweiht.
Daneben wurde 1890 die Bismarck-Eiche gepflanzt, die bis heute existiert.
Alte Postkarte, gelaufen 1908
Die Bismarck-Eiche ist in der Zwischenzeit deutlich gewachsen.
Alte Postkarte um 1915
Es existierte bis Ende der 1950er Jahre.
Erst 1963 wurde wieder eine drei Meter hohe eiserne Aussichtsplattform gebaut. Sie wurde 1997 wegen Korrosionsschäden abgerissen, bevor 1999 eine neue nach nur 4 Wochen Bauzeit eingeweiht wurde.
Altes Foto von 1938
Sie verlor 1967 den ersten, 1996 den zweiten von drei Hauptästen bei heftigen Stürmen.
Ihre Höhe hat sich von einst 26 Metern (1957) um circa 10 Meter verringert.
Babisnauer Pappel
Schwarzpappel
1808 von Bauer Johann Gottlob Beck als Grenzzeichen gepflanzt.
Höhe des Standortes 330 m über NN
Im April 2008 wurde eine junge Pappel (im Foto ganz links vorn) gepflanzt, die ein Steckling vom alten Baum ist. So wird auch in Zukunft die Babisnauer Pappel weiter existieren.
Die Öffnung erfolgte erst zwei Jahre später im Juli 2022, nachdem verzinkte Lichtgitterroste eingebaut wurden.
Wasserturm Radebeul und Berggasthof Friedensburg
Die Standseilbahn Dresden verbindet die Stadtteile Loschwitz und Weißer Hirsch.
Ein Ausflug zur legendenumwobenen Babisnauer Pappel, einem der bekanntesten Bäume in Sachsen, ist sehr zu empfehlen. Die Aussichtsplattform bietet trotz der geringen Höhe eine ausgezeichnete Fernsicht.
Anhang:
Der folgende Text bezieht sich auf ein Ereignis im Mai 1943
Viktor Klemperer: LTI – Notizbuch eines Philologen
Reclam-Bibliothek Band 278 14. Auflage, 1996, S. 71:
Die Babisnauer Pappel. Sie steht, merkwürdig isoliert, überragend und bedeutend, von merkwürdig vielen Punkten aus sichtbar, auf dem Höhenzug im Südosten der Stadt. Anfang Mai berichtete meine Frau das erstemal, in den Trambahnen habe sie schon wiederholt die Babisnauer Pappel nennen hören; sie wisse nicht, was es mit ihr auf sich habe. Ein paar Tage darauf hiess es auch bei mir in der Fabrik: Die Babisnauer Pappel! Ich fragte, weshalb man sie nenne. Ich bekam zur Antwort: weil sie blühe. Das kommt selten vor; 1918 sei es der Fall gewesen, und 1918 sei dann der Friede geschlossen worden. Sofort verbesserte eine Arbeiterin: Nicht nur 1918, ebenso sei es 1871 eingetreten. «Und in den anderen Kriegen des Jahrhunderts auch», setzte eine Vorarbeiterin hinzu, und der Hausdiener verallgemeinerte: «Immer wenn sie geblüht hat, ist Friede geschlossen worden.» Am nächsten Montag sagte Feder: «Das war gestern eine wahre Völkerwanderung zur Babisnauer Pappel hinaus. Sie blüht wirklich aufs Prächtigste. Vielleicht wird doch Friede — ganz von der Hand zu weisen ist Volksglaube nie.»
Sonntag, 22. März 2026
Mittwoch, 18. März 2026
Der Aussichtsturm der Burg Wehlen
Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Mit dem PKW fährt man von Pirna über Mockethal und Dorf Wehlen nach
Stadt Wehlen. Parken kann man am Elbparkplatz (GPS: 50°57'22"N,
14°01'56"E).
Man kann auch mit S-Bahn oder PKW von der anderen Elbseite aus Pötzscha mit der Fähre oder mit der Sächsischen Dampfschifffahrt direkt nach Stadt Wehlen gelangen.
Man kann auch mit S-Bahn oder PKW von der anderen Elbseite aus Pötzscha mit der Fähre oder mit der Sächsischen Dampfschifffahrt direkt nach Stadt Wehlen gelangen.
Das Dampfschiff „Kurort Rathen“ an der Anlegestelle Stadt Wehlen
Die Fähre Stadt Wehlen an der Anlegestelle Pötzscha
Die Reste der Burg Wehlen findet man nahe am Stadtzentrum oberhalb der Kirche.
Markt und Kirche von Stadt Wehlen
Der neue Aussichtsturm auf den Überresten der Burgruine
Am Schlossberg hinter der Kirche geht es steil bergauf.
Vom Markt bis zum Turm sind es nur 150 Meter, es müssen aber 30 Höhenmeter überwunden werden.
Vom Markt bis zum Turm sind es nur 150 Meter, es müssen aber 30 Höhenmeter überwunden werden.
Der zweite Teil des Weges führt über den erneuerten südlichen Treppenaufgang, der 1820 angelegt wurde.
Das Modell von der Burg Wehlen
sandfarben: nicht mehr existierende Mauern und Gebäude
graubeige: erhaltene Mauern und Gebäudereste
sandfarben: nicht mehr existierende Mauern und Gebäude
graubeige: erhaltene Mauern und Gebäudereste
Im Anhang finden Sie den Text einer dreisprachigen Infotafel am Treppenaufgang zur Burg.
Die Burg nahm eine Fläche von etwa 85 x 16 Meter ein.
Die folgenden Angaben wurden einer weiteren Infotafel entnommen (fett + kursiv):
Historische Daten
1269
"castrum Wylin" erstmals urkundlich genannt
14./15. Jhd.
im Besitz der Familien von Köckeritz
Die folgenden Angaben wurden einer weiteren Infotafel entnommen (fett + kursiv):
Historische Daten
1269
"castrum Wylin" erstmals urkundlich genannt
14./15. Jhd.
im Besitz der Familien von Köckeritz
Gemälde von Alexander Thiele: Turm der Burg um 1730
1450
Beginn des langsamen Verfalls der Burg
1550
Kurfürst August schenkt das Baumaterial "das alte Holtz- und Eisenwerg an dem unbewonten Schlosse zw Welen" nach Hohnstein und Neustadt
Beginn des langsamen Verfalls der Burg
1550
Kurfürst August schenkt das Baumaterial "das alte Holtz- und Eisenwerg an dem unbewonten Schlosse zw Welen" nach Hohnstein und Neustadt
Basilius Grundmann 1753: Stadt und Burgruine Wehlen vom linken Elbufer (Ausschnitt)
1882
Der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz kauft die Ruine vom Staatsfiskus für 300 Mark mit der Maßgabe, die Burgruine als Aussichtspunkt zu erhalten
Der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz kauft die Ruine vom Staatsfiskus für 300 Mark mit der Maßgabe, die Burgruine als Aussichtspunkt zu erhalten
Jubiläumspostkarte „700 JAHRE WEHLEN“ von 1947
Der 1886 errichtete Aussichtsturm auf einem alten Foto – Ansicht mit dem Keller von Osten
Eine Interessengemeinschaft kümmerte sich seit 2017 um Pflege und teilweise Wiederherstellung der Burg.
Der Turm sollte wieder ein Sandsteinbau in Anlehnung an historische Gemälde werden. Die Bilder entstanden aber erst Jahrhunderte nach dem Verfall der Burg, waren also kein reales Abbild. Deshalb wurde ein Nachbau aus Denkmalschutzgründen abgelehnt.
Der Turm sollte wieder ein Sandsteinbau in Anlehnung an historische Gemälde werden. Die Bilder entstanden aber erst Jahrhunderte nach dem Verfall der Burg, waren also kein reales Abbild. Deshalb wurde ein Nachbau aus Denkmalschutzgründen abgelehnt.
Der alte Aussichtsturm auf einer Postkarte um 1910
So wurde ab 2024 auf dem ursprünglichen Turmstumpf ein moderner
Aussichtsturm errichtet. Die Einweihung fand am 21. Juni 2025 statt.
Ansicht von Osten mit Kellereingang – Die Silhouette erinnert nur entfernt an das alte Gemäuer.
Deshalb gehen die Meinungen über das Bauwerk weit auseinander.
Deshalb gehen die Meinungen über das Bauwerk weit auseinander.
Das begehbare Kellergewölbe
Orientierungstafel auf der alten Burgmauer
Wenige Wochen nach der Einweihung waren noch nicht alle Arbeiten um den Turm abgeschlossen.
Der Zugang zum neuen Turm erfolgt auf der Westseite über eine Außentreppe.
Von der betonierten Decke führt eine weitere Treppe zur oberen Ebene.
Der Turm ist eine Metallkonstruktion. Die Fassade aus rotbraunen Lochblechen deutet die alten Mauern an.
Die Plattform besteht aus Lichtgitterrosten. Die Außenmauern wurden zum Wetterschutz mit verzinkten Blechen abgedeckt.
Der Südosten mit dem Rauenstein (304 Meter), ganz unten die Pension Elbterrasse
Im Süden: Der Große Bärenstein (327 Meter), Fähranleger in Pötzscha, unten die Stadtkirche Wehlen
Der Markt von Stadt Wehlen
Die Elbe flussabwärts nach Südwesten
Das westliche Burgplateau und die Häuser an der Lohmener Seraße
Jetzt größer:
Die Elbe in Richtung Kurort Rathen
Die Elbe in Richtung Kurort Rathen
Die Felsen der Weißen Brüche
Kurort Rathen, darüber Gamring (263 Meter) und Waitzdorfer Höhe (414 Meter)
Der Gamring (263 Meter), ein beliebter Kletter- und Aussichtsfelsen
Die Burg Altrathen
Parkplatz und Villen am Elbuferweg in Pötzscha, hinter der Flanke
vom Großen Bärenstein (327 Meter) schaut der Lilienstein (409 Meter)
hervor.
Die Felsen vom Lilienstein (409 Meter)
Die Personenfähre an der Anlegestelle in Pötzscha
Die S-Bahn auf der anderen Seite der Elbe – Mit Werbung für die Felsenbühne Rathen an der Lokomotive.
Über der Burg weht die Flagge mit dem Wappen der Stadt Wehlen.
Es zeigt ein Segelschiff auf dem Wasser und symbolisiert die Bedeutung der Elbe für die Stadt.
Es zeigt ein Segelschiff auf dem Wasser und symbolisiert die Bedeutung der Elbe für die Stadt.
Noch ein Blick vom ehemaligen Burghof ins Tal, …
… dann geht es die steile Treppe hinunter zum Markt.
Mag der neue Turm der Burg Wehlen auch umstritten sein, so bietet
er doch eine prima Aussicht auf das Elbtal. Vielleicht ist er deshalb
bei Touristen beliebter als bei den Einheimischen.
Noch drei WANDER CARDs von Stadt Wehlen vor dem Bau des neuen Aussichtsturms
Anhang:
Der deutsche Text einer dreisprachigen Infotafel am Treppenaufgang zur Burg
Sehr geehrte Gäste der Burg(ruine) Stadt Wehlen
Der deutsche Text einer dreisprachigen Infotafel am Treppenaufgang zur Burg
Sehr geehrte Gäste der Burg(ruine) Stadt Wehlen
wir begrüßen Sie auf einer der ältesten sächsischen Burgen.
Die Burg Wylyn wurde 1269 erstmals urkundlich erwähnt und war zu
dieser Zeit im Besitz des Markgrafen Heinrich III., auch bekannt als
Markgraf Heinrich der Erlauchte. Nach seinem Tod 1288 wechselte die Burg
bis 1543 mehrmals die Besitzer (Adelsgeschlechter von Köckeritz, von
Starschedel, von Salhausen, von Schönburg als die Bekanntesten). Mit dem
Ende der Burgherrschaft ab 1543 ging der Verfall der Burg rasch voran,
sie wurde zur Ruine. Schwere Mauerstürze 1787/1788 veranlassten den
Fiskus große Teile der Anlage abreißen zu lassen. Der „Gebirgsverein für
die Sächsisch-Böhmische Schweiz“ kaufte die Burgruine 1882 und ließ
schon 1880 die Südtreppe und 1887 die Nordtreppe errichten. 1896 wurde
das Sieges-Denkmal zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eingeweiht.
Es wurde 1967 abgerissen und in die Burgkeller geworfen.
2017 gründete sich zur Vorbereitung der 750. Ersterwähnung der Burg Wehlen 2019 eine Interessengemeinschaft „Burgfreunde“ unter Regie der Stadt Wehlen, als Eigentümerin der Burganlage. In vielen Arbeitseinsätzen leisteten ab 2017 die Burgfreunde und deren Helfer tausende Arbeitsstunden, um die Burg vom Bewuchs freizuschneiden, zu einem beliebten Aussichtspunkt zu gestalten und weit sichtbar eine Fahne wehen zu lassen. 2020 wurden die verschütteten Keller wieder freigelegt und der Unterbau des zerstörten Wohnturmes erneuert. Das zerstörte Kriegerdenkmal wurde geborgen. Alle diese Arbeiten geschahen ehrenamtlich! 2021 wurden mit Fördermitteln die zerstörten Kreuzgewölbe erneuert und Teile der Nordmauer instand gesetzt.
Für weitere Aktivitäten benötigen wir Ihre Hilfe! Bitte lassen Sie es in unserer Spendenbox klingeln und rascheln, damit weitere geplante Vorhaben gelingen und Sie bei ihrem nächsten Besuch wieder Neues auf der Burgruine Stadt Wehlen erleben können.
2017 gründete sich zur Vorbereitung der 750. Ersterwähnung der Burg Wehlen 2019 eine Interessengemeinschaft „Burgfreunde“ unter Regie der Stadt Wehlen, als Eigentümerin der Burganlage. In vielen Arbeitseinsätzen leisteten ab 2017 die Burgfreunde und deren Helfer tausende Arbeitsstunden, um die Burg vom Bewuchs freizuschneiden, zu einem beliebten Aussichtspunkt zu gestalten und weit sichtbar eine Fahne wehen zu lassen. 2020 wurden die verschütteten Keller wieder freigelegt und der Unterbau des zerstörten Wohnturmes erneuert. Das zerstörte Kriegerdenkmal wurde geborgen. Alle diese Arbeiten geschahen ehrenamtlich! 2021 wurden mit Fördermitteln die zerstörten Kreuzgewölbe erneuert und Teile der Nordmauer instand gesetzt.
Für weitere Aktivitäten benötigen wir Ihre Hilfe! Bitte lassen Sie es in unserer Spendenbox klingeln und rascheln, damit weitere geplante Vorhaben gelingen und Sie bei ihrem nächsten Besuch wieder Neues auf der Burgruine Stadt Wehlen erleben können.
Vielen Dank
Die Burgfreunde
Die Burgfreunde





















