Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Dicht daneben befindet sich eine Aussichtsplattform.
Die GPS-Koordinaten vom Parkplatz:
50°58‘42“N, 13°45‘00“E
Während des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 soll ein Gerüst in der Pappel als Beobachtungspunkt gedient haben. Später haben die Ausflügler diese Plattform noch einige Jahre als Aussichtspunkt benutzt.
1885 wurde vom Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz ein etwa 4 Meter hohes Aussichtsgerüst eingeweiht.
Daneben wurde 1890 die Bismarck-Eiche gepflanzt, die bis heute existiert.
Alte Postkarte, gelaufen 1908
Die Bismarck-Eiche ist in der Zwischenzeit deutlich gewachsen.
Alte Postkarte um 1915
Es existierte bis Ende der 1950er Jahre.
Erst 1963 wurde wieder eine drei Meter hohe eiserne Aussichtsplattform gebaut. Sie wurde 1997 wegen Korrosionsschäden abgerissen, bevor 1999 eine neue nach nur 4 Wochen Bauzeit eingeweiht wurde.
Altes Foto von 1938
Sie verlor 1967 den ersten, 1996 den zweiten von drei Hauptästen bei heftigen Stürmen.
Ihre Höhe hat sich von einst 26 Metern (1957) um circa 10 Meter verringert.
Babisnauer Pappel
Schwarzpappel
1808 von Bauer Johann Gottlob Beck als Grenzzeichen gepflanzt.
Höhe des Standortes 330 m über NN
Im April 2008 wurde eine junge Pappel (im Foto ganz links vorn) gepflanzt, die ein Steckling vom alten Baum ist. So wird auch in Zukunft die Babisnauer Pappel weiter existieren.
Die Öffnung erfolgte erst zwei Jahre später im Juli 2022, nachdem verzinkte Lichtgitterroste eingebaut wurden.
Wasserturm Radebeul und Berggasthof Friedensburg
Die Standseilbahn Dresden verbindet die Stadtteile Loschwitz und Weißer Hirsch.
Ein Ausflug zur legendenumwobenen Babisnauer Pappel, einem der bekanntesten Bäume in Sachsen, ist sehr zu empfehlen. Die Aussichtsplattform bietet trotz der geringen Höhe eine ausgezeichnete Fernsicht.
Anhang:
Der folgende Text bezieht sich auf ein Ereignis im Mai 1943
Viktor Klemperer: LTI – Notizbuch eines Philologen
Reclam-Bibliothek Band 278 14. Auflage, 1996, S. 71:
Die Babisnauer Pappel. Sie steht, merkwürdig isoliert, überragend und bedeutend, von merkwürdig vielen Punkten aus sichtbar, auf dem Höhenzug im Südosten der Stadt. Anfang Mai berichtete meine Frau das erstemal, in den Trambahnen habe sie schon wiederholt die Babisnauer Pappel nennen hören; sie wisse nicht, was es mit ihr auf sich habe. Ein paar Tage darauf hiess es auch bei mir in der Fabrik: Die Babisnauer Pappel! Ich fragte, weshalb man sie nenne. Ich bekam zur Antwort: weil sie blühe. Das kommt selten vor; 1918 sei es der Fall gewesen, und 1918 sei dann der Friede geschlossen worden. Sofort verbesserte eine Arbeiterin: Nicht nur 1918, ebenso sei es 1871 eingetreten. «Und in den anderen Kriegen des Jahrhunderts auch», setzte eine Vorarbeiterin hinzu, und der Hausdiener verallgemeinerte: «Immer wenn sie geblüht hat, ist Friede geschlossen worden.» Am nächsten Montag sagte Feder: «Das war gestern eine wahre Völkerwanderung zur Babisnauer Pappel hinaus. Sie blüht wirklich aufs Prächtigste. Vielleicht wird doch Friede — ganz von der Hand zu weisen ist Volksglaube nie.»




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