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Donnerstag, 27. August 2026

Sonnenfinsternis einmal anders

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Vor der letzten Partiellen Sonnenfinsternis am 12. 08. 2026 waren die üblichen SoFi-Brillen im einschlägigen Handel meist vergriffen. Deshalb kamen als Ersatz oft zweifelhafte Hilfsmittel zum Einsatz.
Die Beobachtung ist aber auch ohne Spezialbrille oder Filter möglich.
 

Eine völlig gefahrlose Möglichkeit bietet die Projektionsmethode. 
Für das Schulfernrohr Telementor 63/840 von Carl Zeiss Jena (Früher Standardausstattung an jeder Polytechnischen Oberschule) wurde ein spezieller Projektionsschirm angeboten. Man musste nur das richtige Okular (25 H) benutzen.
 


Der Vorteil besteht vor allem darin, dass mehrere Personen gleichzeitig die Sonne beobachten können.
Am Abend des 12. 08. 2026 waren viele Schaulustige zu geeigneten Stellen gekommen.
 


Der Mond verdeckt schon ein kleines Stück von der Sonne.



Viele Neugierige wunderten sich, dass die Sonne in der entgegengesetzten Richtung auf dem Schirm zu sehen war und nicht in der Blickrichtung zur Sonne!



Außerdem wurde verwundert festgestellt, wie schnell die Sonne aus dem Blickfeld wanderte. Durch die Erddrehung dauert es nur etwa zwei Minuten für einen Sonnendurchmesser!
 

Die partielle Sonnenfinsternis in der Nähe vom Maximum.
 

Man kann auch mit ganz primitiven Mitteln die Sonnenfinsternis sichtbar machen.
Dafür genügt ein einfaches Küchensieb!
 

In geeigneter Entfernung wird ein heller Karton als Bildschirm benutzt.


 Jedes Loch vom Sieb wirkt als Lochkamera!+


Dadurch werden gleichzeitig viele kleine Bilder von der teilweise verdeckten Sonne erzeugt!
Und das völlig ohne optisches Hilfsmittel – nur mit einem einfachen Küchensieb!










Dienstag, 7. Juli 2026

Der Aussichtspunkt an der Barbarine auf dem Pfaffenstein

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Der 435 Meter hohe Pfaffenstein ist einer der interessantesten Tafelberge in der Sächsischen Schweiz. Hier befindet sich die Barbarine, die bekannteste Felsnadel vom Elbsandsteingebirge.
 

Man gelangt auf der B 172 (Pirna – Bad Schandau) nach Königstein. Am Kreisverkehr fährt man 2,3 Kilometer über die Bilatalstraße und Cunnersdorfer Straße nach Pfaffendorf zum Parkpatz am Pfaffensteinweg. 
GPS-Koordinaten vom Parkplatz:
50°54'22"N, 14°04'55"E
Der rote Wanderweg führt zum Pfaffenstein.
 

Auf dem roten Wanderweg gelangt vom gebührenpflichtigen Parkplatz man nach 350 Metern zum Waldrand (45 Höhenmeter in10 Minuten). 
 

Hier muss man sich entscheiden:
Durch das Nadelöhr:  800 Meter mit 125 Höhenmetern in 30 Minuten oder
Bequemer Weg:  1,2 Kilometer mit 130 Höhenmetern in 35 Minuten
 

Hier muss man sich entscheiden:
Durch das Nadelöhr:  800 Meter mit 125 Höhenmetern in 30 Minuten oder
Bequemer Weg:  1,2 Kilometer mit 130 Höhenmetern in 35 Minuten
 

Der Plan von einer Info-Tafel (Bequemer Weg = Normalaufstieg)
 

Dabei hat man hervorragende Durchblicke zum Lilienstein (409 Meter).
 
 

Weiter oben führt der Aufstieg über Metalleitern …
 

… durch das Nadelöhr.
 

Durch Die Schlucht blickt man von oben auf Pfaffendorf. 
 

Auf dem Plateau erreicht man nach 250 Metern den Pfaffensteinturm.
 

Der weitere Wanderweg führt an Aussichtspunkten vorbei …
 

… und über mehrere recht enge Treppen …
 

Nach 350 Metern zum Plateau am Keilerturm.
 

Der Weg zur Aussicht führt durch diese enge Felsspalte.
 

Und da steht sie: Die berühmte Barbarine!
 

Text von der Info-Tafel (fett + kursiv):
Daten zur Barbarine
1755. In der Königsteiner Chronik wird der Felsen unter dem Namen Jungfernstein im Zusammenhang mit folgender Sage genannt:
„Der Tradition nach aber ist die steinerne Jungfer das immerwährende Merkmal eines Strafgerichtes, nach welchem es geschehen seyn soll, daß eine Mutter ihre Tochter Sonntags habe heißen in die Kirche gehen, die Tochter aber sey währen der Kirche auf den Pfaffstein in die Heydelbeere gegangen, und als sie die Mutter daselbst angetroffen, habe sie die Tochter im Zorn verwünschet, daß sie müsse auf der Stelle zum Stein werden; worauf solches augenblicklich also geschehen, und daher diese zum Stein gewordene Jungfer auf immer allhier stehe, und mit ihrem Steinbilde alle ungehorsame Kinder warne."
Alte Postkarte von 1898
 

1826 Bezeichnung als „die hohe Berberine"
1905 Erste klettersportliche Besteigung der Felsnadel durch Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith.
Alte Postkarte von 1906
 

1924 Erste Begehung der besonders schweren Talseite durch den Schandauer Alfred Herrmann und Gefährten.
Alte Postkarte von 1912
 

1944 Blitzeinschlag in den obersten Gipfelkopf 
1946 Der drohende Absturz von Teilen des Gipfelkopfes hat erste Sicherungsarbeiten zur Folge.
Alte Postkarte von 1926
 

1964 Erneute Verwitterungsschäden bedingen wiederum Ausbesserungsarbeiten in den oberen Felsbereichen.
1975 Für die Barbarine wird ein Kletterverbot ausgesprochen.
1979 Umfassende Sanierung
Foto von der Info-Tafel
 

Der obere Teil der Barbarine 2025. Deutlich sind die Sicherungsmaßnahmen erkennbar.
Im Anhang finden Sie den Text auf der rechten Seite von der Info-Tafel:
Die Sanierung des geologischen Naturdenkmals
 

Eine von mehreren „Zielmarken“ am Felsen
 

Die Aussicht beschränkt sich auf einen kleinen Sektor von Osten …
 

… bis nach Süden hinter dem rechten Felsen.
 

Der Tafelberg Gohrisch (448 Meter), rechts dahinter der Kleine Winterberg (500 Meter)
 

Vorderer Lasenstein (398 Meter), Mittlerer Lasenstein (383 Meter) und Hinterer Lasenstein (374 Meter),
links hinten der Große Winterberg (556 Meter)
 

Hinter dem Hinteren Lasenstein (374 Meter): Der Zirkelstein (385 Meter)
 

Kleiner Zschirnstein (473 Meter) und Großer Zschirnstein (562 Meter), links dahinter der Rosenberg (Růžovský vrch, 619 Meter)
 

Der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník, 723 Meter)
 

Bei jedem Ausflug auf den Pfaffenstein (435 Meter) gehört ein Besuch dieser kleinen Felsenaussicht als Pflichtprogramm dazu, auch wenn nur einen kleinen Sektor einsehbar ist.
Der Hauptgrund dafür ist die Barbarine, das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz.
 

Die WANDER CARD von der Barbarine
 

Die  Barbarine auf einer Sonderbriefmarke von 1966
 
 
 
Anhang:
 
Text von der Info-Tafel (rechte Seite):
 
Die Sanierung des geologischen Naturdenkmals
 

Natürliche Verwitterungsprozesse, insbesondere die Einwirkung von Niederschlägen, Frost, Wind und Sonneneinstrahlung, Blitzeinschläge, aus früheren Sanierungen herzuleitende technische Schäden sowie mechanische Beeinträchtigungen im Zuge klettersportlicher Besteigungen verursachten Zerstörungen und Gefügelockerungen in den obersten Bereichen der von der Talseite her 42,7m hohen Felsnadel (Schartenhöhe 27,7 m), die ein Besteigungsverbot notwendig machten. Die drohende Gefahr des Absturzes beträchtlicher Felsteile erforderte Sicherungsmaßnahmen, für die der Rat des Kreises Pirna nach Konsultation von Fachwissenschaftlern 1979 und in den folgenden Jahren umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung stellte. Die Durchführung der vielbeachteten Sanierung lag in den Händen von Bergsteigern des DWBO der DDR. Nach einer Untermauerung wurden in den oberen Gipfelkopf 350 Liter Kieselsäureester aus der Produktion des VEB Chemiewerkes Nünchritz mit dem Ziel eingeführt, eine Wiederverfestigung des lockeren Sandsteines durch Ausscheidung eines Kieselsäuregels im Porenraum zu erreichen. Die auf dem Gipfelkopf aus einem Gemisch von Epoxydkunstharz und Feinsand aufgebrachte Kappe und eine Behandlung oberer Felsbereiche mit wasserabstoßenden Silikonharzlösungen verhindern die für den Bestand der Barbarine gefährliche wiederkehrende Durchfeuchtung. Injektionen und Sprüharbeiten müssen in bestimmten Zeitabständen wiederholt werden, um das Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges so lange wie möglich zu erhalten. Das Kletterverbot an der Barbarine bleibt bestehen, um das mit Beschluß des Rates des Bezirkes vom 13. 12. 1978 im Landschaftspflegeplan für das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz ausgewiesene geologische Naturdenkmal zu schützen und die Wirksamkeit der steinkonservierenden Behandlungen nicht zu beeinträchtigen.

Mittwoch, 17. Juni 2026

Die Aussicht vom Berliner Dom

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Der Berliner Dom auf der Museumsinsel im Stadtbezirk Mitte ist eines der stadtbildprägenden Bauwerke. Vom Kuppelumgang hat man eine hervorragende Aussicht auf die deutsche Hauptstadt. 
 

Parkhäuser in der Nähe sind „Q-Park Unter den Linden/Staatsoper“ oder „City Quartier Dom-Aquarée“.
Günstiger erreicht man den Dom mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bushalestelle Museumsinsel 
U-Bahn U5 Museumsinsel
S-Bahn Hackescher Markt
 

Berlin war ab 1871 Hauptstadt des neugegründeten Deutschen Reiches. Der von K. F. Schinkel klassizistisch umgebaute „Alte Dom“ wurde als nicht mehr repräsentativ genug empfunden.
1893 erfolgte der Abriss, um Platz für den historistischen Neubau zu schaffen.
Foto: www.berlinerdom.de
 

Der „Neue Dom“ wurde in der Regentschaft von Kaiser Wilhelm II. von 1894 bis 1905 erbaut.
Alte Postkarte von 1910
 

Der Architekt Julius Raschdorff schuf das Bauwerk im Stil der italienischen Hochrenaissance.
Alte Postkarte um 1912
 

Mit 114 Metern Länge, 73 Metern Breite, 114 Metern Höhe und 2100 Sitzplätzen war der Berliner Dom die größte evangelische Kirche. Er wird oft als protestantisches Gegenstück zum Petersdom im Vatikan betrachtet.
Alte Postkarte von 1917
 

Gesamtansicht vom Berliner Dom und dem Königlichem Schloss
Alte Postkarte von 1919
 

Bei einem Luftangriff im Mai 1944 wurde durch eine Brandbombe Kuppel, Innenraum und Gruft schwer geschädigt. Die Ruine wurde danach für drei Jahrzehnte nur notgesichert,
Foto von 1944
 

Im Jahr 1975 begann der Wiederaufbau. Kuppel und Ecktürme wurden vereinfacht, der Teil mit der Denkmalskirche abgerissen.
An der Stelle vom Königlichen Schloss entstand 1973-1976 der Palast der Republik. Er wurde 1990 geschlossen und auf Beschluss vom Bundestag 2006-2008 abgerissen.
Foto von 1990
 

Der Wiederaufbau wurde 1993 fertiggestellt. Die Kosten betrugen 150 Millionen DM. 
Besonders auffällig ist der Wegfall der Laternen auf der Kuppel und den vier Ecktürmen. Deshalb reduzierte sich deren Höhe um je 16 Meter. Durch den Wegfall der Denkmalskirche sind die heutigen Abmessungen 90 Meter Länge, 73 Meter Breite und 98 Meter Höhe. Es gibt nur noch 1390 Sitzplätze.
 

Eine für die Öffentlichkeit zugängliche Aussichtsplattform zieht sich in 50 Meter Höhe rund um den Unterbau der Kuppel. 
Im August 2008 wurde das neue Kreuz auf die Domkuppel gehoben. 
 

Der Aufstieg zur Aussichtsplattform ist mit diesem Besichtigungsticket möglich.
 

Kanzel und Altar im Inneren der Predigtkirche
 

Die kunstvolle Kuppel hat 33 Meter Durchmesser.
 

Unter der großen Sauer-Orgel geht es zur Panorama-Aussicht.
 

Es sind 267 Stufen, Auf- und Abstieg erfolgen getrennt.
 

Großzügiges Treppenhaus am Anfang
 

Nur noch 132 Stufen – Die Hälfte ist geschafft!
 

Nur noch 132 Stufen – Die Hälfte ist geschafft!
 

… und ein schmaler Treppenaufgang …
 

… und schon hat man die 50 Meter hohe Aussichtsplattform erreicht.
 

Blick nach Osten: Der Fernsehturm
 

Die Spree mit Friedrichsbrücke im Norden
 

Altes Museum und Internationale Handelszentrum (IHZ) im Westen
 

Der Lustgarten mit der Schinkel-Fontäne
 

Der Schlossplatz mit dem neuerbauten Berliner Schloss 
 

Jetzt größer:
Das Radisson Collection Hotel wurde zwei Jahre nach dem Bruch des riesigen Aquariums (Dezember 2022)
wieder eröffnet, dahinter Marienkirche und Hochhaus-Baustelle.
 

Die Alte Nationalgalerie
 

Die Kuppel vom Bode-Museum
 

Die Kuppel vom Reichstagsgebäude
 

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor
 

Berliner Funkturm und ICC
 

Die ehemalige US-amerikanische Abhörstation auf dem Teufelsberg
 

Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus 
 

Die Staatsoper Unter den Linden, hinten die Gebäude am Potsdamer Platz
 

Deutscher und Französischer Dom am Gendarmenplatz, davor mit grünem Dach die Sankt Hedwigs-Kathedrale
 

Die Friedrichswerdersche Kirche
 

Eine Gebäudeecke der Schinkelschen Bauakademie
 

Nikolaikirche, links das Alte Stadthaus, rechts dahinter das Bürohochhaus EDGE East Side Tower 
 

Die Kuppel vom 2021 eröffneten Berliner Schloss in dem sich das Humboldt-Forum befindet.
 

Das Rote Rathaus
 

Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk in Deutschland.
 

Nach einer faszinierenden Aussicht über Berlin geht es wieder 270 Stufen abwärts – ohne Gegenverkehr.
 

Der Berliner Dom am Abend
 

Die Jubiläumsmarke von 2005
 

Die WANDER CARD von Berlin - auch mit dem Berliner Dom.
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