Montag, 20. Oktober 2014

Vögel auf dem Gickelsberg...

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersadorf

Möchte man die einheimischen Vögel kennenlernen, lohnt sich eine kleine Wanderung auf den Gickelsberg oberhalb von Ober-Wittig bzw. Lichtenberg. Denn seit kurzer Zeit krönt diesen Hügel im Vorland des Isergebirges eine Aussichtsplattform, die vorige Woche am Sonnabend (18.10.2014) eingeweiht wurde. Und genau oben findet man eine mehrsprachige Tafel, auf der eine ganze Anzahl von Vögeln in Bild vorgestellt werden, die man zumindest theoretisch von hier aus beobachten kann. 


Ein Radweg führt von Kohlige kommend hier vorbei. Ansonsten empfiehlt sich der bequeme Aufstieg von Ober-Wittig aus, wobei deren Kirche ein guter Ausgangspunkt ist. Dort bietet sich auch eine Parkmöglichkeit - wenn man die etwas verstecke Auffahrt von der Dorfstraße her findet...


Blick zum Kahlen Berg und zur "Wotansburg" (Strohütten rechts am Hügelrand)



Dort, wo vor 70 Jahren noch freie Sicht auf das Lausitzer Gebirge war, zieht sich heute ein lichtes Birkenwäldchen hin.


Von der ehemaligen Gaststätte sind nur noch die Grundmauern übrig geblieben.


Und hier lugt schon die neue Aussichtsplattform hinter den Bäumen hervor.


Sie ist über die Basaltsäulen der Gipfelklippen errichtet...


Am Tag der offiziellen Eröffnung war viel los auf dem Berg...




Die beste Sicht hat man Richtung Jeschken. In die andere Richtungen stören die Bäume...


Die Kirche von Ober-Wittig.


Die beste Sicht hat man auf der Südseite - hier in Richtung Lausitzer und Zittauer Gebirge.


Auf dem Gickelsberg hat sich, ähnlich wie auf dem Schanzberg bei Oberseifersdorf, der Trigonometrische Punkt von 1864 wie durch ein Wunder erhalten.


Das ist der eigentlich ideale Aussichtspunkt...


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Panorama Obermarkt von Freiberg / Erzgebirge

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

"Groß" - Bild anklicken...

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Sonntag, 19. Oktober 2014

Brombeerspinner-Raupen

Ein Gastbeitrag von Werner Schorisch, Zittau

Jetzt im Frühherbst kann man in manchen Jahren Brombeerspinner-Raupen (Macrothylacia rubi) in großer Zahl auf grasigen Flächen (wie hier am Olbersdorfer See bei Zittau) oder auf Waldlichtungen finden. Die ziemlich großen stark behaarten Raupen ringeln sich sofort ein, wenn man versucht sie anzufassen. Und dabei ist Obacht angesagt, denn die feinen Härchen picksen sich in der Haut fest und können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen. Das ist aber auch noch lange kein Grund, auf solch eine Raupe draufzulatschen. Ihre Überlebenschancen für den Winter sind eh schlecht. Man rechnet, das nur ungefähr 10% die kalte Jahreszeit überleben werden. Schuld ist dabei weniger die Kälte als ein Pilz, der der Raupe den garaus macht. Den männlichen Falter kann man dann tagsüber (besonders am späten Nachmittag) ab Mitte Mai beobachten, wie er im rasanten Flug die im frischen Grün versteckten Weibchen sucht...






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Samstag, 18. Oktober 2014

Hirschlausfliege


Ob man nun im Herbst Pilze suchen geht oder nur profan durch den Wald irrt - die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, daß man von einer, oder zwei, oder drei ... Hirschlausfliegen (Lipoptena cervi) angefallen wird. Man bemerkt sie zumeist erst zu Hause, wenn man mit der Hand durch das Haupthaar (soweit vorhanden) streicht und dabei diese nicht gerade hübschen Tierchen (bei denen es sich um Fliegen handelt) ertastet. Sie sind dann meistens schon flügellos, denn sie werfen sie ab, sobald sie einen neuen "Wirt" - der gewöhnlich ein Hirsch, aber auch eine Wildsau oder ein Fuchs sein kann - erkannt haben. Im beschriebenen Fall wären sie dann aber einen Irrtum aufgesessen... Pech gehabt, kann man da nur sagen. Auch sollen sie Menschenblut (im Gegensatz zu der bei uns nicht heimischen Vampirfledermaus) nicht vertragen...



Mit diesen Krallen krallt sie sich am Fell oder an den Haaren fest...


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Freitag, 17. Oktober 2014

Pilze: Gemeiner Klapperschwamm

Aufnahmen: Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

Groß, ergiebig auf Eichenstubben wachsend - aber selten - der Gemeine Klapperschwamm (Grifola frondoso). In Japan übrigens als Maitake bekannt und geschätzt.


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Donnerstag, 16. Oktober 2014

Pilze: Schwefelporling

Aufnahmen: Werner Schorisch, Zittau

Ein ausnehmend schönes Exemplar des Schwefelporlings (Laetiporus sulphureus) hat sich an dieser alten Eiche im Westpatk von Zittau entwickelt. Jung soll er sogar eßbar sein...



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Pilze: Stinkender Schirmling

Aufnahmen: Werner Schorisch, Zittau

Hübsch anzuschauen und auf Ruderalplätzen und an Wiesenrändern in manchen Jahren nicht selten - der schon aufgrund seines Geruchs völlig ungeniesbare Stinkende Schirmling (Lepiota cristata). Für diejenigen Gourmets, die ihn trotzdem mal probieren möchten - hier der Fundort: Gleich bei "Käptn Hook" um die Ecke beim Olbersdorfer See in Zittau...



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Die Sonne - ein Stern im Detail (2) - Photosphäre + Sonnenflecken


Mein Vorlesungsmanuskript "Sterne (23)" können Sie über folgenden Link als PDF-Datei herunterladen:

Sterne



Mittwoch, 15. Oktober 2014

Wanderung nach Klein Bocken im Böhmischen Mittelgebirge

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Befährt man die Landstraße 263 von Böhmisch Kamnitz nach Sandau, durchquert man eine schöne Mittelgebirgslandschaft. Beidseitig der Straße reichen weitläufige Weideflächen bis an die bewaldeten Kuppen auf den landschaftstypischen Höhenzügen. Die Dörfer in den Seitentälern können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Deren Ansiedlung geht zurück auf das 13.-14. Jahrhundert. Auf einem langgezogenen Höhenrücken nimmt man eine kleine Kirche wahr. Es ist die Kirche von Klein Bocken (Mala Bukovina). Dieses bauliche Ensemble hat schon lange unser Interesse geweckt, so dass ein Besuch überfällig war. Die Wanderkarten geben jedoch keinen Hinweis auf touristische Pfade in dieser Gegend und auch die sonstige Recherche über diesen Ort war wenig aufschlussreich. Nur ein Beleg fand sich zu Klein Bocken, leider ein Beitrag über die unselig Zeit der Vertreibung (Odsun) der deutschen Bevölkerung in dieser Gegend (wer es lesen möchte), Anlass für ein paar wenige Gedanken zu diesem Thema, welches einem immer begegnet, wenn man in Nordböhmen unterwegs ist. 

Vertreibung ist völkerrechtlich gesehen ein Verbrechen, ganz zu schweigen von Einzeltaten und dem damit verbundenen Leid der Betroffenen. Dieses Leid und die Berichte darüber überlagern zumeist die Frage nach dem Warum bzw. den Ursachen für diese traurigen Ereignisse. Peter Glotz (1939-2005), ein intellektueller Geist und politischer Vordenker, einer, der dieses Elend am eigenen Leib erfahren hat, beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage. In seinem beachtenswerten Buch 'Die Vertreibung – Böhmen als Lehrstück' hat er seine Erlebnisse aufgearbeitet, nach Ursachen geforscht und die Lehren daraus als Thesen zusammengefasst. Schlussendlich heißt es darin 

'Loyalitäts- und Zugehörigkeitsgefühle, Selbstwertbewusstsein und Identitätsgefühl gab und gibt es in allen Gesellschaften, sie sind „anthropologische Konstanten“. Aber man sollte es mit der Identität nicht übertreiben. Man sollte auf die Menschen einwirken, mit ein bisschen weniger Identität auszukommen, und ihnen dafür in Aussicht stellen, dass ihre Säuglinge nicht mit dem Gewehrkolben erschlagen oder über eine Brücke ins Wasser geworfen werden.'

Im Kontext des Buches ist das eine deutliche Absage an patriotische Überheblichkeit und nationale Selbstverherrlichung. Dass dieses politische Vermächtnis von Peter Glotz nicht zeitfremd ist, zeigten die Zustände auf dem Balkan in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts, also in einer Zeit, als solche Umstände in Europa nicht mehr für möglich gehalten wurden. Man kann auch heute nicht sicher sein, dass sich solche Verhältnisse wiederholen. Böhmen ist daher in der Tat ein Lehrstück, welches wir im Kopfe behalten sollten.

In Meistersdorf (Mistrovice) begeben wir uns auf den Weg, der gleich zu Beginn mit Hindernissen verbaut ist. Kräftiges weidendes Fleischrind lässt es uns für angeraten halten, die Koppeln zu umgehen, durch welche der Weg führt. Dort, wo gerade keine Herde zugange ist, schleichen wir uns über die Weide. Glückliche Tiere müssen das sein, die in dieser Umgebung grasen dürfen, denn der Blick in die bergige Ferne macht selig. Gegenüber zeigen sich die westlichen Gipfel des Lausitzer Gebirges und hinter dem Rosenberg die Felsen der Böhmischen Schweiz. 

Herrliche Panoramen begleiten uns bis Klein Bocken. Schon bald ist der Ort mit der Silhouette der Kirche von weitem zu sehen. Mit dieser Kirche hat es eine besondere Bewandnis. Hier war die Pfarrstelle des bekannten Pfarrers Wenzel Hocke (1732-1808), im Volksmund besser bekannt als Hockewanzel, bevor er als Erzdechant nach Oberpolitz (Horni Police) berufen wurde. Die Verehrung, die diesem volkstümlichen Priester bis heute entgegengebracht wird, drückt sich im Erhaltungszustand der Klein Bockener Kirche aus. Auch im Inneren des Gebäudes wird mit zahlreichen Bildnissen und Erinnerungsstücken seiner gedacht. Diese Kirche gehört zu den besten sakralen Bauwerken im ländlichen Bereich, die wir in Nordböhmen kennen. 

Über Groß Bocken (Velka Bukowina) führt uns der Weg zurück nach Meistersdorf. Am Großen Teich (Velký rybník) bei Karlsthal (Karlovka) gibt es noch schöne Plätze für eine letzte Rast.


Auf den Höhen bei Meistersdorf , der Rosenberg (Růžovský vrch)


… Schlossberg Böhmisch Kamnitz (Česká Kamenice) und Kaltenberg (Studenec)


… Freudenberg (Veselka)


In Gersdorf (Kerhartice)




Auf den Höhen zwischen Gersdorf und Klein Bocken






Weithin sichtbar – die Silhoutee von Klein Bocken mit Kirche



Der Zug des Lausitzer Gebirgskammes


Ansichten in Klein Bocken



Klein Bockener Kirche




Landschaft um Groß Bocken



Der Große Teich bei Karlsthal



Freudenberg und Rosenberg


Landschaft bei Meistersdorf, im Hintergrund Kirche von Wolfersdorf (Volfartice)


Kirche von Meistersdorf


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