Mittwoch, 17. Januar 2018

System Erde (65) - Einführung in die Historische Geologie (35)


Die Vorlesungsfolien (pdf) können durch Klick auf das obige Bild heruntergeladen werden (public domain)...



Wanderung zur Weifaer Höhe

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Unsere Wanderung auf dem Alten Lausitzer Landweg führte uns auch hinauf zur Weifaer Höhe. Ansteigend von Schirgiswalde ,zunächst bis Neu-Schirgiswalde. tat sich mit dem Gewinn an Höhe eine immer bessere Sicht auf die Züge des Lausitzer Berglandes um den Mönchswalder Berg und den Czorneboh auf. Kaum besser als von hier kann man einen charakteristischen Eindruck von den Hügelketten dieser Landschaft erhalten, erst einmal nach Norden hin blickend, dann von der Weifaer Höhe den west-östlichen Horizont abstreichend. Hier können auch die Berge des Isergebirges, des Jeschken- und Zittauer Gebirges sowie die Kreibitzer Berge, der Pirsken und der Rosenberg wahrgenommen werden. Wir waren so beeindruckt, dass wir uns gelegentlich noch einmal mehr Zeit für diese Gegend nehmen wollten, wunschgemäß mit einem Aufstieg von Wilthen.

Dafür hatten wir uns allerdings nicht den schönsten Tag ausgesucht, so dass uns die Fernblicke versagt blieben. Aber die schönen Lagen im hügeligen Gelände um Weifa und Neu-Schirgiswalde erfüllten unsere Erwartungen, zumal sich tatsächlich die Herbstsonne genau zur richtigen Zeit kurz zeigte. Und immerhin, die ‚Frische Quelle‘ in Neu-Schirgiswalde hat geöffnet, der Gastraum ist gut gefüllt, was immer eine gute Stimmung garantiert und der Wirt, ein Herr in fortgeschrittenen Jahren, ist auch noch sehr gesprächsfreudig und zu fröhlichen Sprüchen aufgelegt. Das preiswerte Angebot muss natürlich ebenfalls erwähnt werden. Mir einem Wort: es passt mal wieder.

Wie wir alle wissen, gehörte die Oberlausitz bis 1635 zu Böhmen und wurde dann an Sachsen abgetreten als Pfand für die militärische Unterstützung des Kaisers im Dreißigjährigen Krieg. Davon ausgenommen waren mindestens vier Enklaven, die sich in direkter Hand des Böhmischen Königs befanden: Günthersdorf, Niedergerlachsheim, Schirgiswalde und Niederleutersdorf. Die ersteren fielen nach dem Wiener Kongress an Preußen (und infolgedessen nach 1945 an Polen). In den anderen beiden ergaben sich ziemlich rechtsfreie Räume, die einschlägige Zeitgenossen gut für Ihre Interessen zu nutzen wussten.

"Aus den Überseehäfen Hamburg und Bremen kamen ganze Wagenladungen nach Schirgiswalde, da, wenn es nach "Nirgendwo" geht, es an keiner Grenze Zoll kostet, und so blieben die eingebrachten Waren billig. Anschließend hat man die Güter in Schirgiswalde gestapelt und nachts ins Umland geschmuggelt. Und somit entwickelte sich in Schirgiswalde ein nahezu rechtsfreier Raum. Einmal kam es zu einem folgenschweren Vorfall, als neuer Ortsrichter, der ja aus Böhmen kam, eine Frau sehr bedrängte, die ihre Steuern nicht zahlen konnte. Da ist eine kleine Revolte entstanden, und die Leute haben den Richter zum Teufel gejagt. Sächsisches Militär wollte eingreifen, konnte es aber nicht, da sie keine Hoheitsrechte besaßen. Und bei diesem ganzen Durcheinander ist allen Verantwortlichen noch einmal richtig klar geworden, das etwas geschehen müsse, um diesen rechtsfreien Raum aufzuheben." (Radio Prag, 03.02.2005)

Nachdem das Kaisertum Österreich 1809 im Frieden von Schönbrunn seinen Verzicht auf die böhmischen Enklaven im Königreich Sachsen erklärt hatte, zögerte aber die Übergabe der Stadt Schirgiswalde mit den zugehörigen Dörfern Neuschirgiswalde und Petersbach an Sachsen noch lange hinaus. Während dieser 36-jährigen Phase eines unabhängigen Stadtstaates blühte die Pascherei auf; in der Enklave fanden politische Flüchtlinge und Deserteure Unterschlupf. (Wikipedia)

Erst 1848 bzw. 1849 war die Übergabe der Enklaven an Sachen besiegelt.

Nach diesem kurzen historischen Abriss machen wir uns auf den wenig spektakulären Rückweg nach Wilthen. Aber dann doch noch ein fröhlicher Umstand. Am Waldrand oberhalb von Wilthen geraten wir an eine kleine Wanderunterkunft. Sie hat auch einen Namen: ‚Knobelhütte‘ (zumindest steht das dran). Ein weißes Tischtuch schmückt den Tisch, diverse Devotionalien füllen den Raum aus. Alles schmuck und sauber, dazu frei begehbar und schöner Blick über das Wilthener Tal zum Mönchswalder Berg. Wo gibt es so etwas sonst noch? 

Bevorzugterweise führen uns unsere Wanderungen in die abwechslungsreiche Nordböhmische Landschaft. Das Oberlausitzer Hügelland ist dazu eine gute Ergänzung und zugleich natürlich eine Referenz an die Heimat. Und die Freude an Begegnungen wie dieser mit der ‚Knobelhütte‘ lassen auch solche Touren in guter Erinnerung bleiben.


Die GPS-Daten zur Tour findet man hier.


Man wünscht sich besseres Wetter auf den Weifaer Höhen 











In der schönen Ortslage  von Neuschirgiswalde. 


Die Knobelhütte




Zurück in Wilthen



Auf der Felsenburg Falkenstein (Dittersbach, Böhmische Schweiz)




Das ist er, der seit 1440 endgültig verlassene Burgfelsen...





















Montag, 15. Januar 2018

Wanderung zum Finkenhübel

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Eingebettet in das triste, nasskalte Herbstwetter verspricht sich ein schöner Tag einzuschleichen. Also, Wanderfreunde anrufen, Tourenvorschlag unterbreiten (möglichst ohne großen Aufwand), Wanderstiefel an und los geht es. Gleich vor der Haustür liegt die Koitsche. Von hier lässt es sich zu den schönsten Wanderzielen des Zittauer Gebirges und des Oberlausitzer Hügellandes direkt hinlaufen. Schöne Ziele also, bevor dann hoffentlich irgendwann der Schnee kommt und man auf die Ski umsteigen kann.

Bei der Startetappe auf der Lausitzer Landweg Tour machte ich erstaunt die Bekanntschaft mit dem Finkenhübel in Großschönau. Staunend, weil mir dieses landschaftliche Kleinod bisher völlig unbekannt war; das Nahe liegt eben manchmal so fern. Der Finkenhübel wäre also heute ein gutes Ziel bei dem zu erwartenden Schönwetter. 

Hinaus über die Höhen am Scheibeberg bei Hörnitz wandern wir hinüber nach Hainewalde. Beim Überschreiten des Höhenrückens, der sich zwischen Scheibberg und Hainewalder Hutberg hinzieht, erhalten wir einen Vorgeschmack auf die schönen Aussichten, die sich uns heute noch bieten werden, nennenswert dabei die Türme von Zittau, Schloss und Kirche von Hainewalde, selten erwähnt der Gampenstein und etwas entfernt der Große Berg und der Oderwitzer Spitzberg. Das Mandautal, welches wir durchqueren, halte ich für eines der schönsten Täler hier in der Oberlausitz. Den besten Einblick davon erhält der Betrachter vom Scheiber Spitzberg, der aber heute nicht auf dem Programm steht. 

Wir durchstreifen den Park des Hainewalder Schlosses, welches wohl keiner hoffnungsfrohen Zunkunft entgegensieht. Die Träume von blühenden Landschaften sind in dieser Region ausgeträumt und die Leuchttürme, wohin die Fördermittel fließen, stehen woanders. Daher ist schon vieles erreicht, wenn das Bauwerk in dem Zustand erhalten bleibt, in dem es sich gerade noch befindet. Und so ist das engagierte Wirken des Schlossvereins sehr zu schätzen.


Die adligen Eigentümer verkauften das Schloss bereits 1927 an die Gemeinde. Es wurde danach als KZ, später bis in die 70-er Jahre teilweise noch zu Wohnzwecken genutzt. Seitdem steht es leer. Von manch ehrgeizigen Plänen erfährt der erstaunte Leser rein zufällig, z.B. aus Udo Ulfkottes (ꝉ) Buch ‚Mekka Deutschland - Die stille Islamisierung‘. Vielleicht wussten Sie das noch nicht:

´Also werden immer mehr „Asylbewerber“ in Hotels einquartiert, immer öfter auch gegen den Willen der Betreiber. In Deutschland ist das nicht anders: Privat- und Ferienwohnungen, erst unlängst mit Steuergeldern aufwendig sanierte Schlösser und Jugendherbergen -nichts ist mehr tabu. ... Ins Vaihinger Schloss, das Wahrzeichen der Stadt, sollen jetzt ebenso 250 „Asylbewerber“ kommen wie in das Schloss von Gleisenau (Ebelsbach im Kreis Hassfurt), ins Schloss Kaltenstein (Landkreis Ludwigsburg), ins Schloss Deutenhofen (Dachau), ins Schloß Bräunlingen (Schwarzwald) und ins Schloss Hainewalde (in Sachsen nahe Großschönau).‘

Immerhin schaffte es Ulfkottes Meisterwerk auf Platz 22 in der Bestsellerliste des Börsenblattes, ganz nach dem bekannten Motto: wo die Form stimmt, stimmt vielleicht auch der Inhalt! Na ja, wenn es denn gerne gelesen wird. Schließlich schwindeln (volkstümlich derb ausgedrückt: lügen) ja heute alle.

Dieses verkraftet, eilen wir schnurstracks weiter hinauf zum Lindeberg, um auf das Wesentliche zurückzukommen, die schönen Gefilden der oberlausitzer Heimat. Eines der schönsten Landschaftsgemälde dieser Gegend entfaltet hier seine Wirkung: in der Ferne das Isergebirge, vis-a-vis der Höhenzug des Zittauer- / Lausitzer Gebirges. Vor allem die sanft gewellten Äcker, die sich aus der Ortslage Hainewalde bis an den Waldrand des Lindebergs heraufziehen, sind im richtigen Licht vor der geschilderten Kulisse eine wahre Augenweise. 

Vorbei am Wiedeberg wandern wir entlang der Waldesgrenze gegen Großschönau. Den Finkenhübel unmittelbar an der böhmischen Grenze kann man jetzt schon deutlich erkennen. Man muss nur wissen wo, denn der Hügel erhebt sich kaum wahrnehmbar aus der Landschaft. Um so mehr erstaunt – endlich oben angelangt – der opulente Rundblick von seinem Gipfel. Finkenkoppe (Pěnkavčí vrch), Weberberg, Lausche, Buchberg, Jonsberg auf der einen, der Tannenberg auf der anderen Seite sind jetzt sehr nah, der Lindeberg (von wo wir kommen) und der Breiteberg liegen im Osten. Unser Auge fängt noch den Warnsdorfer Spitzberg (Varnsdorfský Špičák) ein, der uns sogleich die Anregung für eine weitere Wintertour liefert, dann verlassen wir den Hügel. Für die Rückfahrt nehmen wir heute einmal den Dienst eines öffentlichen Verkehrsmittels in Anspruch.

Die GPS-Daten zur Wanderung findet man hier.


Vorbei am Scheibeberg von Hörnitz nach Hainewalde












Die Hainewalder Kirche und das Schloss




Panoramen vom Lindeberg



Wiedeberg und Breiteberg





Der Warnsdorfer Spitzberg


Großschönauer Kirche mit Jonsberg und Hochwald


Panoramen vom Finkenhübel






Breiteberg
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