Mittwoch, 7. Dezember 2016

Zittauer Gebirge am 2. Advent 2016

Ein Gastbeitrag von Werner Schorisch, Zittau

Scharfenstein


Blick zum Jeschken


Kurort Oybin und Berg Oybin


Auf dem Weg zum Töpfer...




Jeschkenkamm...




Töpferbaude


Blick in den Zittauer Talkessel


Sonntag, 4. Dezember 2016

Nur ein paar Impressionen vom Jeschken (4.12.2016)...



Die beiden Bösige...



Roll bei Niemes...




Tanneberg, Schöber, Falkenberg, Lausche, Hochwald...


Kleis


Zittauer Gebirge


Schneekoppe...




Vetschau, Boxberg, Türchau (Turow, PL)...


Links von der Leuchttomatenplantage das Kraftwerk Turow (Türchau)...



Kennt jeder Riesengebirgsfan...


und diesen Berg auch...


Links Spitze vom Fernsehturm auf dem Zinkenstein bei Aussig...

Freitag, 2. Dezember 2016

Ein paar Bilder von Burg und Kloster Oybin im Zittauer Gebirge




Frühe Geschichte des Oybins aus erster Hand (was Teil 2 bertrifft (Cölestiner) - hier berichtet ein Augenzeuge - Johannes von Guben, ab 1363 Stadtschreiber in Zittau !)

Teil 1: Die Entdeckung des Oybins

Eyn lantherre waz gesessen by der Lypen, der his her Quale; dez selbin was das gewbirge yensit bis an di Lype des selbin diner yageten eyn bern vf den steyn, do der Moyben vffe stet, vnd slugen den vf dem steyne vnd quamen dez heym vnd sprachen 'herre, wir haben eyn di beste stat zu eyme huze, alz ir si solt geseen haben". der bwte von ersten den Owben. do noch etliche czyt vorginc her vnd bleyb vngebowt wol xx yar. dez bwten yn di herren wedir, di do sosen vf dem burchberge, vnd rowbten vo dem Oyben: daz word di ersten rowber, di man y in desem lande irkante. dez czogen die lowte, di hie woren, vnd zubrochen das hws vnd vortrebin di selben herren von dem burchberge. do noch lac der Oyben vngebwet biz an den von der Lypen; do dez dy stat waz, der richte do selbist vf dem steyne vf eyn bergfris. do noch by synen gecziten lac iz wuste dry yar. do noch liz der von der Lipen den Oyben müern, alz her noch sted biz an den hutehen tag.

Der von der Lipen hatte di stat bis konig Johannes czu lande quam. dez toten syn man grose schaden in dem lande mit rowbe, daz her vfte vnd manchis von konig Johannes wart angeredt vm syne man, daz her nicht vorentworten mochte, vnd wolde ir ouch nicht lasen töten, vnd czoch von synen mannen, den Napticzern, vnd von den Tanneveldern, vnd gab ym konig Johannes andir gut in Merern by Crommenow. 

Do vile des stat an konig Johannem. der hatte sy biz daz her konigyn Elsen swester gab herczogen Heynken von dem Yawer czu einer howsvrowen. derselben was Grecz, di stat. dez gab konig Johannes dem herczogen Heynken des stat vor Grecz czu syme libe, noch gotis geburte MCCCXXXVIJ iar. By herczoge Heynken geczyten, MCCCXXXVIJ iar, czoch dese stat vz mit anderen steten, vnd gewunnen daz hus Tolensteyn. Ouch by herczogen Heynken geczyten, MCCCXXXJX iar, czoch desse stat vz mit groser macht vnd gevonnen daz huz Schonenbuch. Ouch by herczogen Heynken geczyten, MCCCXLIIJ iar, XV kal. ottobris, quamen Misener her in diz lant mit XLV gleueny vnd namen gewant obenc Albrechtstorf vnd morten vnd slugen dy leytelwte: wenne czu der selben czit wotn gutir hande lwte vf dem Molsteyn, by XIJ vnd by XVJ, di di wayne beleyten vor dem Oyben ken der Lypen; wenne czu den geczyten czoch man di stroze ken Bem vor die Lype vnd vor di Dvbe. dez czogen die burgere vz vnd hatten czehen gleuenyn vnd eyne glicze vnd volgeten den rvbern noch biz an den Karnberg, yensyt dem nuwen stetel vnd do si se an quomen, do worn der vinde me wenne vire an eynen. dennoch stretin sy mit in an dem Karnberge, vnd stretyn dese burger so menneclich, daz si mit gotis hulfe daz velt behilden, vnd slugen der rwber vil czu tode, vnd vingen ir IJ vnd brochten si in dese stat, den man ouch di howbt abe sluc vf dem markte. zu der selben Czit hatte man eyn hulczin rothuz vf dem markte kegin der Mandaw. dor vndir woren dy brotbenke.
...

Teil 2. Wie die Cölestiner auf den Oybin kamen

Do noch noch gotes burte MCCCLXVJ iar waz keiser Karl geczogen gegin Auion czu dem bobst, Vrbano genannt, vnd gewan do selbest gnade czu geysclichen luyten, dy waren monche, dy hysen Celestini, vnd hatten ein clostir czu Avion, in dem der keyser hatte ofte messe gehort; vnd gewan solche gnade czu in, also daz er sy lut kegin Behem in daz land: wenne czu dem male hatte zu keyn klostir in ganz Allmania: vnd quomen dez czwene monche mit dem keiser gegin Bohem vnd czogin dem keisir also lange noch, biz daz zy von im kein ende gehaben mochten: wen sy wolden nicht wonen zu Prage by den luyten vnd mochte in der keiser decheyne wonunge vor gegebin, dy den selben monche fwglich were, vnd nomen dez vlob von dem keiser vnd wurdin vs gericht mit czerunge vnd wolden wedir czihen gegin Auion. dez lak der keiser des selben nachtes vnd mochte ny kein slofen getun von der monchin weyin vind dochte hyn vnd her: wen die monche wollen jv wonen in eynem walde vnd in eyner wüstenunge: vnd dochte der keiser an daz haus Owyn, vnd dez morgens sante der keiser noch den monchen vnd sprach "ich habe uch gedocht vf eyne wonunge, vnde czihet gegin Syttaw vf ein haus, daz heist der Owyn", vnd gab des selbin monchen briefe; dy quomen her in dese stat in dem vorgenanten jaren vm pfingsten vnd waren von desin burgerin gewyst vf das haus vnd huben an zu bwhen, daz dese stat kost me wen CC schok daz zy musten bwhen von des keisers geheysse, vnd möhe vnd erbeit hatte dese stat, vs vnd in czu riten, vnd wart gemügt stat vnd daz land bei manchen jare ny vorwant. alzo sint dy monche Celestini komen in daz lant.


Merern - Mähren
Grecz - Königsgrätz
czu syme libe - auf Lebenszeit
Schonenbuch - Burg Schönbüchel bei Schönlinde
Molsteyn - Burg Mühlstein
quamen - üblich
Misener - Meißner
gleueny - Lanzenträger
glicze - Lanze, Spieß
Albrechtstorf - Olbersdorf
leytelwte - Geleitsleute
di di wayne beleyten - die die Wagen begleiteten
howbt abe sluc - das Haupt abgeschlagen

hulczin rothuz - hölzernes Rathaus

 


Hier unten stand vor 596 der gemeine Hussit und wollte dort rauf... Er wollte - und dabei ist es geblieben, wie die Chronisten berichten...


DIE KLOSTERKIRCHE



 

Gustav Otto Müller war am 23. Juni 1860 mit einem Stück Pappe sowie Farbe und Pinsel auf dem Oybin und hat dort die Ostfront der Sakristei der Klosterkirche gemalt.


 



Fenster der Klosterbibliothek
























DAS KAISERHAUS


Vor 700 Jahren wurde der spätere böhmische König (1347) und seit 1355 deutsch-römische Kaiser Karl IV als Sohn des böhmischen Königs Johann von Luxemburg (der "Blinde") und dessen Gemahlin, der Premyslidenprinzessin Elisabeth geboren. Er gilt ohne Übertreibung als die gebildetste Person (immer an der Zeit gemessen), die je eine Kaiserkrone im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation getragen hat. Er sprach 5 Sprachen fließend und ist auch der einzige Kaiser, der je eine Autobiografie mit eigener Hand verfasst hat.

Weitsichtig förderte Karl IV seine Länder - darunter auch die Oberlausitz, die er mehrfach besuchte. 1356 erließ er die Goldene Bulle zur Regelung der deutschen Königswahl, die bis 1806 gültig blieb. Literatur und Architektur schenkte er besondere Beachtung. In Prag stiftete er die erste Universität nördlich der Alpen und seine Hofkunst prägte Europa.

Karl IV war tief religiös und verstand sich als Herrscher von Gottes Gnaden. Er veranlasste den Bau zahlreicher Kirchen und Klöster. Für den Prager Dom (Baubeginn im Jahre 1344, vollendet im Jahre 1929) und seine Hausburg Karlstein sammelte er Reliquien, die später, während der Husittenkriege, teilweise auf dem Oybin ausgelagert waren.

Was den Oybin betrifft, so veranlasste er im Jahre 1364 den Bau des Kaiserhauses, von dem leider neben dem herrlichen Blick durch das Oybiner Tal hinüber zu den kirchturmbewehrten Zittau nur die mächtige Außenfassade erhalten geblieben ist. Wie berichtet wird, plante Karl IV hier, auf dem "Mont Periklit", einen seiner Altersruhesitze einzurichten. Aber leider ist es nur zu einer "Kaiserübernachtung" gekommen - im Jahre 1369, als er sich persönlich von den Fortschritt der Bauarbeiten für das Cölestinerkloster überzeugen wollte.

Das Kaiserhaus blieb auch nach der Schenkung der Klosteranlage an den Cölestinerorden mit einigen der Leipaburg zugehörigen Teilen kaiserliches Eigentum, wie man der Stiftungsurkunde entnehmen kann (dort steht explizit, wem's interessiert "Castrum vero coronae regni proprietati reservamus..."). Oybin blieb auf diese Weise noch für fast zwei Jahrhunderte Reichsburg der böhmischen Könige.

Und nun versetze man sich in das Jahr 1364 zurück, als man über der schwindelerregenden Tiefe des Hausgrundes die Mauern des Kaiserhauses hochzog, für deren Bau die damaligen Zittauer ganz, ganz arg blechen mussten (Johann von Guben hat darüber berichtet).










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