Mittwoch, 7. Januar 2026

Der Kaiserturm in Hirschberg (Schlesien)

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

Auf dem Hausberg (Wzgórze Krzywoustego , 375 Meter) der Stadt Hirschberg in Schlesien (Jelenia Góra) steht dieser steinerne Aussichtsturm.

Er befindet sich etwa 1,5 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum.
Vom Kreisverkehr, an dem die Fernstraßen Nr. 30 aus Richtung Görlitz und Nr. 5 = E 65 aus Richtung Schreiberhau (Szklarska Poręba) zusammentreffen, fährt man in östliche Richtung. Nach 400 Metern biegt man links zur Straße Aleja Bolesława Krzywoustego ab. Nach weiteren 400 Metern erreicht man den Parkplatz. Der grüne Wanderweg führt zum Kaiserturm (400 Meter mit 40 Höhenmetern in 10 Minuten).

Text der deutschsprachigen Infotafel (fett + kursiv):
Turm auf Wzgórze Krzywoustego (dem Schiefmund-Hügel)
Das bekannteste Aussichtsobjekt in Jelenia Góra (Hirschberg) ist wohl der Turm auf Wzgórze Krzywoustego, dem Hausberg (375 m), etwa 1,5 km westlich von der Stadtmitte. 
Alte Postkarte um 1915


Der 22 Meter hohe Turm entstand 1911, zum 800. Jahrestag der Gründung Hirschbergs, an Stelle der legendären Burg des Boleslaus Schiefmunds. Tatsächlich gab es hier einen Wehrbau (erkennbar sind u. a. Überreste eines mittelalterlichen Erdwalls, mit einer Länge von etwa 150 m und Höhe bis 4 m), doch es fehlt an archäologischen und schriftlichen Beweisen aus der Zeit vor dem 13. Jh.)
Alte Postkarte von 1912


Bekannt ist, dass die Burg in den Hussitenkriegen belagert wurde und 1433 wurden die Hirschberger Bürger mit dem Abriss beauftragt. Bis Ende des 18. Jh. konnte man noch die Reste der Grundmauer erkennen, doch zu dieser Zeit wurde oberhalb der Sattlerschlucht eine romantische Parkanlage angelegt. Noch andere Überlieferungen lokalisieren den ältesten Wehrbau Hirschbergs in der Nähe des Paulinums und verbinden ihn mit dem Piasten-Herzog Boleslaus den Tapferen. was sein Entstehungsdatum in die Anfangsjahre des 11. Jh. verlegt.
Alte Postkarte um 1925


Die erste Überlieferung behielt jedoch die Oberhand und somit wurde der Hügel in der Nähe der Mündung des Zackens in den Bober als Wiege der Stadt und ihres Hausbergs anerkannt. Der heutige Turm - ursprünglich „Kaiserturm“ genannt – erbaut durch P. Conrad, hob die Bedeutung dieser Gegend noch zusätzlich an, sie wurde zum Ziel der Spaziergänge der Hirschberger Bürger. 
Im (heute nicht mehr bestehenden) Restaurant auf der Terrasse am Fuße des Bauwerks konnten sie ihren Durst löschen und Hunger stillen. 
Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung im Jahr 1945 endete die Ära des Restaurants.
Alte Postkarte um 1920


Der zweite Parkplatz direkt am grünen Wanderweg

Statue eines Kriegers (Wojownik)

Der 1911 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. durch Spenden und eine Lotterie finanzierte Aussichtsturm heute. Er hat einen elliptischen Querschnitt und verjüngt sich nach oben. An seiner breitesten Stelle misst er 8 Meter, …

… an der offenen Aussichtsplattform sind es noch 6,5 Meter.
Aufgrund seines markanten Daches hat der Turm den umgangssprachlichen Namen „Pilz“ erhalten.

Nach einer grundlegenden Sanierung ist  der Turm seit 2010 ist wieder für Besucher geöffnet.

Auf der Gedenktafel über dem Eingang befand sich einst ein Bildnis des Kaisers.

Das Treppenauge verdeutlicht  die elliptische Form des Turmes.

Die Wendeltreppe hat 105 Stufen.
Leider haben sich auch hier Sprayer ausgetobt.

Die überdachte, aber außen offene Aussichtsplattform
Leider lassen die hoch gewachsenen Bäume keinen Rundblick zu.

Beschriftete Reliefs am Geländer helfen bei der Orientierung.

Nach Nordosten ergibt sich ein Durchblick zur Blücherhöhe (Łysa Góra, 711 Meter).

Im Osten über Hirschberg (Jelenia Góra):
Vorwerksberg ( Folwarczna, 722 Meter), Galgenberg (Dudziarz, 651 Meter), Bleiberg (Ołowiana, 657 Meter) und Molkenberg (Koziniec, 661 Meter).

Über dem Stadtzentrum von Hirschberg (Jelenia Góra) im Südosten:
Schlossberg (Zamkowa Góra, 448 Meter) und Finkenberg (Ziębiniec, 447 Meter), ganz hinten Skalnik (945 Meter).

Hirschberg (Jelenia Góra) im Süden, darüber der Kamm vom Riesengebirge (Krkonoše) mit Tafelstein (Skalny Stół, 1284 Meter), Schneekoppe (Śnieżka, 1603 Meter) und Mittagsberg (Smogornia, 1469 Meter)

Mittagsberg (Smogornia, 1469 Meter), Kleine Sturmhaube (Malý Šišák, 1439 Meter), Große Sturmhaube (Smělec, 1424 Meter), Hohes Rad (Wielki Szyszak, 1509 Meter)und Schneegrubenbaude (Schronisko nad Śnieżnymi Kotlami, 1489 Meter).
Beim Reifträger (Szrenica, 1361 Meter) im Südwesten endet die Aussicht.

Jetzt größer:
Der Tafelstein (Skalny Stół, 1284 Meter), davor die Felsenkippe (Złomy, 436 Meter)

Die Schneekoppe (Śnieżka, 1603 Meter), davor der Gräberberg (Gabowiec, 784 Meter) und der Stirnberg (Czoło, 873 Meter)

Mittagsberg (Smogornia, 1469 Meter), Kleines Rad (Tępy Szczyt) und Kleine Sturmhaube (Malý Šišák, 1439 Meter)

Große Sturmhaube (Smělec, 1424 Meter), Hohes Rad (Wielki Szyszak, 1509 Meter) und Schneegrubenbaude (Schronisko nad Śnieżnymi Kotlami, 1489 Meter), links vorn der Heerdberg (Żar, 685 m) mit der Burgruine Kynast (Chojnik)

Die Schneegrubenbaude (Schronisko nad Śnieżnymi Kotlami, 1489 Meter) mit den beiden Schneegruben


Die Baude auf dem Reifträger (Szrenica, 1361 Meter)

Die Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz (Kościół Podwyższenia Krzyża Św.)

Die Basilika St. Erasmus und Pankratius (Bazylika św. Erazma i św. Pankracego)

Das Rathaus

Der Burgturm (Baszta Zamkowa)

Das elliptische Treppenauge, diesmal von oben.

Der Kaiserturm bietet einen herrlichen Ausblick auf die Stadt Hirschberg (Jelenia Góra) und das Riesengebirge. Leider lassen die Baumkronen nur Beobachtung in einem Sektor von etwa 200 Grad zu. 
Der Aufstieg ist trotzdem lohnenswert.  
Öffnungszeiten:
Im Sommer 9:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit – Im Winter 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
PIAST PATROL (Tel. 608421936 oder 608195611) ist für das Öffnen und Schließen des Turms zuständig. 
Der Eintritt ist kostenlos.


Die Wander Card (automatisch übersetzt) – allerdings mit stark übertriebenen Abmessungen:
WANDER CARD 
Hausberg-Hügel oder Pilz, 375 m
Höhe 35 m, Aussichtsplattform 26 m über dem Boden
Der Aussichtsturm „Grzybek“ wurde im Mai 1911 eröffnet, Komplettrenovierung im Jahr 2009
 

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