Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Im
Böhmischen Paradies (Český ráj), etwa 9 Kilometer nordöstlich von
Jitschin (Jičín), liegt der 639 Meter hohe Basaltberg Kumburk.
Auf dem Gipfel befindet sich die gleichnamige Burgruine. Vom Turm
aus bietet sich ein weiter Ausblick auf die Umgebung bis zum
Riesengebirge (Krkonoše).
Von Jitschin (Jičín) fährt man auf der Straße 286 nach Norden. Vor
Eisenstadtel (Železnice) biegt man rechts ab und fährt 5 Kilometer bis
zum Restaurant Na Klepanda. Dort fährt man rechts auf den Fahrradweg
4142 (rote Markierung) und erreicht nach 1,8 Kilometern das Ende des
befestigten Weges. Hier kann man parken.
Ab dem kleinen Rastplatz geht es zu Fuß den Weg nach der Schranke steil bergauf.
Bis zum Eingang der Burganlage sind es reichlich 300 Meter (55
Meter Höhenunterschied), bis zum Turm weitere 200 Meter (+20
Höhenmeter).
Die Reste vom Eingangstor und der erste Turm der gotischen Burg Kumburk
Die Burg Kumburk wurde wahrscheinlich zu Beginn des 14.
Jahrhunderts durch die Markwartinger (Markvartici) gegründet – erste
schriftliche Erwähnung im Jahr 1325. Auch der Name Goldenberg (Zlatá
hora)
war üblich.
Abbildung von der Info-Tafel:
Mögliches Aussehen der Burg Kumburk während der zweiten Bauphase nach 1370 nach Tomáš Šimůnek. Ansicht von Südosten.
war üblich.
Abbildung von der Info-Tafel:
Mögliches Aussehen der Burg Kumburk während der zweiten Bauphase nach 1370 nach Tomáš Šimůnek. Ansicht von Südosten.
Elisabeth Katharina Smiřická von Smiřice (Eliška Kateřina Smiřická
von Smiřice), eine tschechische Adlige aus einer der reichsten Familien
in Böhmen, war hier viele Jahre inhaftiert.
Die Besitzer, zu denen auch Albrecht von Wallenstein gehörte, wechselten oft.
Im Dreißigjährigen Krieg war Kumburk von den Schweden besetzt. 1658 wurde die Burg auf Beschluss von Kaiser Ferdinand III. zerstört, damit sie nie wieder ein Stützpunkt für die feindliche Armee werden konnte.
Die Steine wurden später als Baumaterial genutzt.
Nach 1840 versuchte Ferdinand von Trautmannsdorf, der damalige Besitzer, Kumburk als vollständige Ruine für touristische Zwecke zu erhalten.
„Kumburg im Bidschower Kreis. Kumburk w Bydżowském kragi“.
Original-Kupferstich aus: K. Rainold. „Damals und Heute“, Prag, Pospíšil, 1830.
Mit tschechisch-deutschem Titel unter dem Bild.
Die Besitzer, zu denen auch Albrecht von Wallenstein gehörte, wechselten oft.
Im Dreißigjährigen Krieg war Kumburk von den Schweden besetzt. 1658 wurde die Burg auf Beschluss von Kaiser Ferdinand III. zerstört, damit sie nie wieder ein Stützpunkt für die feindliche Armee werden konnte.
Die Steine wurden später als Baumaterial genutzt.
Nach 1840 versuchte Ferdinand von Trautmannsdorf, der damalige Besitzer, Kumburk als vollständige Ruine für touristische Zwecke zu erhalten.
„Kumburg im Bidschower Kreis. Kumburk w Bydżowském kragi“.
Original-Kupferstich aus: K. Rainold. „Damals und Heute“, Prag, Pospíšil, 1830.
Mit tschechisch-deutschem Titel unter dem Bild.
Der Weg führt um den zweiten Turm herum.
Auf diesem massivsten Turm befindet sich heute der Aussichtspunkt.
Das zweite Tor
Das urige Blockhaus ist eine Bar (Šenk), aber geschlossen.
Auch geschlossen:
Správa hradu = Verwaltung des Schlosses
Správa hradu = Verwaltung des Schlosses
Das „Gipfelbuch“ für die Besucher der Burgruine
Dobrovolné vstupné = Freiwilliger Eintrittspreis
- mit QR-Code für Zahlungen
- mit QR-Code für Zahlungen
Auf einem fast ebenen Pfad kann man die Burgruine halb umrunden und sieht die untere Aussichtsplattform …
… den Aussichtsturm …
… und den ersten Turm aus einer völlig anderen Perspektive.
Wenn man die Treppen emporsteigt erreicht man zuerst die kleine untere Aussichtsplattform.
Auf dem Plateau gibt es einen Eingang zu der Unterwelt vom Schloss Kumburk.
Wegen Bauarbeiten ist er aber geschlossen.
Wegen Bauarbeiten ist er aber geschlossen.
Das Schloss wird seit 1992 vom Verein zur Erhaltung der Burg Kumburk verwaltet.
Zum Zeitpunkt meines Besuchs wurde Baumaterial an einem Seil durch diesen Gang befördert.
Zum Zeitpunkt meines Besuchs wurde Baumaterial an einem Seil durch diesen Gang befördert.
Der Verein errichtete 2003 eine hölzerne Aussichtsplattform, die
2018 durch eine neue freistehende Holz-Metall-Konstruktion ersetzt
wurde.
Legenden zufolge besuchte auch der Dichter Karel Hynek Mácha diese
Ruinen. Eine Gedenktafel befindet sich im Raum unter dem neuen
Aussichtsturm.
Die Rundumsicht beginnt über dem ersten Turm nach Südwesten.
Leider war die Fernsicht trotz schönstem Wetter nur sehr mäßig.
Leider war die Fernsicht trotz schönstem Wetter nur sehr mäßig.
Im Westen: Die kleine Aussichtsplattform, dahinter Bradlec (542 Meter) und Tábor (678 Meter)
Der Nordwesten mit dem Kosakov (Kozákov, 744 Meter)
Im Norden liegt das Isergebirge (Jizerské hory) im Dunst.
Im Nordosten zwischen den Baumwipfeln: Das Riesengebirge (Krkonoše)
Der Osten mit dem Switschin-Berg (Zvičina, 671 Meter)
Im Süden wird die Landschaft immer flacher.
Jetzt größer:
Bradlec (542 Meter), links dahinter Přivýšina (464 m) und die Prachauer Felsenstadt (Prachovské skály)
Bradlec (542 Meter), links dahinter Přivýšina (464 m) und die Prachauer Felsenstadt (Prachovské skály)
Der Ort Schdiar bei Kumberg (Žďár u Kumburku) mit dem Tábor-Berg (678 Meter), links dahinter Trosky (514 Meter)
Die Burg Trosky (514 Meter) mit Panna (Jungfrau) und Baba (Altes Weib)
Aussichtsturm und Sendemast auf dem Tábor-Berg (678 Meter)
Lomnitz an der Popelka (Lomnice nad Popelkou) und der Sender auf
dem Skuhrovský vrch (592 m), hinten der Berg Kosakov (Kozákov, 744
Meter)
Die Kesselkoppe (Kotel, 1435 Meter)
Der Kamm vom Riesengebirge (Krkonoše), davor der Schüsselberg (Medvědín, 1235 Meter) mit Skipiste
Rechts hinten der Schwarze Berg (Černá hora, 1299 Meter), vorn der Berg Stráž (630 m) bei Studenec
Die Stadt Jitschin (Jičín), vorn der Hügel Zebín (399 Meter) mit
Kapelle, hinten der Welisch (Veliš, 429 Meter) mit trigonometrischem
Punkt
Noch vier Touristische Visitenkarten (übersetzt):
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Kumburk
Ruinen einer gotischen Burg, die im frühen 14. Jahrhundert von den Markwartingern gegründet wurde, dem Ort der Gefangenschaft von E. K. Smiřické
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Kumburk
Ruinen einer gotischen Burg, die im frühen 14. Jahrhundert von den Markwartingern gegründet wurde, dem Ort der Gefangenschaft von E. K. Smiřické
Touristische Visitenkarte mit gleichem Text
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Kumburk
Ruinen einer gotischen Burg, die im frühen 14. Jahrhundert von den Markwartingern gegründet und 1658 abgerissen wurde.
Kumburk
Ruinen einer gotischen Burg, die im frühen 14. Jahrhundert von den Markwartingern gegründet und 1658 abgerissen wurde.
Touristische Visitenkarte mit gleichem Text

















