Mittwoch, 28. Oktober 2026

Der Heinrichsturm in Prag

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Prag wird als die „Stadt der hundert Türme“ bezeichnet. Einer davon ist der weniger bekannnte Heinrichsturm (Jindřišská věž), ein gotischer Glockenturm in der Prager Neustadt.


Der Turm befindet sich in der Heinrichstraße (Jindřišská 2122/33, 11000 Prag 1).
GPS: 50°05'07"N, 14°25'48"E 
Es empfiehlt sich das Parkhaus Palladium (náměstí Republiky 1079/1a, 11000 Prag 1. GPS 50°05'23"N, 14°25'41"E). 
Von dort geht man über die Senovážná-Straße 500 Meter nach Süden. Nach etwa 8 Minuten gelangt man zum Heinrichsturm.
Die Straßenbahnhaltestelle Jindřišská von mehreren Linien befindet sich direkt vor dem Turm. 


Übersetzter Text vom Infoblatt »Heinrichs-Turm – „Turm im Turm“ und weltweit einzigartig« (fett + kursiv)
Der Heinrichs-Turm war ursprünglich seit 1475 ein hölzerner Glockenturm, seit 1599 ist er ein Steinturm. (Er ist der Glockenturm der St. Heinrich und Kunigunde, die sich auf der anderen Straßenseite befindet).  …
Abbildung aus der Ausstellung  „Heinrichsturm“ 


Die Rekonstruktion des Turms erfolgte unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes und nach den Entwürfen des Architekten J. Vrzal. So entstand ein einzigartiger Einbau eines Turms in einen Turm. 


Die neue selbsttragende Stahlbetonkonstruktion berührt das ursprüngliche Mauerwerk in keiner Weise. Derzeit ist es der einzige historische Turm in Mitteleuropa, der der Öffentlichkeit für vielfältige Zwecke zugänglich ist. 


Im 10. Stockwerk bietet sich ein wunderschöner, bisher unbekannter Ausblick auf das Panorama von Prag. Dieses Stockwerk besteht aus dem ursprünglichen Holzgebälk aus dem Jahr 1879. 


Der Aufsteller vor dem Eingang zum Turm


Die Rezeption im Erdgeschoss mit Ticket- und Souvenirverkauf


Die Eintrittskarte


Das Infoblatt erhält man mit der Eintrittskarte:
HEINRICHSTURM 
10 ETAGEN VOLLER KULTUR, UNTERHALTUNG UND ENTSPANNUNG IM HERZEN PRAGS
10. Stockwerk – Aussicht 
  9. Stockwerk – Eingang zur Aussicht
  8. Stockwerk – Restaurant
  7. Stockwerk – Restaurant
  6. Stockwerk – Ausstellung „Heinrichsturm“ 
  5. Stockwerk – Toiletten
  4. Stockwerk – Ausstellung „Prager Türme“ 
  3. Stockwerk – Galerie
  2. Stockwerk – Whiskyraum
  1. Stockwerk – Whiskybar / Café
Erdgeschoss   – Rezeption / Whiskybar + Café


In der Whiskybar


Der moderne Treppenaufgang zwischen altem und neuem Mauerwerk.
Die neue selbsttragende Stahlbetonkonstruktion berührt das ursprüngliche Gemäuer in keiner Weise.


Fotoausstellung in der Galerie


Das Museum der Prager Türme im 4. Stockwerk 


In der Ausstellung „Heinrichsturm“ im 6. Stockwerk


Uhrwerk und Glocken aus dem alten Turm


Das Restaurant »Zvonice« im 7. Stockwerk


Alternativ kann auch der Lift benutzt werden.


Das Restaurant »Zvonice« im 8. Stockwerk


Die leicht zu übersehende Eingangstür zur Aussicht im 9. Stockwerk 


Die letzten steilen Stufen


Im Dachgebälk befindet sich ein Glockenspiel mit zehn Glocken aus der Werkstatt des Glockengießers P. R. Manoušek mit 1 152 programmierbaren Melodien.


Der Blick nach Westen
Erfreulich: Die Fenster lassen sich zum Fotografieren öffnen.


Jetzt größer:
Lüftungsturm des Strahov-Tunnels am Stadion


Der Aussichtsturm Petrin


Das Kloster Strahov, vorn die Galluskirche


Die Prager Burg, vorn der Turm vom Aldstädter Rathaus


Die Týn-Kathedrale


Der obere Teil vom nur 280 Meter entfernten Pulverturm


Turm vom neobarocken Zuckerpalast (Cukrovarnický palác), dahinter das Masaryk-Zentrum 1


Der Blick nach Osten


Das Nationaldenkmal am Veitsberg


Prager Fernsehturm und Hauptbahnhof


Der 216 Meter hohe Prager Fernsehturm (Žižkov-Turm)


Die godene Kuppel vom Tschechischen Bankpalast an der Ecke vom Wenzelsplatz


Der Blick nach Süden mit dem Turm der benachbarten Kirche St. Heinrich und Kunigunde


Das Nationalmuseum (Národní muzeum) am Wenzelsplatz


Nicht nur Touristen gefällt es auf dem Heinrichsturm.


In den Jahren 2001-2002 erfolgte der Um- und Einbau „Turm in Turm“.
Seit dem gibt es auch einen Lift. 
Von der 33,5 Meter hohen Aussichtsplattform hat man einen schönen, bisher unbekannten Ausblick auf das Panorama von Prag.
Der Heinrichsturm ist der einzige historische Mehrzweckturm in Mitteleuropa, 
Ein Besuch lohnt sich.


Die Touristischen Visitenkarten (mit Übersetzung):
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Heinrichsturm
Ein einzigartiger Turm mit Glockenspiel, Museum, Galerie und Café mit schöner Aussicht


TOURISTISCHE VISITENKARTE
Glockenspiel im Heinrichsturm
Das einzige Glockenspiel Mitteleuropas im Dachgeschoss des Turms, spielt 1152 Melodien, kann auf Anfrage gespielt werden

Sonntag, 25. Oktober 2026

Kreuzweg Wanderung im Schluckenauer Zipfel


Schluckenauer Zipfel (Šluknovský výběžek) hat sich heute als Bezeichnung für das Böhmische Niederland (České Nizozemí) durchgesetzt. Trotzdem hätten wir gerne geklärt, was es mit dem Deutung auf sich hat.

Für die Bewohner des böhmischen Beckens lag diese Region hinter dem trennenden Lausitzer Gebirge. Da das Gelände dorthin abfällt und die Region geografisch bereits außerhalb des eigentlichen böhmischen Kessels im Lausitzer Raum liegt, wurde es als „niederes Land“ wahrgenommen.

Mehr dazu erfährt man in der WIKIPEDIA. Räumlich ist uns die Gegend bekannt, jedoch entdecken wir auf unseren Wanderungen immer wieder neue Kleinode. Gleich zu Beginn unserer Tour in Groß Schönau (Velký Šenov) liegt seitlich des Weges hinauf zum Wachberg (Strážný vrch) eine historische Wallfahrtsstätte.

Der Kreuzweg wurde auf Initiative des Ambrosius Hille errichtet. Am 8. September 1856 weihte dessen Bruder, der Leitmeritzer Bischof Augustin Bartolomäus Hille, die Anlage feierlich ein. Die Anlage besteht aus 14 neoklassizistischen Nischenkapellen mit Rokoko-Elementen. Sie sind in einem regelmäßigen, quadratischen Grundriss entlang einer Waldlichtung angeordnet. Zum historischen Areal gehörten ursprünglich auch eine Kalvarienberg-Kapelle sowie eine Kapelle des Heiligen Grabes mit einer Skulptur des liegenden Christus. Nach der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Anlage zusehends. Die Gebäude wurden schwer beschädigt und die Kalvarienberg-Kapelle komplett abgerissen – ihre Steine wurden zweckentfremdet beim Bau eines Kuhstalls genutzt. Zwischen 1997 und 2000 wurde der verbliebene Kreuzweg umfassend restauriert. Die Nischenkapellen erhielten im Jahr 1999 neue Motive. Die zerstörte Kalvarienkapelle wurde zwar nicht wieder aufgebaut, als neues Zentrum fungiert heute jedoch ein großes Eichenkreuz mit einer lebensgroßen Christusstatue. Von der ehemaligen Heilig-Grab-Kapelle zeugen nur noch die beschädigten Reste einer Christus-Skulptur. (Internetrecherche)

Wir wandern über den Wachberg hinüber nach Hainspach (Lipová). Die Friedhofskapelle und die Kirche der Hl. Simon und Juda präsentieren sich in einem ausgezeichneten Zustand, im Gegensatz zu dem ehemaligen Schlosskomplex, gelegen an einer herrlichen Teichlandschaft. Die zaghaften Renovierungsversuche am Schloss täuschen nicht darüber hinweg: Eine vollständige Wiederherstellung der Anlage wird wegen des enormen Aufwands wohl eine Illusion bleiben. Ausführlicheres zu diesem Schloss erfährt man hier.


Unser nächstes Ziel ist die St. Joachim Kapelle auf dem Joachimsberg (Jáchym). Bei unserem letzten Besuch waren hier Restaurierungsarbeit an der Wallfahrtsanlage im Gange. Gerade ist die Kapelle großem Ungemach entgangen: eine kapitale Buche wurde durch einen Sturm entwurzelt. Der Herr muss die Hände über die Kapelle gehalten haben. Der kolossale Stamm ging um Haaresbreite vorbei an dem Bauwerk zu Boden. Nur ein Bildstock wurde zertrümmert. Glück im Unglück.

Wir wandern weiter nach Lobendau (Lobendava). Der Weg durch die sommerlichen Wiesen in der hügeligen Landschaft ist der schönste Abschnitt unserer Wanderung. Irgendwie fällt uns auf, dass die Vegetation hier noch recht frisch aussieht und so gar nicht zu den ausgebrannten Flächen in diesem Sommer passen will. Zudem führen die Dorfbäche in Lobendau ordentlich Wasser. Zu erklären ist das wohl damit, dass das Niederland hier von dem verheerenden Unwetter, welches die Felsenbühne Rathen zerstört hat, noch einen Ausläufer abbekommen hat, der die Gegend ordentlich mit Wasser versorgte. Wir kehren ein im ehemaligen Deutschen Haus (heute Restaurace U Hraničáře) und zwar recht ausgiebig. Der Rückweg führt uns vorbei am kleinen Waldbad von Lobendau hinauf zur St Annen Kapelle auf dem Annaberg (Anenský vrch). Bei einem Rundgang versäume man nicht, am oberen Ende des Kreuzweges einen Blick auf Lobendau zu werfen.

Der Rückweg nach Groß Schönau ist recht unspektakulär. Ein kurzer Abstecher zur Wolfsquelle, die trinkbares Wasser zu Tage fördert, ist uns bei der Hitze des Tages willkommen, ebenso das Freibad an einem Granitsteinbruch in der Nähe von Groß Schönau. Leider haben die meisten die Badehosen zu Hause gelassen. Die letzten zwei Kilometer auf Straßen durch Groß Schönau sind bei den heutigen Temperaturen quälend.

 

Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.

 


Kreuzweg bei Großschönau







Impressionen aus Hainspach




Das Hainspacher Schloss

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Kapelle auf dem Joachimsberg











   Impressionen aus Lobendau












Kreuzweg an der St. Annenkapelle












 

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