Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Einer Tour um den Himmertschberg
(Wowczakův
/ Lipnický vrch)
ist uns in guter Erinnerung geblieben, insbesondere der Sattel
zwischen Himmertschberg und Kaltenberg
(Studenec),
von welchem aus der Betrachter eine wunderbare Aussicht hinüber
zur
Böhmischen Schweiz genießt. Allein die Anwesenheit eines
Gipfelfelsens auf dem Himmertschhberg war
uns
damals nicht bekannt, diese Bekanntschaft soll nun heute
geschlossen
werden.
Das Verbindungssträßchen zwischen Hasel (Liska)
und Kunnersdorf (Kunratice)
ist zwar derzeit für den Verkehr gesperrt, aber da die Tschechen
munter darauf los fahren, ahmen wir das nach und fahren bis zu
einem
alten Friedhof, an dem man die Fahrzeuge abstellen kann. Genau
hier
setzt ein Weg an, der in Richtung Himmertschberg hinaufführt. Um
es
kurz zu machen. Ein Wanderfreund, der vorausgeeilt war, rief uns
vom
Gipfel zu, man solle den Aufstieg nicht riskieren, da es in dem
gerölligen Gelände ein wenig halsbrecherisch sei. Wir indes
ergötzen uns an dem Türkenbund, der zahlreich unter dem
Gipfelblock
blüht. Alsbald gelangen wir zu den aussichtsreichen Wiesen, die
den
Berg umgeben. Und ich sag’ beim Abgang noch: „geht immer am
Waldrand
entlang!“. Aber nein, die Meute keult auf der Direttissima quer
durch das hüfthohe Gras, um ein paar Meter einzusparen. Das
Ergebnis: am nächsten Morgen lese ich von meinem zarten Körper 17
lebendige Zecken ab (in Worten: siebzehn!), das ist ziemlich
rekordverdächtig. Und das zwei Tage vor dem geplanten
Italienurlaub!
An dieser Stelle lohnt sich ein kleiner Exkurs:
Die
Zecke (Ixida,
umgangssprachlich auch „der Endgegner des gemütlichen
Waldspaziergangs“ genannt) ist ein winziges Spinnentier mit dem Ego eines Löwen und dem Jagdverhalten eines extrem trägen Finanzbeamten (Beleg
hier). Die
potentiellen Gefahren nach einem Biss dürften durch die
unermüdliche
gesundheitspolitische Aufklärungsarbeit der Medien seit Corona
hinreichend bekannt sein. Mein Hausarzt ist
diesbezüglich aber
auch ganz
firm.
Er empfahl mir einmal, die Zecke vor der Entfernung mit einem
Eisspray zu bearbeiten. Das versetzt dieses Tierchen in eine
Schockstarre. Dies
verhindert dass
durch die
schlagartige Kälte der Parasit im Todeskampf vermehrt
infektiösen
Speichel
oder Mageninhalt in die Wunde abgibt. Zudem wird der Körper der
Zecke durch das Gefrieren gehärtet, wodurch das Risiko sinkt,
sie
beim Herausziehen zu zerquetschen, sagt Google und ferner: Niemals
normales Sport-Vereisungsspray verwenden
(welches
bloß 3
- 9 € kostet).
Herkömmliche Kühlsprays für Sportverletzungen sind nämlich
nicht
punktgenau (sie
könnten
großflächige Erfrierungen auf der menschlichen Haut verursachen),
sondern freilich nur das „gute“
für so um die 20 €. Das Spezialprodukt aus Apotheke oder
Drogerie
ist mit einem speziellem Dosierkopf versehen.
Das
belastet uns bei der weiteren Wanderung zum lauschigen
Höllegrund
(Pekelský
důl)
noch
nicht, denn wir wissen
ja noch nichts von dem Zeckenangriff. Von den geschützten
Pflanzen
im Höllegrund ist allerdings
nicht
allzu viel zu sehen. Die
üppige Vegetation überwuchert derzeit
alles.
Kurze
Einkehr in Böhmisch Kamnitz (Česká
Kamenice), dann
vorbei an der Marienkapelle. Ein Besuch derselben, kombiniert
mit der
Besteigung des Turmes der St.-Jakobskirche lohnt in jedem Falle,
lässt sich aber aus zeitlichen Gründen heute nicht mit der
Wanderung verbinden. Sehenswert ist auch die mechanische
astronomische Uhr mit geschnitzten Apostel- und
Handwerkerfiguren,
die an der Giebelwand des Hauses Nr. 241 in der Nähe der
Marienkapelle angebracht ist.
Jetzt
aber hinauf zur
Aussichtsplattform auf der Nolde (Jehla)
und zum
Brüderaltar
(Bratrský
oltář),
alles uns bereits bekannte Lokalitäten. Von da geht es
abwärts, und
sapperlot: direkt beim Austritt aus dem Walde stehen auch schon
die
Fahrzeuge und warten auf uns zur Heimfahrt.
Die
GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.



Der Kaltenberg
Auf dem Gipfel des Himmertschberges
Zeckenalarm auf den Wiesen um den Himmertschberg
Marienkapelle
Astronomische Uhr
Auf der Nolde
Brüderaltar