Mittwoch, 25. März 2026

Die Aussichtsplattform an der Babisnauer Pappel

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf





































Mammatus-Wolken am 25.03.2026 über Zittau

 Fotos Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf






Hohler Lerchensporn

 Fotos: Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf





Schattenglöckchen

 Fotos: Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf






Gemse

 Foto Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf




Mittwoch, 18. März 2026

Der Aussichtsturm der Burg Wehlen

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


In der Sächsischen Schweiz entstand 2025 an der Elbe In Stadt Wehlen ein neuer Aussichtsturm.


Mit dem PKW fährt man von Pirna über Mockethal und Dorf Wehlen nach Stadt Wehlen. Parken kann man am Elbparkplatz (GPS: 50°57'22"N, 14°01'56"E).
Man kann auch mit S-Bahn oder PKW von der anderen Elbseite aus Pötzscha mit der Fähre oder mit der Sächsischen Dampfschifffahrt direkt nach Stadt Wehlen gelangen.
 

Das Dampfschiff „Kurort Rathen“ an der Anlegestelle Stadt Wehlen
 

Die Fähre Stadt Wehlen an der Anlegestelle Pötzscha
 

Die Reste der Burg Wehlen findet man nahe am Stadtzentrum oberhalb der Kirche.
 

Markt und Kirche von Stadt Wehlen
 

Der neue Aussichtsturm auf den Überresten der Burgruine
 

Am Schlossberg hinter der Kirche geht es steil bergauf.
Vom Markt bis zum Turm sind es nur 150 Meter, es müssen aber 30 Höhenmeter überwunden werden. 
 

Der zweite Teil des Weges führt über den erneuerten südlichen Treppenaufgang, der 1820 angelegt wurde.
 

Das Modell von der Burg Wehlen
sandfarben: nicht mehr existierende Mauern und Gebäude
graubeige:   erhaltene Mauern und Gebäudereste
 
Im Anhang finden Sie den Text einer dreisprachigen Infotafel am Treppenaufgang zur Burg.
 

Die Burg nahm eine Fläche von etwa 85 x 16 Meter ein.
Die folgenden Angaben wurden einer weiteren Infotafel entnommen (fett + kursiv):
Historische Daten
1269             
"castrum Wylin" erstmals urkundlich genannt
14./15. Jhd.  
im Besitz der Familien von Köckeritz
 
Gemälde von Alexander Thiele: Turm der Burg um 1730 
 

1450          
Beginn des langsamen Verfalls der Burg
1550         
Kurfürst August schenkt das Baumaterial "das alte Holtz- und Eisenwerg an dem unbewonten Schlosse zw Welen" nach Hohnstein und Neustadt
 
Basilius Grundmann 1753: Stadt und Burgruine Wehlen vom linken Elbufer (Ausschnitt)
 

1882
Der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz kauft die Ruine vom Staatsfiskus für 300 Mark mit der Maßgabe, die Burgruine als Aussichtspunkt zu erhalten
 
Jubiläumspostkarte „700 JAHRE WEHLEN“ von 1947
 

Der 1886 errichtete Aussichtsturm auf einem alten Foto – Ansicht mit dem Keller von Osten 
 

Eine Interessengemeinschaft kümmerte sich seit 2017 um Pflege und teilweise Wiederherstellung der Burg.
Der Turm sollte wieder ein Sandsteinbau in Anlehnung an historische Gemälde werden. Die Bilder entstanden aber erst Jahrhunderte nach dem Verfall der Burg, waren also kein reales Abbild. Deshalb wurde ein Nachbau aus Denkmalschutzgründen abgelehnt.  
 
Der alte Aussichtsturm auf einer Postkarte um 1910
 

So wurde ab 2024 auf dem ursprünglichen Turmstumpf ein moderner Aussichtsturm errichtet. Die Einweihung fand am 21. Juni 2025 statt.
 

Ansicht von Osten mit Kellereingang – Die Silhouette erinnert nur entfernt an das alte Gemäuer.
Deshalb gehen die Meinungen über das Bauwerk weit auseinander.
 

Das begehbare Kellergewölbe
 

Orientierungstafel auf der alten Burgmauer
 

Wenige Wochen nach der Einweihung waren noch nicht alle Arbeiten um den Turm abgeschlossen.
 

Der Zugang zum neuen Turm erfolgt auf der Westseite über eine Außentreppe.
 

Von der betonierten Decke führt eine weitere Treppe zur oberen Ebene.
 

Der Turm ist eine Metallkonstruktion. Die Fassade aus rotbraunen Lochblechen deutet die alten Mauern an.
 

Die Plattform besteht aus Lichtgitterrosten. Die Außenmauern wurden zum Wetterschutz mit verzinkten Blechen abgedeckt.


Die Aussicht beginnt im Osten über den ehemaligen Burghof zur Elbe.


Der Südosten mit dem Rauenstein (304 Meter), ganz unten die Pension Elbterrasse
 

Im Süden: Der Große Bärenstein (327 Meter), Fähranleger in Pötzscha, unten die Stadtkirche Wehlen
 

Der Markt von Stadt Wehlen
 

Die Elbe flussabwärts nach Südwesten
 

Das westliche Burgplateau und die Häuser an der Lohmener Seraße
 

Jetzt größer:
Die Elbe in Richtung Kurort Rathen
 

Die Felsen der Weißen Brüche
 

Kurort Rathen, darüber Gamring (263 Meter) und Waitzdorfer Höhe (414 Meter)
 

Der Gamring (263 Meter), ein beliebter Kletter- und Aussichtsfelsen
 

Die Burg Altrathen
 

Parkplatz und Villen am Elbuferweg in Pötzscha, hinter der Flanke vom Großen Bärenstein (327 Meter) schaut der Lilienstein (409 Meter) hervor.
 

Die Felsen vom Lilienstein (409 Meter)
 

Die Personenfähre an der Anlegestelle in Pötzscha
 

Die S-Bahn auf  der anderen Seite der Elbe – Mit Werbung für die Felsenbühne Rathen an der Lokomotive.
 

Über der Burg weht die Flagge mit dem Wappen der Stadt Wehlen. 
Es zeigt ein Segelschiff auf dem Wasser und symbolisiert die Bedeutung der Elbe für die Stadt. 
 

Noch ein Blick vom ehemaligen Burghof ins Tal, …
 

… dann geht es die steile Treppe hinunter zum Markt.
 

Mag der neue Turm der Burg Wehlen auch umstritten sein, so bietet er doch eine prima Aussicht auf das Elbtal. Vielleicht ist er deshalb bei Touristen beliebter als bei den Einheimischen.
 

Noch drei WANDER CARDs von Stadt Wehlen vor dem Bau des neuen Aussichtsturms   
 


Anhang:
Der deutsche Text einer dreisprachigen Infotafel am Treppenaufgang zur Burg
 
Sehr geehrte Gäste der Burg(ruine) Stadt Wehlen
 
wir begrüßen Sie auf einer der ältesten sächsischen Burgen.
 
Die Burg Wylyn wurde 1269 erstmals urkundlich erwähnt und war zu dieser Zeit im Besitz des Markgrafen Heinrich III., auch bekannt als Markgraf Heinrich der Erlauchte. Nach seinem Tod 1288 wechselte die Burg bis 1543 mehrmals die Besitzer (Adelsgeschlechter von Köckeritz, von Starschedel, von Salhausen, von Schönburg als die Bekanntesten). Mit dem Ende der Burgherrschaft ab 1543 ging der Verfall der Burg rasch voran, sie wurde zur Ruine. Schwere Mauerstürze 1787/1788 veranlassten den Fiskus große Teile der Anlage abreißen zu lassen. Der „Gebirgsverein für die Sächsisch-Böhmische Schweiz“ kaufte die Burgruine 1882 und ließ schon 1880 die Südtreppe und 1887 die Nordtreppe errichten. 1896 wurde das Sieges-Denkmal zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 eingeweiht. Es wurde 1967 abgerissen und in die Burgkeller geworfen.
2017 gründete sich zur Vorbereitung der 750. Ersterwähnung der Burg Wehlen 2019 eine Interessengemeinschaft „Burgfreunde“ unter Regie der Stadt Wehlen, als Eigentümerin der Burganlage. In vielen Arbeitseinsätzen leisteten ab 2017 die Burgfreunde und deren Helfer tausende Arbeitsstunden, um die Burg vom Bewuchs freizuschneiden, zu einem beliebten Aussichtspunkt zu gestalten und weit sichtbar eine Fahne wehen zu lassen. 2020 wurden die verschütteten Keller wieder freigelegt und der Unterbau des zerstörten Wohnturmes erneuert. Das zerstörte Kriegerdenkmal wurde geborgen. Alle diese Arbeiten geschahen ehrenamtlich! 2021 wurden mit Fördermitteln die zerstörten Kreuzgewölbe erneuert und Teile der Nordmauer instand gesetzt.
Für weitere Aktivitäten benötigen wir Ihre Hilfe! Bitte lassen Sie es in unserer Spendenbox klingeln und rascheln, damit weitere geplante Vorhaben gelingen und Sie bei ihrem nächsten Besuch wieder Neues auf der Burgruine Stadt Wehlen erleben können.
 
Vielen Dank 
Die Burgfreunde
 
 


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