Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
An der höchsten Stelle vom mittelalterlichen Stadtkern erhebt sich
die Stadtkirche St. Petri. Ihr weithin sichtbarer Hauptturm, der
Petriturm, ist das Wahrzeichen der Stadt Freiberg. Er ist auch als
Aussichtsturm begehbar.
Parken kann man in Freiberg auf einem der zahlreichen Parkplätze in oder auch außerhalb der Altstadt.
Die
Petrikirche ist nur wenige Schritte vom Obermarkt entfernt. Der Eingang
zum Turm befindet sich auf der Südseite vom Petriplatz.
Die Kirche St. Petri wurde Anfang des 13. Jahrhunderts für die
Bewohner der aufstrebenden Bergbaustadt Freiberg gegenüber vom Rathaus
errichtet. Die ursprünglich romanische Basilika wurde nach mehreren
Stadtbränden wieder im gotischen Stil aufgebaut.
Alte Postkarte um 1900
Nach einem Brand im Jahr 1728 erhielt der Petriturm seine barocke Gestalt.
Alte Postkarte um 1910
Die Petrikirche 2026
Der Petriturm hat bis zur Windrose eine
Höhe von 71 Metern und ist damit das höchste Bauwerk in der historischen
Altstadt von Freiberg. Im benachbarten 36 Meter hohen Faulen Turm
befindet sich der für Besucher nicht zugängliche Glockenstuhl der
Kirche.
Das Bruchsteinmauerwerk reicht bis in eine Höhe von knapp 42
Metern. Unter der mit Kupfer eingedeckten hölzernen Barockhaube befindet
sich die ehemalige Türmerwohnung.
Aus dieser Wohnung kann man nach drei Seiten, aber leider nur durch verschlossene Fenster blicken.
Einzige Ausnahme: Auf der Ostseite ermöglicht ein Balkon einen beeindruckenden Blick über die Stadt.
Bis zum oberen Abschluss der Turmkrone beträgt die Höhe heute 74,10 Meter.
Die Jahreszahl 1822 erinnert an eine umfassende Erneuerung der Turmspitze und 1894
stieg der Mechaniker Hugo Meeser
„am
11. August 1894 ohne Gerüst bis auf die Turmspitze, steckte die
Wetterfahne wieder auf und grüßte, frei auf der Windrose stehend, durch
Hutschwenken die auf dem Obermarkt ängstlich zuschauenden Bürger".
Walter Schelhas 1941 MfA Heft 70 S. 90
Die Skulptur „Türmer“ auf der Südseite der Kirche ist Teil des Freiberger Silberwegs.
Der Eingang zum Petriturm befindet sich im Sockel des Faulen Turmes - gleich neben dieser Skulptur.
Der Aufstieg ist nur im Rahmen einer Führung (3 Euro) möglich.
Sie finden von Februar bis Dezember fast täglich statt. Genaue Zeiten findet man im Schaukasten nebenan oder im Internet
Der erste Treppenaufgang liegt noch innerhalb vom Faulen Turm.
Der Ausstellungsraum im Quergang zwischen dem Faulen und dem Petriturm
Der weiterführende Aufstieg erfolgt jetzt im Petriturm über Holztreppen.
Dann erreicht man die Türmerbereich, der sich über mehrere Etagen erstreckt.
Vier Fenster in alle Himmelsrichtungen ermöglichten eine gute Sicht über die gesamte Stadt.
Im
Falle eine Brandes informierte der Türmer durch wiederholtes ein-,
zwei- oder dreimaliges Anschlagen der Glocke über die Entfernung und
durch das Anbringen einer roten Fahne über die Richtung des Feuers.
Nach über 300 Jahren verließ der letzte Türmer im Jahre 1905 den Petriturm.
Eine Treppe höher gelangt man links zur Turmstube und rechts zum Balkon.
Der jeweils für ein Jahr fest angestellte Turmwächter wurde durch
einen nebenamtlich tätigen Scharwächter unterstützt. Ihm stand während
seiner Tätigkeit die Scharwächterwohnung zur Verfügung.
Dann kommt der Höhepunkt des Turmaufstiegs:
Der Austritt zum 42 Meter hohen offenen Balkon!
Zur besseren Orientierung wurde ein beschriftetes Panoramafoto am Geländer angebracht.
Der Ausblick beginnt im Nordwesten mit den Kreuzteichen und dem Schloss Freudenstein.
Im Nordosten: Der Freiberger Dom
Obermarkt und Rathaus im Osten
Im Südosten endet der Ausblick vom Balkon.
Jetzt größer:
Schloss Freudenstein mit der Mineralienausstellung terra mineralia
Die neue Universitätsbibliothek
Der Dom St.Marien, hinten der Gewerbepark Deutsches Brennstoffinstitut
Das Silberbergwerk Reiche Zeche
Die Nikolaikirche, dahinter das Kreiskrankenhaus
Die Ratsapotheke am Obermarkt
Das Freiberger Rathaus
Der Rathausturm mit Glockenspiel
Der Donatsturm, links hinten die Porzelline
Die Jakobikirche
Der 32 Meter hohe Hahnenturm der Petrikirche
Die Turmspitze trägt seit 1749 einen Wetterhahn
Das Industrie- und Gewerbegebiet Muldenhütten
Die Burg Frauenstein
Vom Balkon kann man einen Sektor von rund 180 Grad einsehen.
Um den Rest zu sehen muss man den Balkon verlassen.
Es geht noch eine Holztreppe höher.
Auf jeder der vier Turmseiten gibt es Fenster zum Ausblick. Leider
sind diese stark verschmutzt und lassen sich auch nicht öffnen. Deshalb
sind in den folgenden Fotos trübe Stellen unvermeidbar.
Blick nach Süden mit den Windkraftanlagen Freiberg-Zug und Weißenborn
Bebelplatz und Kaufland
Im Südwesten: Das Johannisbad
Im Westen: Amtsgericht und Unigebäude
Das Parkhaus Tivoli und der Mittlere Kreuzteich
Mit dem Blick über die roten Dächer zu Schloss und Dom schließt sich die Rundumsicht.
Dann geht es wieder 220 Stufen abwärts.
Der Petriturm ist das Wahrzeichen von Freiberg, eine weithin sichtbare Landmarke und ein hervorragender Aussichtspunkt.
Der Aufstieg lohnt sich!