Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Nach Jahrzehnten ohne Bebauung entstand in den letzten Jahren auf
dem Hochstein (Wysoki Kamień, 1058 Meter) im Isergebirge (Jizerské hory)
durch Privatinitiative eine neue Bergbaude mit Aussichtsturm.
Man erreicht das Ziel am einfachsten über die Sudetenstraße 358 von
Bad Flinsberg (Świeradów-Zdrój) nach Schreiberhau (Szklarska Poręba).
Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz an der berühmten
Todeskurve. Man folgt dem gelben und roten Wanderweg nach Westen. Für
die 3,2 Kilometer mit 260 Höhenmetern sollte man etwa 75 Minuten
einplanen.
Der Parkplatz an der Todeskurve ist bei schönem Wetter immer gut besetzt.
Felsformation am Schwarzenberg (Czarna Góra, 964 m) auf halbem Weg
Plötzlich tauchen Baude und Aussichtsturm vor uns auf.
Der Aussichtsturm ist das neue Wahrzeichen vom Hochstein (Wysoki Kamień, 1058 Meter).
Durch die Hanglage hat er eine maximale Höhe von über 20 Metern.
Durch die Hanglage hat er eine maximale Höhe von über 20 Metern.
Schon Anfang des 19. Jahrhunderts kamen zahlreiche Wanderer sowie
Kurpatienten aus Bad Flinsberg (Świeradow Zdroj) auf den Hochstein. 1837
ließ die Familie Schaffgotsch, die damaligen Eigentümer, zur Versorgung
eine hölzerne Baude errichten.
Zeitgenössische Darstellung um 1850
Zeitgenössische Darstellung um 1850
Eine Baude mit dem ersten Aussichtsturm wurde 1875 errichtet. Sie
brannte sieben Jahre später ab, wurde aber schnell wieder aufgebaut.
Alte Postkarte vor 1914
Alte Postkarte vor 1914
Die Baude wurde in den Folgejahren mehrfach umgebaut und mit einer Terrasse versehen.
Alte Postkarte von 1922
Alte Postkarte von 1922
Der 1928 bei einem Sturm zerstört Aussichtsturm wurde durch einen höheren ersetzt, der bis 1945 in Betrieb war.
Alte Postkarte von 1932
Alte Postkarte von 1932
Die Blütezeit endete mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung
nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Baude wurde verwüstet, aber 1947 wieder
geöffnet. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1963 geschlossen, danach
abgerissen und das Gelände eingeebnet.
Alte Postkarte von 1930
Alte Postkarte von 1930
Im Jahre 1996 hat der Lehrer Jozef Golba aus Schreiberhau
(Szklarska Poręba) den Platz gekauft, auf dem die alte Baude stand und
verkündet: Ich baue eine neue!
In vielen Jahren mühevoller Arbeit wurde der Fahrweg ausgebessert, das Gelände vorbereitet und zunächst ein Kiosk errichtet.
Foto von 2023
In vielen Jahren mühevoller Arbeit wurde der Fahrweg ausgebessert, das Gelände vorbereitet und zunächst ein Kiosk errichtet.
Foto von 2023
Durch unermüdliche private Initiative wurde 2010 die neue (dritte) Hochsteinbaude eröffnet.
Foto von 2023
Foto von 2023
Hausgebackener Kuchen ist der Renner in der Baude!
So kehrte wieder Leben auf dem Hochstein (Wysoki Kamień, 1058 Meter) ein.
Doch die Baude war noch nicht das Ende der Bautätigkeit von Jozef Golba:
Im Jahr 2023 wurde daneben ein neuer, steinerner Aussichtsturm eröffnet.
Im Jahr 2023 wurde daneben ein neuer, steinerner Aussichtsturm eröffnet.
Vom Umgang hat man bei gutem Wetter einen fantastischen Ausblick.
Der Eintrittspreis für den Turm:
Erwachsene 10 Zloty
Kinder 5 Zloty
Erwachsene 10 Zloty
Kinder 5 Zloty
Das Treppenhaus hat 63 Stufen.
Die Aussichtsplattform ist etwa 12 Meter höher als der Eingang.
Vom überdachten Umgang hat man freie Sicht in alle Richtungen.
Der Rundumblick beginnt mit dem Kamm vom Riesengebirge (CZ: Krkonoše PL: Karkonosze) im Südosten.
Der Süden von den Schneegruben (Śnieżne Kotły) bis zum Reifträger (Szrenica, 1361 Meter)
Im Südwesten: Vom Weifserberg (Mrtvý vrch,1062 Meter) bis zum Zámky
(1002 Meter), in der Mitte Pustina (831 Meter) und Schwarzbrunnkoppe
(Černá Studnice, 869 Meter), links mit der Schneiße: der Weiberberg
(Babiniec, 998 Meter).
Im Westen: Hinterberg (Wysoka Kopa, 1127 Meter) und Weiße Flins (Izerskie Garby, 1084 Meter)
mit Quarzgrube, ganz hinten: Siechhübel (Jizera, 1122 Meter)
mit Quarzgrube, ganz hinten: Siechhübel (Jizera, 1122 Meter)
Bad Flinsberg (Świeradów-Zdrój), links Cornelsberg (Przednia Kopa,
1113 Meter) und Heufuder (Stóg Izerski, 1107 Meter), rechts der große
Geierstein (Sępia Góra, 828 Meter)
Der Kemnitzberg (Kamienica, 972 Meter) im Nordwesten
Die neue Hochsteinbaude (Schronisko Wysoki Kamień) im Norden
Beim Schwarzenberg (Czarna Góra, 964 m) mit dem Wanderweg nach Osten zur Todeskurve schließt sich der Rundblick.
Jetzt größer:
Die neoromanische Fronleichnamskirche (Kościół Bożego Ciała) in Schreiberhau (Szklarska Poręba)
Die neoromanische Fronleichnamskirche (Kościół Bożego Ciała) in Schreiberhau (Szklarska Poręba)
Die Ruine der Burg Kynast (Chojnik)
Der Gipfel der Schneekoppe (PL: Śnieżka, CZ: Sněžka, 1603 Meter)
Hohes Rad (PL: Wielki Szyszak, CZ: Vysoké Kolo, 1509 Meter)
Die Schneegrubenbaude (Schronisko nad Śnieżnymi Kotlami, 1489 Meter)
Die Baude auf dem Reifträger (Szrenica, 1361 Meter)
Alte Schlesische Baude (Schronisko Pod Łabskim Szczytem)
Jakobsthal (Jakuszyce)
Der Jeschken (Ještěd, 1012 Meter) aus 38 Kilometer Entfernung
Die stillgelegte Quarzgrube „Stanisław” am Berg Weiße Flins
(Izerskie Garby, 1084 Meter) war der höchstgelegene Bergbaubetrieb
Mitteleuropas (1050 Meter).
Der Gipfel vom Berg Heufuder (Stóg Izerski, 1107 Meter) mit Baude, Seilbahnstation und Sendemast
Der Sky Walk in Bad Flinsberg (Świeradów-Zdrój)
Nach der tollen Rundumsicht geht es wieder abwärts.
Jozef Golba hat seine Vision verwirklicht und nicht nur eine neue
Baude, sondern auch noch diesen steinernen Aussichtsturm gebaut. Er
verdient größte Hochachtung für diese Leistung!
Dadurch entwickelte sich der Hochstein (Wysoki Kamień, 1058 Meter) in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Wanderziel.
Dadurch entwickelte sich der Hochstein (Wysoki Kamień, 1058 Meter) in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Wanderziel.
Die WANDER CARD (mit Übersetzung):
Aussichtsturm auf dem Hochstein
Ein Steinturm mit einer 20 Meter hohen überdachten Aussichtsplattform, erbaut in den Jahren 2015-2023
Aussichtsturm auf dem Hochstein
Ein Steinturm mit einer 20 Meter hohen überdachten Aussichtsplattform, erbaut in den Jahren 2015-2023









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