Mittwoch, 4. Mai 2011

Frühjahrsblüher - Wiesensalbei


Der Wiesensalbe(Salvia pratensisist durch seine Größe, Farbe und Blütenform (Lippenblüte) eine sehr auffällige Pflanze, die den meisten von uns aber nur in Form von Teebeuteln bekannt ist. Das liegt aber auch daran, weil sein Bestand in freier Natur doch recht abgenommen hat. Es lohnt sich einmal zu beobachten, wie seine Blüte funktioniert, sobald eine Hummel (die scharf auf ihren Nektar ist) versucht, in sie hineinzukriechen. Dann löst sie nämlich den sogenannten "Schlagbaum-Mechanismus" aus, der ihren Pollen auf dem haarigen Körper der Hummel abstreift.





Frühjahrsblüher - Niederliegender Ehrenpreis


Dort wo er vorkommt, tritt er inselartig in dichten Gruppen auf, der Niederliegende Ehrenpreis (Veronica prostrata). Ansonsten ist er in Mitteleuropa nur noch lokal zu finden und gehört in dieser Beziehung zu den mittlerweile sehr seltenen Ehrenpreisarten. Größere Vorkommen gibt es noch auf Trockenrasen auf den Basaltbergen des Böhmischen Mittelgebirges so wie hier auf der Radebeule bei Leitmeritz.




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Dienstag, 3. Mai 2011

Frühjahrsblüher - Wolliger Schneeball


Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) wird in den südlichen Ländern gern an Straßen angepflanzt. Ich konnte einen freistehenden Strauch im ehemaligen Steinbruch der Radebeule bei Leitmeritz im Böhmischen Mittelgebirge fotografieren. Er stand gerade in voller Blüte und allerlei Insekten tummelten sich auf seinen dichten weißen Blütenständen.





Kronwicken-Dickkopffalter


Dickkopffalter (Hesperiidae) werden systematisch zu den "unechten Tagfaltern" gerechnet. Ihr wichtigstes Merkmal (mit dem sie sich auch von den "echten Tagfaltern" unterscheiden) ist ihr Kopf, der ungefähr genauso breit ist wie ihr Thorax. Bereits im Frühjahr fliegen einige Arten, so wie der hier abgebildete Kronwicken-Dickkopffalter (Erynnis tages). Seine Raupen leben von den Blättern von Bunter Kronwicke sowie von einigen Hornkleearten. 



Montag, 2. Mai 2011

Frühjahrsblüher - Färberwaid


Diese gelbblühende Staude, die hier ganze Basaltfelsen überdeckt, wurde im Mittelalter und bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Gewinnung eines blauen Farbstoffs - des Indigo - überall angebaut. Es ist der Färberwaid (Isatis tinctoria). Gewonnen wurden die blaugrünen Stengelblätter, die man von der Pflanze abstreifte und in speziellen Mühlen zu einem Brei vermatschte. Aus diesen Brei formte man große Klöse, die man dann in feuchter Umgebung gären ließ. Daraus wurde in einem weiteren Arbeitsgang schließlich das Indigo gewonnen, welches man zum blaufärben des Leinens benötigte. Da heute Indigo künstlich hergestellt wird, scheint mir die Verwendung der Wurzeln der Pflanze zur Erzeugung eines Bitterlikörs zeitgemäßer zu sein.




Sonntag, 1. Mai 2011

Frühjahrsblüher - Violette Königskerze


Eine typische Art von Halbtrockenrasen ist die recht seltene Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum). Auf der Radebeule bei Leitmeritz im Böhmischen Mittelgebirge fangen sie gerade an (1. Mai) zu blühen. Ihre volle Pracht werden sie wahrscheinlich erst in ein zwei Wochen entfalten.





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Frühjahrsblüher - Stengelloser Tragant


Wenn einem kundigen Pflanzenfreund der Stengellose Tragant (Astragalus excapus) begegnet, dann ist das etwas ganz Besonderes. Er ist eine typische Steppenpflanze und kommt in Deutschland nur noch sehr lokal und selten vor (z.B. im Kyffhäuser). Erst in der Schweiz wird er etwas häufiger. Ein auf wenige Pflanzen begrenztes Vorkommen befindet sich im unteren Steinbruchbereich der Radebeule bei Leitmeritz im Böhmischen Mittelgebirge. Hier konnte ich ihn heute (1. Mai 2011) fotografieren.






Segelfalter auf der Radebeule


Einen unserer größten und schönsten Tagschmetterlinge konnte ich heute auf dem Gipfel der Radebeule bei Leitmeritz im Böhmischen Mittelgebirge beobachten und fotografieren. Vor 150 Jahren noch ein häufiger Allerweltsfalter ist er heute an vielen Orten verschwunden. Im Elbtal hat sich der Segelfalter (Iphiclides podalirius) jedoch halten können und ist lokal gar nicht selten. Seine Raupen leben u.a. an Schlehen und - wenn vorhanden - an Aprikosenbäumchen.




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Glänzender Blütenprachtkäfer


Dieser gerade einmal 5 mm lange Käfer (Glänzender Blütenprachtkäfer, Anthaxia nitidula) macht es sich gerade in der Blüte des Knöllchen-Steinbrechs gemütlich. Er fällt sofort durch seinen metallischen Glanz auf, der ihn wie ein Edelstein in der Sonne glänzen läßt. Seine Form verrät, daß es sich um einen Prachtkäfer (Buprestidae) handelt, von denen es in Mitteleuropa ca. 100 Arten gibt. 


Die Aufnahmen entstanden heute, am 1.Mai 2011, auf dem Berg Radebeule bei Leitmeritz, südlich der Porta Bohemica im Böhmischen Mittelgebirge. Da das Halsschild leicht rötlich angefärbt ist, wird es sich um ein Weibchen handeln. Der Glänzende Blütenprachtkäfer zeigt einen für Prachtkäfer außergewöhnlichen Geschlechtsdimorphismus: Bei männlichen Käfer ist der Halsschild genau so gefärbt, wie die Flügeldecken.


Frühjahrsblüher - Maiblume (Gemeiner Löwenzahn)


Der Gemeine Löwenzahn (Taraxacum officinale), die "Kuhblume", ist eine der wenigen Blumen, die im Anschluß an ihre Blütezeit ihren Namen ändern: Von "Maiblume" zu "Pusteblume":



Komischerweise ist sie in Gärten nicht gern gesehen, obwohl es eine höchst (nicht nur in botanischer Hinsicht) interessante Pflanze ist. Schneidet man die Blütenstengel in Stücke und wirft sie in ein Glas mit Wasser, dann verbiegen sie sich zu grotesken Formen. Aus den Blüten läßt sich ein honigähnlicher Sirup herstellen, der sich vorzüglich als Brotbelag eignet und die Russen wollen aus "ihrem" Löwenzahn demnächst Kautschuk gewinnen. Nicht uninteressant ist es zu beobachten, wie sich morgens seine Blüten "aufrollen" oder sie sich abends wieder schließen:


Und auch die Pusteblume ist bei näheren Hinschauen ein wahres Wunder der Natur:



Der Löwenzahn ist außerdem eine sehr ausdauernde Pflanze, die selbst dort wachsen kann, wo man es gar nicht vermutet. Deshalb hat auch zu DDR-Zeiten die Gruppe "Reform" eine Ode auf den Löwenzahn verfaßt:


Abseits von der Autobahn
und mitten durch ein Feld
führt ein schmaler Weg dahin
die Äcker sind bestellt


Erntewagen haben
ihre Spuren eingegraben
und dazwischen leuchtet gelber Löwenzahn
wie ein Teppich, um auf ihm ins Dorf zu fahr 'n


Als ich später wiederkomme
suche ich den Weg
Doch ich finde ihn nicht mehr
Asphalt ist aufgeklebt


Eine lange graue Straße führt bis hin zum Ort
das die Wagen schneller rollen fort und fort
unterm Asphalt ist der Löwenzahn verdorrt


Gestern aber kam ich wieder
einmal da entlang
Wie vergessen lag der Asphaltweg
vom Regen blank


Eine neue Straße hat ins Dorf sich aufgetan
denn die alte Straße fing zu bröckeln an
durch die Fugen nagt sich gelb der Löwenzahn


Seht der Löwenzahn
seht er ist ein Held
Seht der Löwenzahn
nichts schlägt ihn aus dem Feld


Seht der Löwenzahn
seht er ist ein Held
Seht der Löwenzahn
nichts schlägt ihn aus dem Feld

Aufnahme:  Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz




Maiwurm

Aufnahme:  M.Schäfer


Der Schwarzblaue Ölkäfe(Meloe proscarabaeus), der besonders im Mai an sandigen Wegrändern von Wiesen unterwegs ist und deshalb auch "Maiwurm" genannt wird, ist selten geworden. Die Aufnahme entstand in einem rekultivierten Braunkohletagebau bei Zittau / OL ("Olbersdorfer See"), wo er sich vor einiger Zeit wieder angesiedelt hat. Besonders interessant ist seine Lebensweise. Die Käferlarven, die im Boden aus den Eiern schlüpfen, kriechen schnurstracks auf eine Blüte, wo sie mit Geduld auf Solitärbienen warten. Wenn eine eintrifft, dann klammern sie sich an ihr fest und lassen sich in deren Bruthöhle tragen. Dort frißt sie sich sowohl am Vorrat der Bienenlarve als auch an der Larve selbst fett, bis sie sich verpuppt um im nächsten Mai wieder als Maiwurm an sandigen Wegrändern von Wiesen zu erscheinen. 

Maikäfer


Eine wahre Delikatesse soll, will man der Überlieferung glauben, eine Maikäfersuppe sein. Die Zubereitung, die sich ca. alle 4 Jahre lohnt, ist sehr einfach. Zuerst murkst man die frisch vom Baum geschüttelten Maikäfer (Melolontha melolontha) in kochenden Wasser ab. Dann entfernt man Flügel und Flügeldecken und röstet sie in Butter um sie anschließend in einer Fleischbrühe zu garen. Für eine Portion benötigt man ca. 30 Maikäfer. Trotzdem, ich werde weiterhin Maikäfer fotografieren und nicht in Form von Suppe auflöffeln.







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