Dienstag, 7. Juli 2026

Der Aussichtspunkt an der Barbarine auf dem Pfaffenstein

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Der 435 Meter hohe Pfaffenstein ist einer der interessantesten Tafelberge in der Sächsischen Schweiz. Hier befindet sich die Barbarine, die bekannteste Felsnadel vom Elbsandsteingebirge.
 

Man gelangt auf der B 172 (Pirna – Bad Schandau) nach Königstein. Am Kreisverkehr fährt man 2,3 Kilometer über die Bilatalstraße und Cunnersdorfer Straße nach Pfaffendorf zum Parkpatz am Pfaffensteinweg. 
GPS-Koordinaten vom Parkplatz:
50°54'22"N, 14°04'55"E
Der rote Wanderweg führt zum Pfaffenstein.
 

Auf dem roten Wanderweg gelangt vom gebührenpflichtigen Parkplatz man nach 350 Metern zum Waldrand (45 Höhenmeter in10 Minuten). 
 

Hier muss man sich entscheiden:
Durch das Nadelöhr:  800 Meter mit 125 Höhenmetern in 30 Minuten oder
Bequemer Weg:  1,2 Kilometer mit 130 Höhenmetern in 35 Minuten
 

Hier muss man sich entscheiden:
Durch das Nadelöhr:  800 Meter mit 125 Höhenmetern in 30 Minuten oder
Bequemer Weg:  1,2 Kilometer mit 130 Höhenmetern in 35 Minuten
 

Der Plan von einer Info-Tafel (Bequemer Weg = Normalaufstieg)
 

Dabei hat man hervorragende Durchblicke zum Lilienstein (409 Meter).
 
 

Weiter oben führt der Aufstieg über Metalleitern …
 

… durch das Nadelöhr.
 

Durch Die Schlucht blickt man von oben auf Pfaffendorf. 
 

Auf dem Plateau erreicht man nach 250 Metern den Pfaffensteinturm.
 

Der weitere Wanderweg führt an Aussichtspunkten vorbei …
 

… und über mehrere recht enge Treppen …
 

Nach 350 Metern zum Plateau am Keilerturm.
 

Der Weg zur Aussicht führt durch diese enge Felsspalte.
 

Und da steht sie: Die berühmte Barbarine!
 

Text von der Info-Tafel (fett + kursiv):
Daten zur Barbarine
1755. In der Königsteiner Chronik wird der Felsen unter dem Namen Jungfernstein im Zusammenhang mit folgender Sage genannt:
„Der Tradition nach aber ist die steinerne Jungfer das immerwährende Merkmal eines Strafgerichtes, nach welchem es geschehen seyn soll, daß eine Mutter ihre Tochter Sonntags habe heißen in die Kirche gehen, die Tochter aber sey währen der Kirche auf den Pfaffstein in die Heydelbeere gegangen, und als sie die Mutter daselbst angetroffen, habe sie die Tochter im Zorn verwünschet, daß sie müsse auf der Stelle zum Stein werden; worauf solches augenblicklich also geschehen, und daher diese zum Stein gewordene Jungfer auf immer allhier stehe, und mit ihrem Steinbilde alle ungehorsame Kinder warne."
Alte Postkarte von 1898
 

1826 Bezeichnung als „die hohe Berberine"
1905 Erste klettersportliche Besteigung der Felsnadel durch Rudolf Fehrmann und Oliver Perry-Smith.
Alte Postkarte von 1906
 

1924 Erste Begehung der besonders schweren Talseite durch den Schandauer Alfred Herrmann und Gefährten.
Alte Postkarte von 1912
 

1944 Blitzeinschlag in den obersten Gipfelkopf 
1946 Der drohende Absturz von Teilen des Gipfelkopfes hat erste Sicherungsarbeiten zur Folge.
Alte Postkarte von 1926
 

1964 Erneute Verwitterungsschäden bedingen wiederum Ausbesserungsarbeiten in den oberen Felsbereichen.
1975 Für die Barbarine wird ein Kletterverbot ausgesprochen.
1979 Umfassende Sanierung
Foto von der Info-Tafel
 

Der obere Teil der Barbarine 2025. Deutlich sind die Sicherungsmaßnahmen erkennbar.
Im Anhang finden Sie den Text auf der rechten Seite von der Info-Tafel:
Die Sanierung des geologischen Naturdenkmals
 

Eine von mehreren „Zielmarken“ am Felsen
 

Die Aussicht beschränkt sich auf einen kleinen Sektor von Osten …
 

… bis nach Süden hinter dem rechten Felsen.
 

Der Tafelberg Gohrisch (448 Meter), rechts dahinter der Kleine Winterberg (500 Meter)
 

Vorderer Lasenstein (398 Meter), Mittlerer Lasenstein (383 Meter) und Hinterer Lasenstein (374 Meter),
links hinten der Große Winterberg (556 Meter)
 

Hinter dem Hinteren Lasenstein (374 Meter): Der Zirkelstein (385 Meter)
 

Kleiner Zschirnstein (473 Meter) und Großer Zschirnstein (562 Meter), links dahinter der Rosenberg (Růžovský vrch, 619 Meter)
 

Der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník, 723 Meter)
 

Bei jedem Ausflug auf den Pfaffenstein (435 Meter) gehört ein Besuch dieser kleinen Felsenaussicht als Pflichtprogramm dazu, auch wenn nur einen kleinen Sektor einsehbar ist.
Der Hauptgrund dafür ist die Barbarine, das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz.
 

Die WANDER CARD von der Barbarine
 

Die  Barbarine auf einer Sonderbriefmarke von 1966
 
 
 
Anhang:
 
Text von der Info-Tafel (rechte Seite):
 
Die Sanierung des geologischen Naturdenkmals
 

Natürliche Verwitterungsprozesse, insbesondere die Einwirkung von Niederschlägen, Frost, Wind und Sonneneinstrahlung, Blitzeinschläge, aus früheren Sanierungen herzuleitende technische Schäden sowie mechanische Beeinträchtigungen im Zuge klettersportlicher Besteigungen verursachten Zerstörungen und Gefügelockerungen in den obersten Bereichen der von der Talseite her 42,7m hohen Felsnadel (Schartenhöhe 27,7 m), die ein Besteigungsverbot notwendig machten. Die drohende Gefahr des Absturzes beträchtlicher Felsteile erforderte Sicherungsmaßnahmen, für die der Rat des Kreises Pirna nach Konsultation von Fachwissenschaftlern 1979 und in den folgenden Jahren umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung stellte. Die Durchführung der vielbeachteten Sanierung lag in den Händen von Bergsteigern des DWBO der DDR. Nach einer Untermauerung wurden in den oberen Gipfelkopf 350 Liter Kieselsäureester aus der Produktion des VEB Chemiewerkes Nünchritz mit dem Ziel eingeführt, eine Wiederverfestigung des lockeren Sandsteines durch Ausscheidung eines Kieselsäuregels im Porenraum zu erreichen. Die auf dem Gipfelkopf aus einem Gemisch von Epoxydkunstharz und Feinsand aufgebrachte Kappe und eine Behandlung oberer Felsbereiche mit wasserabstoßenden Silikonharzlösungen verhindern die für den Bestand der Barbarine gefährliche wiederkehrende Durchfeuchtung. Injektionen und Sprüharbeiten müssen in bestimmten Zeitabständen wiederholt werden, um das Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges so lange wie möglich zu erhalten. Das Kletterverbot an der Barbarine bleibt bestehen, um das mit Beschluß des Rates des Bezirkes vom 13. 12. 1978 im Landschaftspflegeplan für das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz ausgewiesene geologische Naturdenkmal zu schützen und die Wirksamkeit der steinkonservierenden Behandlungen nicht zu beeinträchtigen.
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