Mittwoch, 14. Mai 2025

Der Aussichtsturm der Kathedrale St. Stephan Leitmeritz

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Leitmeritz (Litoměřice) zählt zu den schönsten Städten in Böhmen. Sie liegt malerisch an der Elbe und ist durch die denkmalgeschützte Altstadt und den Weinanbau bekannt. 
Eines der Gebäude, die das Stadtbild von Leitmeritz (Litoměřice) prägen, ist der St.-Stephans-Dom (Katedrála sv. Štěpána). Der nebenstehende Glockenturm ist seit 2010 als Aussichtsturm begehbar. 
Foto aus dem Kelchhaus


Für einen entspannten Aufenthalt in Leitmeritz (Litoměřice) bieten sich freie Parkplätze an den Straßen Labská oder Dolní Rybářská an. Von dort erreicht man nach wenigen hundert Metern die Kathedrale.
 

Die schmale und leicht ansteigende Straße Máchova führt zum Domberg.
Der ursprüngliche romanische Bau wurde um 1057 gegründet. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein Vorgängerbau abgerissen. Die heutige Kathedrale St. Stephan entstand zwischen 1760 und 1780.. 
 

Text von der Info-Tafel (automatisch übersetzt):
Der Turm der Kathedrale St. Stephan
Der Turm der Kathedrale St. Stephan, der aus einer Höhe von über 50 Metern einen Blick auf die Stadt und ihre Umgebung bietet, ist seit Mai 2010 zugänglich. Die barocke Kathedrale St. Stephan in Leitmeritz und die vorherige gotische Kirche besaßen ursprünglich keinen Turm. Ein separater Turm außerhalb der Kirche wurde von Bischof Hugo Graf Königsegg (1711-1720) errichtet. Es gelang ihm jedoch nur, ein elf Meter hohes Fundament zu errichten, auf dem ein barocker Glockenturm aus Holz errichtet wurde.
Druck um 1850
 

Erst Bischof Antonín L. Frind (1879-81), ein bekannter Historiker, forderte die Fertigstellung des Turms, der erst in den Jahren 1883-89 nach dem Entwurf des Wiener Architekten Heinrich Ferstel vom Leitmeritzer Baumeister Franz Sander errichtet wurde.
Alte Postkarte von 1909
 

Die Aussicht von hier aus ist wunderbar in alle Himmelsrichtungen sowie auf andere touristische Ziele in der Umgebung.
Alte Postkarte um 1940
 
Der Blick auf Leitmeritz vom Elbufer aus ist ohne den Turm unvorstellbar. Der gesamte Domberg mit der Kathedrale St. Stephan gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt Leitmeritz.
Alte Postkarte von 1930
 

Der Glockenturm ist wesentlich höher als der Dom und zählt zu einem von fern sichtbaren Wahrzeichen des Dombergs von Leitmeritz. 
Alte Postkarte von 1927
 

Aussichtsturm und Kathedrale sind mit einem Bogen verbunden
 

Der Turm hat eine Gesamthöhe von 65 Metern. Die Aussichtsplattform liegt über der Turmuhr.
 

Der Aufsteller zeigt, ob der Turm geöffnet ist.
 

Hier kann man Eintrittskarte und Souvenirs erwerben.
 

Die gewendelte Steintreppe im unteren Bereich hat 118 Stufen.
 

Auf der Zwischenetage befindet sich eine Ausstellung über der Geschichte der Bischöfe.
 

Das historische Uhrwerk der Turmuhr
 

Die Holztreppe im oberen Teil hat 83 Stufen.
 

Die Glocken der Kathedrale
 

Nach insgesamt 201 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in 50 Meter Höhe.
Hier der Blick nach Westen mit Radebeule (Radobýl, 399 Meter).
 

Die Aussicht nach Norden mit dem Radischken (Hradiště u Hlinné, 545 Meter)
 

Der Nordosten bis zum Geltschberg (Sedlo, 726 Meter)
 

Die Elbe im Osten
 

Der Südosten mit der Elbbrücke, in der Mitte am Horizont der Sankt Georgsberg (Říp, 456 Meter)
 

Der Südwesten mit der Hasenburg (Hazmburk, 418 Meter). 
Mit Radebeule (Radobýl, 399 Meter) ganz rechts schließt sich der Rundumblick.
 

Jetzt größer:
Die Parkanlage der bischöflichen Residenz
 

Der Berg Radebeule (Radobýl, 399 Meter) mit Gipfelkreuz
 

Der Eisberg (Plešivec, 509 Meter)
 

Der Radischken (Hradiště u Hlinné, 545 Meter), davor der Hügel Kiesel (Kamýk, 455 Meter)
 

Der Kreuzberg (Kreuzberg (Křížová hora, 590 Meter)
 

Der Goldberg (Liščín, 437 Meter)
 

Der Geltschberg (Sedlo, 726 Meter)
 

Die Elbe (Labe) – An der Elbbrücke liegt der Zusammenfluss mit der Eger (Ohře), die leider von Bäumen verdeckt wird.
Zum Vergleich: die alte Postkarte von 1940.
 

Am Horizont: Der Sankt Georgsberg (Říp, 456 Meter)
 

Das Wahrzeichen vom Böhmischen Mittelgebirge (České středohoří) ist die Hasenburg (Hazmburk, 418 Meter): Oben der 26 m hohe eckige "Weißen Turm", unten der 25 Meter hohe runde „Schwarze Turm“.
 

Der Berg Kostial (Košťál, 481 Meter) mit Burgruine
 

Die Wenzelskirche (Kostel sv. Václava)
 

Die Bürgerschule im Neorenaissancestil, jetzt Grundschule „Božena Němcová“ (Základní škola Boženy Němcové)
 

Über dem grünen Dach in der Sonne: Der Aussichtsturm vom Kelchhaus (Vyhlídková věž Kalich)
 – Wahrzeichen der Stadt Leitmeritz (Litoměřice)
 

Die Allerheiligenkirche (Kostel Všech svatých)
 

Jesuitenkolleg Leitmeritz (Jezuitská kolej) und die Kirche der Verkündigung der Jungfrau Maria (Kostel Zvěstování Panny Marie)
 

Die Turmspitze der Kathedrale St. Stephan (Katedrála sv. Štěpána)
 

Der Aussichtsturm der Kathedrale St. Stephan bietet eine spektakuläre Sicht auf Leitmeritz und Umgebung. Bei einem Besuch der Stadt sollten Sie eine Gelegenheit zum Aufstieg unbedingt nutzen.
Es lohnt sich!
Öffnungszeiten sind:
Mai + Oktober: Sa/So10-17 Uhr
Juni - Sep.:   tägl. 10-17 Uhr

Noch vier Touristische Visitenkarten (automatisch übersetzt):
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Turm des Stephansdoms
Aussichtsgeschoss in der Höhe 40 m, 200 Stufen, erschlossen im Jahr 2010.
Errichtet nach dem Entwurf des Wiener Architekten Heinrich Ferstel in den Jahren 1883-89.
 

TOURISTISCHE VISITENKARTE
Stephansdom in Leitmeritz
Frühbarocker Bau aus den Jahren 1664-1668 mit einer Sammlung der Altarbilder von Karel Škréta
 

TOURISTISCHE VISITENKARTE
Leitmeritz
Altertümliche königliche Stadt am Zusammenfluss der Elbe und Eger, Sitz des Bistums der Leitmeritzer Diözese, für ihre fruchtbare Lage genannt als Garten Böhmens
 

TOURISTISCHE VISITENKARTE
Diözese Leitmeritz
Domberg, Sitz des Bistums mit der dominierenden Kathedrale St. Stephan aus den Jahren 1663-70

 

Samstag, 10. Mai 2025

Der Johannisturm (Coselturm) der Burg Stolpen

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Die Burg Stolpen liegt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie entstand im 12. Jahrhundert als Höhenburg und wurde später als Schloss und Festung genutzt.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie sich selbst überlassen und verfiel. Zur napoleonischen Zeit wurden wieder Verteidigungsanlagen errichtet. Auf dem Rückzug sprengte die französische Armee 1813
große Teile der Burganlage.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung.
Heute ist die Burganlage eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sachsens.
Einer der drei begehbaren Türme ist der Johannisturm, der heute meist Coselturm genannt wird.

 

Die Stadt Stolpen liegt knapp 30 Kilometer östlich von Dresden.
Auf der S 159 fährt man Richtung Neustadt in Sachsen. Entlang der Schützenhausstraße gibt es mehrere große Parkplätze.
 

Auch am Marktplatzmit mit der Postmeilensäule gibt es begrenzte Parkmöglichkeiten.

 

Am Burghotel in der Schloßstraße ist der Coselturm dargestellt. Die Basaltsäulen zeugen von der vulkanischen Vergangenheit des Burghügels.
 

Das Torhaus ist der Eingang zur Burg.
Texte von den Info-Tafeln sind in dem Beitrag kursiv dargestellt:
Torhaus mit Zugbrücke und Durchfahrt (Doppeltor) 
Der Oberlandbaumeister Wolf Caspar von Klengel errichtete auf Befehl des Kurfürsten Johann Georg II. bis 1675 die Festungswerke. Stolpen erhielt endgültig den Charakter einer neuzeitlichen Festung.


Die Burg Stolpen im Überblick auf einer Info-Tafel
Die Bergfestung Stolpen erstreckt sich über eine Länge von 200 m in ost-westlicher Richtung. Sie folgt damit der Ausbruchspalte des Vulkans, der vor etwa 25 Millionen Jahren das heutige Naturdenkmal Stolpener Basalt formte. 
Die Vierhofanlage Stolpen ordnet man dem Typenkomplex einer Abschnittsburg zu, da jeder Abschnitt (Burghof) über separate Verteidigungsmöglichkeiten verfügte. Als Kurfürst August 1586 starb, galt das Schloss Stolpen als „wohl ausgebauet mit dreien Vorhöfen und den daran stoßenden Gebäuden, darauf ein stattliches Inventarium“.

Der erste Burghof mit dem Kornhaus:
I. Burghof (untere Vorburg) 
Die äußere Vorburg war seit der ersten Gründung der Veste als Standort von Wirtschaftsgebäuden in die Wehranlage einbezogen. Hier befanden sich vor allem Vieh- und Kornhäuser sowie eine Zisterne.

I
I. Burghof (obere Vorburg) 
Den Wirtschaftshof (Zufahrt an die Kornböden) dominiert linker Hand der Johannis-(Cosel-)turm mit einem bischöflichen Reichsadlerwappen. Rechts steht der Schösserturm mit kurfürstlichen Wappen.

 Schösserturm 
Der Name ist abgeleitet von „schoss", einer alten Bezeichnung für Steuern. Bemerkenswert sind die spätgotischen Vorhangbogenfenster und ein Abhörspalt, mit dem Wartende belauscht werden konnten.


Die Mauern wurden direkt auf den Basaltsäulen errichtet.

Der Eingang zum 3. Burghof


Das dominierende Gebäude auf der linken Seite ist der 34 Meter hohe Johannisturm. 
Der Rundturm ist über den Treppenturm begehbar.


Über 8 Außenstufen erreicht man den Eingang zum Treppenturm von der Westseite.
Darüber befindet sich das Kursächsische Wappen mit dem Schildhalterlöwen.
Johannis-(Cosel-)turm 
Bischof Johann VI. von Salhausen ließ den Wehrturm bis 1509 errichten. Er wurde dem Evangelisten Johannes, Hauptpatron des Stifts Meißen, gewidmet. Man nennt ihn heute auch den Coselturm.


Blick auf den Schösserturm

Auf jeder der sechs Etagen gibt es eine Ausstellung, hier mit einem historischen Kachelofen.
Hier wird auch von einem geschichtsträchtigen Ereignis berichtet: 
Erster Schuss des Siebenjährigen Krieges (1756-1765) 
Der erste Schuss des Siebenjährigen Krieges ist auf der Festung Stolpen gefallen. Am 3. September abends gegen 6.00 Uhr überrumpelte der preußische Oberstleutnant von Warnery mit vorgehaltener Waffe die arglose Festung, deren Tore weit offen standen und deren Wachsoldaten mit ungeladenen Gewehren aus Bauern der umliegenden Dörfer bestanden. Vom Festungskommandanten Generalmajor von Liebenau forderte er die Übergabe der Festung, wobei sich „aus Versehen“ ein Schuss aus seiner Pistole löste, der den Kommandanten in die linke Seite traf. Stolpen wurde für zwei Wochen preußisch besetzt. Die Schussverletzung überlebte der 73-jährige Liebenau.


Die steinerne Wendeltreppe im Turminneren hat 97 Stufen 

Dem Leben und der Gefangenschaft der Gräfin Cosel sind drei Etagen gewidmet:
Weihnachten 1716 ließ Kurfürst Friedrich August I. (der Starke) seine ehemalige Mätresse Gräfin Anna Constantia von Cosel als Staatsgefangene in Stolpen inhaftieren. Erst lebte sie im Zeughaus, nach einem Brand musste sie die letzten zwei Jahrzehnte bis zu ihrem Tod 1765 in den als Wohnturm umgebauten Johannisturm umziehen. 
Deshalb erhielt der Johannisturm im Volksmund den Namen „Coselturm“.
Gemälde von Constantia von Brockdorff, ab 1706 "Gräfin von Cosel" und Adolph Magnus Freiherr von Hoym


Nach insgesamt 105 Stufen erreicht man den Umgang mit den Aussichtsfenstern in 20,6 Meter Höhe.

Der Blick nach Südwest über den 3. und 4. Burghof mit dem Seigerturm und Siebenspitzenturm.


Im Süden: Großer Zschirnstein (562 Meter) und Hoher Schneeberg (Děčínský Sněžník, 723 Meter)

Die Aussicht nach Westen ist durch hohe Bäume stark eingeschränkt.
Ganz links: Der Triebenberg (383 Meter)

Im Norden: Links Keulenberg (413 Meter), in der Mitte der Schleißberg (423 Meter), dann Ohorner Steinberg (432 Meter)

Im Nordosten endet die Aussicht.
Tanneberg (385 Meter), Butterberg (384 Meter) und Rüdenberg ( 444 Meter)

Jetzt größer:
Der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník, 723 Meter), links vorn  Gohrisch (448 Meter), rechts Lilienstein (415 Meter).

Großer Zschirnstein (562 Meter)

Großer Winterberg (556 Meter)

Aussichtsturm und Sendemast auf dem Ungerberg (537 Meter)

Der Schleißberg (423 Meter) bei Ohorn

Der Keulenberg (413 Meter) mit Sendeturm

Supermarkt und Tankstelle an Ortseingang von Stolpen und die Bischofswerdaer Straße nach Lauterbach

Die beiden anderen begehbaren Türme der Burg Stolpen, dazwischen der Triebenberg (383 Meter)

Der Siebenspitzenturm

Der Seigerturm

Die Dachkonstruktion vom Coselturm

m schmalen Umgang der Aussichtsetage

Der untere Eingang vom Coselturm an der Nordseite

Seigerturm und Coselturm vom hintersten Burghof aus gesehen

Bei einem Besuch der Burg Stolpen gehört ein Aufstieg im Johannis- oder Coselturm unbedingt dazu.- Geschichte in jeder Etage und eine tolle Aussicht über die Burganlage, den Ort Stolpen und bis nach Böhmen.


 Die WANDER CARD von Stolpen 

Freitag, 9. Mai 2025

Mond und Jupiter am 30. 04. 2025

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Handy-Aufnahme um 21:24 Uhr MESZ:
Die zunehmende (überbelichtete) Mondsichel, links darunter der Jupiter


Abbildung aus dem KOSMOS HIMMELSJAHR 2025 Seite 98
 

Mondsichel  um 21:05 MESZ
Lumix TZ 71 ohne Stativ
24x Optischer Zoom  + 2x Digitalzoom 
( = Äquivalenzbrennweite 1440 mm)
 

Der Abstand Jupiter – Mond beträgt um 21 Uhr MESZ 4,9 Grad.
 

Die schmalen Mondsichel und das aschgraue Licht. 
Über dem Mond: Der Stern Elnath (β Tauri)
 

Foto mit der Spur eines Flugzeuges
 


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