Samstag, 29. August 2015

Leseprobe 20: Panoptikum interessanter Dinge und Begebenheiten



TB: Seite 82

Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten
So in dem englischen Film von 1965 „Those Magnificent Men in Their Flying Machines or How I Flew from London to Paris in 25 Hours 11 Minutes”, den man für die deutschen Filmplakate auf den etwas kürzeren und einprägsameren Titel “Die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten” eingedeutscht hat. Für jemanden, der sich für die Geschichte der Luftfahrt interessiert, war das ein ähnlich amüsanter Film wie der Film „Schussfahrt nach San Remo“ (mit André Robert Raimbourg (1917-1970), besser bekannt als „Bourvil“) für diejenigen, die sich mehr für die Geschichte des Straßenradsports interessieren. Die „tollkühnen Männer“ sind Piloten („Richt'ge Männer wie wir…“), die mit ihren aus Sperrholz und Klavierseitendraht zusammengeschusterten Fluggeräten im Jahre 1910 ein von einer Gazette ausgerichtetes Wettfliegen über den Ärmelkanal bestreiten möchten. Und da darf natürlich eine Abordnung aus dem deutschen Kaiserreich (schließlich war unser Kaiser Wilhelm II. ein Enkel der britischen Königin Victoria!) nicht fehlen, übrigens überaus stilsicher repräsentiert durch Oberst Manfred von Holstein und seinem Adjutanten Hauptmann Rumpelstoß.

Gert (Karl-Gerhart) Fröbe

Ersterer unvergleichlich preußisch gespielt von Gert Fröbe. Hauptmann Rumpelstoß dagegen (gespielt von Karl-Michael Vogler), der eigentlich als Pilot der kaiserlichen Luftmaschine vorgesehen war, fiel leider krankheitsbedingt aufgrund einer akuten Diarrhoe aus, weshalb Oberst Holstein mit den markigen und unvergessenen Worten „Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!“ dessen Part übernehmen musste. Wie sich denken lässt, gelang es ihm trotz intensiven Studiums der Gebrauchsanleitung des Fluggeräts (genauer der „Heeresdienstanweisung zur Bedienung eines Flugzeugs“) nicht, dieses über den Ärmelkanal zu lenken… 1910 war ein Jahr, wo das motorgetriebene Flugzeug durchaus schon ein brauchbares Fluggerät war. Ein Jahr zuvor gelang dem Flugpionier Louis Blériot (1872-1936) die erstmalige Überquerung des Ärmelkanals.
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Freitag, 28. August 2015

Nördliche Fruchtwanze


Die Nördliche Fruchtwanze (Carpocoris fuscispinus) findet man im Hochsommer auf allen möglichden Doldengewächsen sowie manchmal (in Anzahl) auf Königskerzen..,

Colorado-Käfer


Weit, weit weg von einem Kartoffelacker fand ich am Rande eines Waldwegs auf einer Brennessel diesen ehemals von Kartoffelbauern gefürchteten Käfer mit Namen Leptinotarsa decemlineata.


Leseprobe 19: Panoptikum interessanter Dinge und Begebenheiten



TB: Seite 36

Wann ist Musik Musik?
Aber vielleicht ist es ähnlich wie mit dem Versuch, ein für alle Mal definieren zu wollen, was beispielsweise „Musik“ ist? Zumindest für den Autor gilt hier die zwar subjektive, aber ansonsten pragmatische Antwort – „ich weiß es in dem Moment, wenn ich sie höre…“ Dabei ist genaugenommen die Frage, wann „Geräusche“ in Musik und „Musik“ in Geräusche umschlagen, ähnlich schwer zu beantworten, wie die Frage des Übergangs zwischen unbelebter und belebter Natur am Ende der chemischen Evolution vor ca. 3,8 Milliarden Jahren. Diese Frage ist vielleicht sogar noch schwieriger, da die Einschätzung, wann Geräusche „Musik“ sind, nur subjektiv möglich ist, während sich die zweite Frage zumindest theoretisch objektiv beantworten lässt. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass manche moderne Orchesterwerke einem Menschen wie Johann Sebastian Bach (1685-1750) wie üble Geräusche vorgekommen wären. Aber daran erkennt man auch, dass Musik „Zeitgeist“ ist, also nach Johann Gottfried Herder (1744-1803) die Mentalität einer Epoche widerspiegelt. Wenn man die Welt verstehen will, kommt man nicht umhin, sie historisch zu analysieren.

Kognitive Fehlleistungen
Denn, wie Karl Jaspers (1883-1969) es einmal gar trefflich ausgedrückt hat: „Wer nur die Gegenwart kennt, muss verblöden“ – womit wir beim Thema der kognitiven Fehlleistungen und damit bei einer Weltmacht ohnegleichen angelangt sind, der Dummheit. Ihr Gegenteil ist in gewissem Sinn der Verstand. Und nichts auf der Welt ist gerechter verteilt, als der Verstand, denn jeder denkt, er hat davon genug abbekommen. Beides, Dummheit und Verstand, bilden einen dialektischen Gegensatz und beide sind allgemeine menschliche Phänomene, welche die Welt verändern können – im Guten wie im Schlechten. „O sancta simplicitas!“ sollen die letzten Worte Jan Hus auf dem Scheiterhaufen gewesen sein, auf dem man den großen böhmischen Reformator am 6. Juli des Jahres 1415 in Konstanz verbrannte. Hätte man zu diesem Zeitpunkt schon diese politisch äußerst dumme Tat in ihren Konsequenzen überblickt, hätte man für die folgenden Jahrzehnte viel Leid verhindern können. Aber andererseits, wenn es nicht zu den Hussitenkriegen gekommen wäre, hätte es halt andere Kriege gegeben… Nun ja, die menschliche Dummheit…


Dummheit als Weltmacht
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Donnerstag, 27. August 2015

Haus- und Ringeltaube





Leseprobe 18: Panoptikum interessanter Dinge und Begebenheiten



TB: Seite 511

Begabte Damen als „menschliche Rechenmaschinen“
Für die oftmals eintönigen Berechnungen, wie sie insbesondere die Störungsrechnung bedarf (hier werden die Einflüsse der großen Planeten z. B. auf die Bahn eines Planetoiden oder Kometen, in die Bahnbestimmung und Ephemeridenrechnung mit einbezogen), wurden von den Astronomen gern rechnerisch begabte Damen angestellt, die quasi den Part des heutigen Computers übernahmen. Einige von ihnen lieferten selbständig wichtige Forschungsergebnisse und wurden auch entsprechend in der Wissenschaftsgemeinde anerkannt. Luise de Pierry (1746- nach 1807) war beispielsweise die erste Frau, die ab 1789 an der Pariser Sorbonne Astronomie gelehrt hat. Sie beschäftigte sich insbesondere mit Berechnungen von Sonnen- und Mondfinsternissen. Die von ihr erhaltenen Ergebnisse sind zu einem großen Teil in die Arbeiten de Lalande’s eingegangen, der sie darin auch entsprechend würdigt. Auch dessen illegitime Tochter, Marie-Jeanne de Lalande (1769-1832), arbeitete als Astronomin. Ihr bekanntestes Werk war ein Sternkatalog von ca. 10.000 Sternen, der im Jahre 1799 veröffentlicht wurde.

Eine kluge Frau korrigiert Newton

Ganz besonders zu erwähnen ist noch Marquise Émilie du Châtelet (1706-1749), die trotz ihres kurzen Lebens (sie starb nach der Geburt ihres Kindes wahrscheinlich an Kindbettfieber) als eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen in der Zeit der Aufklärung gilt und die z. B. mit Voltaire (1694-1778) nicht nur eng befreundet, sondern auch dessen Lebensgefährtin war, und die sogar mit dem Preußenkönig Friedrich II. regelmäßig korrespondierte. Auf Anregung Voltaires, der um 1737 selbst ein populäres Buch über die Newtonsche Mechanik geschrieben hatte, beschäftigte sie sich mit einer Übersetzung ins Französische sowie der geistigen Durchdringung von Newtons Hauptwerk, der „Principia mathematica“. Dabei begann sie dessen schwer verständlichen mathematischen Calculus in die mittlerweile immer beliebter gewordene Leibniz’sche Schreibweise anzupassen, was sehr zur Verbesserung der Verständlichkeit von Newtons Hauptwerk beitrug. Was auch wenig bekannt sein dürfte, ist, dass das Konzept der „lebendigen Kraft“, die wir heute unter dem Begriff der „kinetischen Energie“ kennen, im Wesentlichen auf du Châtelet zurückgeht und die damit einen wesentlichen Fehler Newtons korrigierte (Newton nahm noch an, dass die Bewegungsenergie der Geschwindigkeit proportional sei. Sie ist aber dem Quadrat der Geschwindigkeit proportional). Auch ein großer Teil ihrer philosophischen Reflexionen sind in die Geschichte der Aufklärung eingegangen. Sie vertrat dabei vehement Auffassungen, die weitgehend mit denen Voltaires übereinstimmten. So kritisierte sie ganz allgemein Offenbarungstheologien und machte sich selbst (was damals noch mutig war) über die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments lustig, in dem sie schrieb: „Wie amüsant, dass die ersten drei Tage [der Schöpfungsgeschichte] durch Abend und Morgen begrenzt wurden, bevor am 4. Tag die Sonne erschaffen wurde…“. Marquise Émilie du Châtelet war ohne Zweifel eine der gebildetsten und bestens vernetzten Frauen jener Zeit, deren Arbeiten auch von der Männerwelt, welche damals monopolistisch den Wissenschaftsbetrieb beherrschten, neidlos anerkannt wurden. Es ist schade, dass sie neben ihrem Lebensgefährten Voltaire in Bezug auf die Rezeption ihrer Werke immer noch ein Schattendasein führt.
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Mittwoch, 26. August 2015

Brauner Waldvogel - "Schornsteinfeger"

Ein Gastbeitrag von Werner Schorisch, Zittau

Einer der wenigen Tagfalter, den es noch in großer Zahl gibt, ist der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus). 




Gallische Feldwespe


Fällt durch ihre langen, orangenen Beine und orangene Antennen auf - die Gallische Feldwespe (Polistes dominula). Man sollte sie in Ruhe lassen, denn sie sind alles andere als angriffslustig und dafür lieber beobachten, wie die Arbeiterinnen (Feldwespen sind eusoziale Faltenwespen) Holz für ihre Brutzellen abnagen (wie hier von einer alten Sitzbank im Schülerbusch bei Zittau - bei der großen Pyramidenpappel) oder nach anderen Insekten jagen...







Weichwanze Leptopterna dolabrata


Männchen der nicht seltenen Weichwanze Leptopterna dolabrata.

Leseprobe 17: Panoptikum interessanter Dinge und Begebenheiten



TB: Seite 473

Die Entstehung unseres Universums aus dem Quantenvakuum

Dass die Idee, dass unser Universum aus einem quasi zeitlosen Quantenuniversum (vielleicht zusammen mit vielen anderen) durch so etwas wie eine Vakuumfluktuation hervorgegangen sein könnte, nicht ganz von der Hand zu weisen ist, konnte 1973 bereits Edward Tryon zeigen. Ihm fiel etwas auf, was bereits zwei Jahrzehnte vorher Pascual Jordan (1902-1980) aufgefallen war: Ein Kosmos mit einer flachen (d. h. euklidischen) Geometrie besitzt die Gesamtenergie Null. In diesem Fall ist nämlich die Summe aller Einzelenergien der Teilchen, die den Kosmos ausmachen, genau so groß wie der Betrag ihrer wechselseitigen Gravitationsenergien (die bekanntlich ein negatives Vorzeichen besitzen). Wenn das aber der Fall ist, dann kann man sich die Heisenbergsche Energieunschärferelation hernehmen (sie lautet, dass das Produkt aus Energie und Zeit immer größer oder gleich einer speziellen Naturkonstante, dem Planck’schen Wirkungsquantum, sein muss) und wie folgt argumentieren: Je mehr sich die Gesamtenergie des Universums dem Wert Null nähert, desto länger erlaubt die Unschärfebeziehung die zeitliche Existenz dieser Fluktuation. Ist der Energiewert sogar exakt Null, dann wird die dazugehörige Quantenfluktuation („Universum“) ewig existieren. Überlegungen dieser Art nähren die Vermutung, dass es auch jenseits des Urknalls ein Universum gibt, ein Quantenuniversum - vielleicht ohne Zeitlichkeit, mit mehr räumlichen Dimensionen und der Potentialität, aus sich heraus ganze „klassische“ Universen entstehen zu lassen, die dann wiederum so etwas wie ein Multiversum bilden. Wie gesagt, die Physik und Mathematik sprechen nicht dagegen. Aber auch hier steht die Frage nach der Überprüfbarkeit - und die dürfte schwierig werden, denn wir sind kausal in „unserem“ Universum gefangen. Das Einzige, was in dieser Hinsicht vielleicht bleibt, ist die Stringenz einer zukünftigen Theorie, die einen genau definierten, aber prinzipiell nicht überprüfbaren Anfangszustand postuliert. Wenn sie plausibel und auf der Grundlage der Naturgesetze logisch und nachvollziehbar erklärt, was vor 13,7 Milliarden Jahren geschehen sein muss, damit sich ein Universum voller Galaxien, Sterne - und Leben bis hin zur Komplexität des Bewusstseins und der Intelligenz bilden konnte, dann kann man auch den Bedingungen, denen solch eine Theorie zugrunde liegt, vertrauen, ohne sie direkt überprüfen zu können. Aber diesen Status hat noch keine einzige der bis heute vorgeschlagenen Quantengravitationstheorien erreicht.
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Dienstag, 25. August 2015

Unsere Sonne am 25.08.2015

Ein Gastbeitrag von Matthias Dopleb, Zittau

Zur Zeit (25.08.2015) ist eine hübsche Sonnenfleckengruppe auf unserem Zentralgestirn zu beobachten. Mit entsprechenden Filtern ist sie bereits im Feldstecher gut zu sehen. Die Aufnahmen entstanden mit einem APO 80/480 (2x Barlow).




Montag, 24. August 2015

Trupp Weißstörche bei der Rast


Am Sonntag (23.04.2014) machten auf einem Acker auf dem Kummerberg bei Zittau (Oberlausitz) insgesamt 9 Weißstörche auf ihren Weg nach Afrika Rast... (hier sind nur 5 auf dem Bild)





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