Sonntag, 19. Dezember 2021

Der Turm der Schlosskirche in Wittenberg

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

Die Stadt Wittenberg hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, von denen vier zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Am bekanntesten ist sicher die Schlosskirche als bedeutendstes Gebäude der Reformationsgeschichte.



Sie liegt am westlichen Rand der Altstadt.
Günstige Parkmöglichkeiten bestehen an der Pfaffengasse und vor allem zwischen Kurfürstenring und der Eisenbahnstrecke.


Der Turm hat eine Gesamthöhe von 88 Meter. Die Aussichtsplattform ist 52 Meter hoch. Ansicht von der Pfaffengasse aus


Ansicht aus der Parkanlage westlich von Kirche und Schloss

Beim Neubau des Schlosses am Ende des 15. Jahrhunderts wurde ab 1496 mit dem Bau der Kirche begonnen.

Im Jahr 1503 erfolgte die Kirchweihe.

Seit 1507 war die Schlosskirche auch Universitätskirche. 1760 brannte die Kirche im Siebenjährigen Krieg aus. Danach wurde 1770 ein Schlossturm als Kirchturm umgebaut.

Zu Martin Luthers 400. Geburtstag  im Jahr 1883 erfolgte der Umbau zum „Denkmal der Reformation“. Dabei wurde die Turmhaube neu errichtet.

Unterhalb die Worte eines Kirchenliedes von Luther:
„Ein feste Burg ist unser Gott, …


… ein gute Wehr und Waffen“

Die Kirche von der Schlossstraße aus

Die Tür, an der Martin Luther 1517 seine 95 Thesen angeschlagen haben soll.

Das Original verbrannte 1760. Die heutige Thesentür aus Bronze schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1858 der Stadt Wittenberg.


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Im Inneren der Schlosskirche.

Zum 500. Jubiläum des Thesenanschlags wurde die Schlosskirche für 8,2 Millionen Euro grundlegend saniert.

Die Kanzel mit den vier Evangelisten

Das Fürstengestühl – Dieses aufwendig gestaltete Chorgestühl wurde von den deutschen Fürsten gestiftet.

Vorn der Taufstein aus Eisenguss


Die Orgel wurde mehrfach umgebaut und besitzt etwa 3500 Pfeifen.

Die Empore ist mit Adelswappen geschmückt.


Die Figur Johanns des Beständigen

Unter der Kanzel wurde Martin Luther beigesetzt.

Die Bronzetafel auf Luthers Grab

Auf der gegenüberliegenden Seite: Das Grab von Philipp Melanchthon

Der Aufstieg im Turm ist vom Schlossplatz aus möglich.


Insgesamt sind 289 Stufen zu überwinden.


Auf der Aussichtsplattform in 52 Meter Höhe


Das Dach ist mit bunt glasierten Ziegeln im Rautenmuster eingedeckt.

Rechts der Schlosshof - Ab 2013 erfolgte die Sanierung mit einem modernen Umbau des Schlosses. Dafür erhielten die Architekten 2019 den Deutschen Architekturpreis.


Blick nach Osten zum Stadtzentrum von Wittenberg.
Links die Coswiger Straße, rechts die Schlosstraße


Die Stadtkirche St. Marien ist die Predigtkirche von Martin Luther. Die Heilige Messe wurde hier zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert. Seit 1996 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Über die 452 Meter lange Elbbrücke führt seit 2000 die Bundesstraße B2.

Die Elbwiesen, davor der Dessauer Ring (B187) und der Turm des Wittenberger Schlosses

Das Amtsgericht Wittenberg

Abstieg vom Turm


Die Schlosskirche gehört seit  1996 als bedeutendstes Gebäude der Reformationsgeschichte zum UNESCO-Welterbe.

Deshalb ist bei einem Besuch der Lutherstadt Wittenberg die Besichtigung von Schloss und Schlosskirche unverzichtbar. Genießen Sie bei schönem Wetter auch die weite Aussicht von der Aussichtsplattform der Schlosskirche.

Sonntag, 12. Dezember 2021

Der Aussichtsturm auf der Liebiegwarte (Liberecka vysina)

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Unweit vom östlichen Stadtrand von Reichenberg (Liberec) gibt es ein ungewöhnliches Gebäude mit Aussichtsturm hoch über der Stadt – die Liebigwarte.


Man erreicht das Ziel zu Fuß von der Endstelle der Straßenbahn am Eingang Zoo über den gelben Wanderweg (1 Kilometer mit 130 Meter Höhenunterschied) oder mit Fahrzeug über die Straße Wolkerova. Diese führt über eine schmale, kurvenreiche und steile Piste bis zu einem Parkplatz am Fuße der Liebigwarte.


Sie wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Nähe des Schmiedsteins (Kovadlina, 551 Meter) errichtet.


Der Textilfabrikant Heinrich Liebig (1834 – 1904) ließ das Gebäude, das einem romantischen Schloss nachempfunden ist, ab 1900 errichten.
Alte Postkarte um 1902


Schon nach einjähriger Bauzeit war das Werk vollendet. Damals war der Name „Hohenhabsburg“ bzw. „Hohenharsburg“ üblich, da sie früher zur Gemeinde Harsdorf (Harcov) gehörte. Der Name „Heinrichswarte“ hat sich nicht durchgesetzt.
Alte Postkarte um 1905


Sie sollte wie eine mittelalterliche Burg erscheinen. Deshalb wurde Baumaterial von abgerissenen Häusern in Nürnberg verwendet.
Alte Postkarte um 1910


Der Turm mit dem ungewöhnlichen Grundriss ähnelt dem Wachturm auf der Burg in Nürnberg.
Alte Postkarte um 1910


Nach Liebigs Tod wurde die Stadt Reichenberg (Liberec) Eigentümer der Anlage.
Nach dem 1. Weltkrieg war die Bezeichnung „Liebigwarte“ üblich und seit 1945 „Liberecka vysina“ (Liberecer Höhe).

Alte Postkarte von 1924


Ab 1960 erfolgte ein Umbau, bei dem wertvolle Details verloren gingen.
Nach verschiedenen Nutzungen verfiel sie, bis sie 1990 geschlossen werden musste


2013 konnte die Liebigwarte nach zweijähriger Rekonstruktion wieder öffnen. Trotz einer Insolvenz 2015 und Zwangsversteigerung 2016 ist die Liebigwarte einschließlich Turm weiterhin geöffnet.


Hier gibt es einen Ziehbrunnen mit einer Aufzugswinde.


Die Burg hat nahezu alle Merkmale eines mittelalterlichen Rittersitzes:
Der Zugang erfolgt über eine Brücke, die über einen angedeuteten Burggraben führt. Durch ein steinernes Tor gelangt man auf den Burghof.


Die Inschrift erinnert an die Beteiligten vom Bau.


Auf dem Burghof finden im Sommer rustikale Veranstaltungen mit Grill und Räucherofen statt.
Der Galgen auf der Mauer spielt bei Ritterspielen eine Rolle.


Das Glücksrad des Henkers mit vier Möglichkeiten:
Leben, Genick brechen, Enthaupten oder Aufhängen


Die Burgmauer mit Galgen von außen


Der Eingang zum Restaurant


Der Treppenaufgang von der Gaststätte aus


Hier hängen Bilder mit alten Postkartenansichten.



Weiter oben wird es etwas gruseliger.


Die Holztreppe hat 107 Stufen.


Die Aussichtsplattform in einer Höhe von 20,5 Metern


Hier hat ein alter Bekannter seinen Stammplatz.


Blick nach Osten


Im Süden: Kaiserstein (Cisarsky kamen, 637 Meter) und Jaberlich (Javornik, 684 Meter)


Im Westen:  Reichenberg (Liberec) mit dem Jeschkenkamm


Der Ausblick nach Nordwesten zum Zittauer Gebirge ist durch den Baumbewuchs stark eingeschränkt.


Jetzt größer: Gablonz (Jablonec nad Nisou)


Der Proschwitzer Kamm (Prosecsky hrbet) und die begradigte, neu ausgebaute Fernstraße 14 von Reichenberg (Liberec) nach Gablonz (Jablonec nad Nisou).


Der Aussichtsturm auf dem Kaiserstein (Cisarsky kamen, 637 Meter)


Der Jaberlich (Javornik, 684 Meter) mit dem Funkmast, rechts Sessellift, Skihang und Sommerrodelbahn
 

Über Reichenberg (Liberec) dominiert der Jeschken (Jested, 1012 Meter).
Links das Skigebiet.mit den verbreiterten Pisten und das Skistadion mit den Schanzen von der Nordischen Ski-WM 2009
Ganz unten die Harzdorfer Talsperre (Vodni nadrze Stary Harcov)


Der 88 Meter hohe Turm auf dem Jeschken (Jested, 1012 Meter) und die obere Seilbahnstation


Das Zittauer Gebirge mit Hochwald (749 Meter) und Lausche (793 Meter), dazwischen die Finkenkoppe (Penkavci vrch, 792 Meter)


Links von der abgestorbenen Fichte der Breiteberg (510 Meter), rechts der Warnsdorfer Spitzberg (Spicak, 544 Meter)


Das Rathaus von Reichenberg (Liberec)


Die Home Credit Arena ist den Eishockeyfans gut bekannt


Die Staumauer der Harzdorfer Talsperre (Vodni nadrze Stary Harcov)


Im oberen Teil des Turmes besteht noch Sanierungsbedarf.




Im Haus gibt es auch ein Hotel mit 18 Betten.



Die Liebigwarte ist für Burgen- und Mittelalter-Fans, Wanderer, Tagestouristen und auch Übernachtungsgäste stets ein attraktives Ziel.



Fast vom gleichen Standpunkt aus:


Touristische Visitenkarte (Sommervariante)
Automatische Übersetzung:

Liberecer Höhe 548 m
Ein Aussichtsgebäude von 1901, das an eine mittelalterliche Burg erinnert, Höhe 25 m


Touristische Visitenkarte (Wintervariante)

An der Seite: Ein Aussichtsgebäude von 1901, das an eine mittelalterliche Burg erinnert, Höhe 25 m
Liberecer Höhe 548 m

Aussichtsturm – Restaurant – Unterkunft – Wellness


Touristische Visitenkarte (Historische Variante)
An der Seite: Ein Aussichtsgebäude von 1901, das an eine mittelalterliche Burg erinnert, Höhe 25 m
Liberecer Höhe 548 m
Feierliche Eröffnung nach Umbau am 2.2. 2013

Freitag, 3. Dezember 2021

Der Emissionsnebel NGC 281 im Sternbild Kassiopeia- auch Pac Man Nebel bezeichnet

Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Matauschek

Vor 140 Jahren , am 16. Nov. 1881 entdeckte der US- amerikanische Astronom " Edward Emerson Barnard " den Emissionsnebel NGC 281 im Sternbild Kassiopeia mit einer Helligkeit von 7.4 mag. Er wird auch IC 11 bezeichnet. Im Nebel eingebettet liegt noch ein offener Sternhaufen , dessen Sterne auch um das Zentrum des Nebels verstreut sind. Er wird nach dem Index-Katalog mit IC 1590 bezeichnet. Der hellste Stern in der Mitte des offenen Sternhaufen IC 1590 ist das Mehrfachsternsystem BD + 55° 191 ( HD 5005) die ionisierende Quelle für den Emissionsnebel NGC 281. Wegen seiner Ähnlichkeit mit der bekannten gleichnamigen Videospiel- Hauptfigur wird der Nebel vor allem im englischen Sprachraum auch als "Pac-Man-Nebel" bezeichnet.


Der Emissionsnebel NGC 281 - Pac Man Nebel im Sternbild Kassiopeia 


Der offene Sternhaufen IC 1590 im Emissionsnebel NGC 281 mit Einzeichnung des Mehrfachsternsystem " HD 5005"


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