Dienstag, 19. März 2013

"Frühlingswanderung" zu den Zeidler-Eisfällen

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz


Profunde Kenner der nordböhmischen Landschaft wissen natürlich, daß im äußersten nördlichen Zipfel der Böhmischen Schweiz ausgangs des Winters ein besonderes Naturschauspiel geboten wird. Jetzt, Mitte März, ist es genau die richtige Zeit dahin zu gehen und sich diese Symphonie aus Eis anzuschauen - die Eisfälle von Zeidler (Brtnické ledopády). Schroffe Canons zerfurchen die Sandsteinplatte der Böhmischen Schweiz, die ein guter Wasserspeicher ist. Zeidlerbach, Wolfsbach und Kirnitzsch sammeln das Wasser und führen es hinunter zur Elbe. So ist es in diesen schattigen Tälern das ganze Jahr über feucht, im Sommer erfrischend kühl. Im Frühjahr aber meint man, sich in einem Kühlschrank zu befinden, denn durch die Temperaturunterschiede bilden sich an den Überhängen der Felsen bizarre Eiswände, die die Umgebung frisch halten. Je nach Materialeigenschaft des Sandsteins schimmert das Eis in den unterschiedlichsten Farben. Die Temperaturen können sich im Talgrund durchaus bis ins späte Frühjahr hinein halten. Bereits am Zeidlerbach begegnen uns die ersten Eiskaskaden, die beeindruckenderen Gebilde dürften jedoch am Wolfsbach zu finden sein. Hinweisschilder (Betlém / Krippe und Velký sloup / Große Säule) weisen dort auf die teils vom Weg entfernten Formationen hin.

Ein guter Ausgangspunkt für die Tour ist der Parkplatz an der Touristeninformation in Zeidler. Es empfiehlt sich, die Tour in Hemmehübel (Kopec) am Zeidlerbach zu beginnen, nicht weil uns dort die einzige Gaststätte auf der Tour erwartet, sondern weil die starken Anstiege aus dem Talgrund hinauf vereist sein und somit anderenfalls beim Abstieg gefährlich werden können, besonders, wenn man sich für die in der Karte blau markierte Wegvariante entscheidet.

Die Wege entlang des Zeidlerbaches und durch das Khaatal (Kyjovské údolí) sind als Forstwege ausgebaut und eigentlich besser als Radwege zu benutzen. Es ist eine entspannende Fahrt durch diese zauberhafte Landschaft. Interessant dabei ist, dass hier in den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Buslinie von Zittau nach Dresden durch das Khaa-Tal (Kirnitzsch) führte (http://www.luzicke-hory.cz/mista/index.php?pg=zmkyjud), heute schwer vorstellbar.

Sehnt man sich abschließend noch nach einem romantischen Erlebnis, kann man einen Abstecher zur spätbarocken Wallfahrtskirche Maria Schnee (http://www.luzicke-hory.cz/mista/index.php?pg=obsnezd) in Schnauhübel (Sněžná) einlegen. Vielleicht gerade, weil das Anwesen noch einer erforderlichen Renovierung harrt (Stand 2012), ist es mit seinem stillen Friedhof ein so beschaulicher Ort. 



Haus in Hemmehübel


Statue des Heiligen Antonius




Eiswände am Zeidlerbach


Zeidlerbach im Winter


Andachtstafel im Tal des Zeidlerbaches


Auenwald am Zeidlerbach


Mäandernde Kirnitzsch




Flußlauf der Kirnitzsch











Eisfälle im Wolfsbachtal







Eisfall Odpona


Abendstimmung in Schnauhübel

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Samstag, 16. März 2013

Heute auch mit freiem Auge - Komet Panstarrs


Heute (16.03.2013) war der Komet Panstarrs im Feldstecher ausgezeichnet zu sehen. Und auch ein paar Aufnahmen mit meiner Canon 550D sind gelungen...







Ich war nicht der einzige Beobachter - auch unser Kummersberger Fuchs hat mal vorbeigeschaut...

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Donnerstag, 14. März 2013

Komet Panstarrs im Horizont-Dunst


Heute (14.März 2013) ergab sich die erste Gelegenheit, einen Blick auf den Kometen Panstarrs zu werfen. Er stand am Ende der Dämmerung (kurz nach 19 Uhr) nur ganz wenig über einen Dunststreifen am westlichen Horizont, war aber so schwach, daß man ihn mit bloßem Auge nicht erkennen konnte. Lediglich mit dem Feldstecher war er als blasses Fleckchen auszumachen. Aber er steigt ja in den nächsten Tagen zunehmend höher, so daß er dann leichter zu beobachten und zu fotografieren ist. 


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Mittwoch, 13. März 2013

Grundbausteine des Mikrokosmos (20)



Mein Vorlesungsmanuskript "Mikrowelt (20)" können Sie über folgenden Link als PDF-Datei herunterladen:

Mikrokosmos

Otto Hahn und die Kernspaltung


Der natürliche Kernreaktor in Oklo / Gabun


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Wanderung um den Bürgstein im Lausitzer Gebirge...

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz


Das Lausitzer Gebirge (Lužicke Hory) liegt im Norden Böhmens und stellt ein landschaftliches Kleinod dar. Nicht hohe Berge geben dem Lausitzer Gebirge sein Gepräge, vielmehr erleben wir eine abwechslungsreiche Landschaft, die sowohl durch ihre vulkanische wie eiszeitliche Entstehungsgeschichte geformt wurde. Sandsteinformationen, schroffe Basalt- und Phonolitkuppen, eingebettete Wiesen- und Feldwirtschaften und nicht zuletzt die durch die Volksarchitektur geformten Dorfbilder bestimmen den Charakter der Region. Touristisch ist der tschechische Teil des Grenzgebirges bisher recht wenig beachtet und wird den stillen Liebhaber schöner Landschaften sicher erfreuen. 'Parklandschaft' finde ich, ist eine treffliche Beschreibung für diese Gegend. In der Widmung zu dem Bildband 'Das Lausitzer und Zittauer Gebirge' von Siegfried Weiß lesen wir :

'... eine Landschaft, die auf den ersten, aber auch zweiten Blick wie ein Naturpark wirkt. Die Erde zeigt uns manchmal auch ihr raues steinernes Antlitz, dann jedoch wieder die Ruhe an den Ufern der Teiche und geheimnisvolle Buchenwälder. Unter den gotischen Fenstern des Oybins verweilend kommen Erinnerungen an die Zeiten unserer Vorfahren auf, um kurz darauf Werke zu bestaunen, die die Zeit im Stein verewigte. Lasst uns also durch blühende Wiesen zu den fast schüchtern erscheinenden Bergkuppen in der Ferne gehen, die uns noch unbekannt sind.'

Die Tour lehnt sich an die von A. Bültemeier veröffentlichte Route in seinem Wanderführer 'Lausitzer Gebirge und Böhmisches Niederland' an, welches als Standardwerk für die Wandertouristik in dieser Region angesehen werden kann und an dieser Stelle ausdrücklich gewürdigt werden soll. Die Tour führt von Bürgstein (Sloup) über den Slabitschken (Slavíček) zum Betgraben (Modlivý důl), entlang des Schieferberges (Šišák) zum Ortel, in das Einsame Tal (Údolí samoty) und über Rodowitz (Radvanec) zurück nach Bürgstein. In der Abbildung ist diese Tour rot signiert. Es gibt aber weitere interessante Varianten, auf die ich eingehen möchte.

Bei der blauen Streckenführung wählen wir als Ausgangspunkt den Ort Zwitte (Svitava) östlich des Slabitschken Massives. Ein Wiesenweg zieht mäßig ansteigend hinauf an den Fuß des Schieferberges, wo er sich bei einem Steinkreuz mit der oben beschriebenen Route vereint. Startet man in Zwitte, so zieht uns fortschreitend das Ortelmassiv in seinen Bann und hinter der Kammlinie taucht später der faszinierende Kegel des Kleis (Klíč) auf. Es gibt also gute Gründe, an dem Steinkreuz zu verweilen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen, denn auch ein Blick in östliche Richtung gegen Silberstein, Roll und Jeschkengebirge wird uns erfreuen. Der weitere Weg führte mich über Eibenberg (Tisový vrch), Weiherberg (Spálenisko) und Wellnitz zurück nach Zwitte und ist nicht Gegenstand dieser Tourbeschreibung.

Eine interessante Alternative ist die grün markierte Wegstrecke. Vom Betgraben geht man hinab nach Schwoika und steigt von hier hinauf in die Felsen der Schwoikaer Schweiz. Verschiedene Austritte ermöglichen einen herrlichen Blick nach Süden Richtung Daubaer Schweiz. Der Weg zurück zum Slabitschken geht über den Eibenberg, zwischen den Bäumen auch hier schöne Aussichten nach Norden zu den Kämmen des Lausitzer Gebirges. Den Ortel nehmen wir aus dem Programm und verlassen die Hauptroute am Steinkreuz beim Schieferberg. Von hier zweigt ein unmarkierter Weg ab, der uns durch die Bürgsteiner Schweiz (Sloupské skály) zurück zum Ausgangspunkt nach Bürgstein bringt. Er führt vorbei am Portal des Zaukengrundes (Konvalinkový důl), am Fuchsloch (Liščí díra) und den Felsgalerien, die die Abhänge des Slabitschkenmassives stützen, im Westen hat man stets den Kleis im Blick. 

Detaillierte Informationen, vor allem zum Ort Bürgstein mit dem Berkenschloss und dem Einsiedlerfelsen, dem Schwoikaer Schloss, Samuels Höhle, dem Betgraben und der Felsenwelt der Bürgsteiner Schweiz finden sich in bewährter Form auf den Internetseiten des Lausitzer Gebirges, so daß ich darauf nicht näher eingehe. Aber ein Gedicht des Schriftstellers Eduard Fedor Kastner (1859–1935), welches von A. Paudler vorgestellt wird und die Waldromantik des Betgrabens beschreibt, soll am Ende des Beitrages stehen

Über Wald und Weiher dunkelt leise die Nacht,
Weißer Nebel verschleiert Wald und Wildnis sacht !
Tiefer und tiefer düstert es um der Stämme Schaft,
In dem Laubwerk flüstert es fast gespensterhaft.
Rechts zur Seit' ein Raunen, drüben regt sich's im Strauch -
Wange, Wimper und Brauen kühlt ein eigener Hauch.
Nicht eine Furcht gerade ist, was mir sich gesellt,
Aber ich fühle mir nahe was wie aus anderer Welt.
Mancher Ernst hat sich auf solchem Wandern gereift,
Wenn so ein eigener Schauer Seel' und Sinne gestreift.





Durch die Bürgsteiner Schweiz...


Steinkapelle im Betgraben


Sandsteinfelsen im Betgraben bei Schwoika


Blick vom Eibenberg über den Laufberg zum Roll


Gipfelfelsen des Eibenberges


Mächtige Buche am Eibenberg


Blick vom Eibenberg zum Ortel


Weg ins Tal der Einsamkeit


Felsenrelief der Geisselung Christi im Tal der Einsamkeit


Blick zum Kleis


Der Felsen mit dem Namen "Jungfrau"


Der Teufelsfelsen


Teufelsfelsen und "Jungfrau" im Tal der Einsamkeit auf dem Weg nach Rodowitz oder den Rabensteinen


Blick vom Ortel über den Laufberg zum Roll



Kreuzigungsszene am Ortseingang zu Rodowitz "in Stein"...


Fachwerkidyll


Blick zum Roll


Aufstieg von Zwitte – Der Kleis wird sichtbar...


Blick zum Ortel


Das Kreuz am Fuße des Schieferberges


Sommerblumenwiese am Schieferberg, im Hintergrund der Roll


Kletterfelsen in der Schwoikaer Schweiz



Verwitterter Fels in der Schwoikaer Schweiz


Gipfelbereich des Slabitschken - Felsen mit fächeratiger Lagerung der Basaltsäulen


Der Heilige Nepomuk in Wellnitz


Frühling in Zwitte


Der Heilige Nepomuk in Zwitte

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