Donnerstag, 22. Oktober 2026

Der Aussichtsturm auf dem Jüttelsberg

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Im tschechischen Teil des Lausitzer Berglandes gibt es seit kurzem auf dem grenznahen Jüttelsberg (Jitrovník, 510 Meter) einen neuen Aussichtsturm.
GPS-Koordinaten:
51°0'5"N,   14°30'35"E


Wenn man den Grenzübergang in Sohland/Spree benutzt:
Vom Schlosspark in Schluckenau (Šluknov) fährt man auf der T.G.Masaryka und Královská
3,6 Kilometer bis zur Bushaltestelle Království, křížek. Hier biegt links hoch eine schmale Asphaltstraße (= Gelber Wanderweg) ab. Nach 600 Metern kann man vor dem Waldrand parken.
Wenn man den Grenzübergang in Ebersbach oder Neugersdorf benutzt:
Von Jiříkov fährt man auf der Šluknovská 5 Kilometer bis zur gleichen Bushaltestelle Království, křížek, wo man rechts hoch abbiegt.
Wenn man den Grenzübergang in Seifhennersdorf  oder Großschönau benutzt:
Man fährt über Rumburg (Rumburk). Nach 5 Kilometern auf der Straße 266 (Šluknovská) biegt man rechts nach Königswalde (Království) ab. Hier biegt man rechts auf die Hauptstraße und erreicht nach 700 Metern die gleiche Bushaltestelle Království, křížek, wo man links hoch abbiegt.
Am einfachsten: Man gibt ins Navi die GPS-Koordinaten von der Parkmöglichkeit am Waldrand ein:
50°59'59"N, 14°30'34"E


Vor langer Zeit gab es auf dem Jüttelsberg (Jitrovník, 510 Meter) schon einen Aussichtsturm.
Im Frühjahr 1888 wurde mit dem Bau des 24 Meter hohen Holzturmes begonnen, der bereits am 22. Juli des gleichen Jahres eingeweiht wurde!
Abbildung von der Infotafel


Zur gleichen Zeit entstand auch eine Ausflugsgaststätte kurz vor dem Gipfel.
Der Holzturm wurde bei einem Sturm im November 1903 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Baude existierte bis zu einem Brand im Jahre 1998.
Alte Postkarte um 1900


Seit mehreren Jahren bemühte sich die Stadt Schluckenau (Šluknov) um einen neuen Aussichtsturm. Nach über 120 Jahren ohne Turm wurde das Vorhaben 2026 Realität.


Ich besuchte den neuen Turm am Eröffnungstag, dem 26. September 2026.
Schon von weitem ragt der Turm deutlich über die Baumwipfel.


Auf einer Freifläche bei der ehemaligen Vogelbaude fand die Festveranstaltung statt.  


Kurz vorher führt ein in steiler Seitenweg (160 Meter mit 24 Höhenmetern) zum neuen Turm.


Mit dem Bau wurde im November 2025 begonnen.
Für das Fundament wurden 12 Betonpfähle mit einer Tiefe von über 10 Metern eingebracht.


Der 31 Meter hohe Aussichtsturm mit elliptischem Grundriss besteht aus verzinktem Stahl und Lärchenholz. Dadurch ist eine hohe Lebensdauer über viele Jahrzehnte mit nur geringen Wartungskosten gewährleistet.
Eine Besonderheit der Konstruktion von Ing. Tomáš Beneš sind die seitlich angebrachten getrennten Treppen. Auf- und Abstieg erfolgen abwechselnd durch den Innenraum des Turms und durch die offenen seitlichen Bereiche.
Die Gesamtkosten betrugen rund 13 Millionen Kronen.


Der seitliche Treppenaufstieg – Schon beim Aufstieg ergeben sich nach und nach immer mehr Ausblicke auf die Umgebung.


Der Blick nach oben im Innenraum des Turms – Das Gewicht der Stahlkonstruktion beträgt 35,2 Tonnen.


Die luftige Treppenanlage aus sechs Bögen mit Stufen aus verzinkten Lichtgitterrosten – von unten gesehen.


Von einer Mitteltreppe im Innenraum zweigen auf einem Podest links und rechts die außen gelegenen Seitentreppen ab.


Die letzte Treppe vor der Aussichtsplattform


Nach 170 Stufen ist man oben angekommen. 
Der Ausblick reicht bis weit nach Böhmen und in die Oberlausitz. 


Durch Wind und die vielen Besucher kam es zu merklichen Schwankungen des Bauwerkes!
Ein Ansturm wie am Tag der Einweihung ist aber in Zukunft nicht mehr zu erwarten!


Der Rundblick beginnt vom Jeschken (Ještěd, 1012 Meter) über das Zittauer Gebirge bis zum Tannenberg (Jedlová, 774 Meter).


Das Lausitzer Gebirge (Lužické hory) vom Tannenberg (Jedlová, 774 Meter) bis zum Wolfsberg (Vlčí hora, 591 Meter).


Der Pirsken (Hrazený, 610 Meter) im Südwesten


Schluckenau (Šluknov) im Westen – Beschriftete Panoramafotos auf dem Geländer ermöglichen die Orientierung.


Der Nordwesten mit dem Taubenberg (456 Meter)


Das Lausitzer Bergland mit dem Czorneboh (556 Meter) im Norden


Vom Hochstein (541 Meter) bis zum Löbauer Berg (448 Meter) im Nordosten.


Mit Isergebirge (Jizerské hory) und Jeschken (Ještěd, 1012 Meter) - leider im Dunst - schließt sich im Südosten der Rundblick.


Jetzt größer:
Vorn der Warnsdorfer Spitzberg (Špičák, 544 Meter), dahinter der Kamm vom Langen Berg (Dlouhá hora, 748 Meter) zum Kalkberg (Vápenný vrch, 790 Meter), rechts der Töpfer (582 Meter).
Über allem thront der Jeschken (Ještěd, 1012 Meter).


Jonsberg (653 Meter), Hochwald (749 Meter) und Buchberg (652 Meter), davor der Burgsberg (Hrádek, 440 Meter).


Sonneberg (627 Meter), Lausche (793 Meter) und Weberberg (710 Meter), davor der Frenzelsberg (468 Meter).


Die Finkenkoppe (Pěnkavčí vrch, 792 Meter), rechts der Tollenstein (Tolštejn, 670 Meter).


Tollenstein (Tolštejn, 670 Meter) und Tannenberg (Jedlová, 774 Meter), ganz links der Friedrichsberg (Bouřný, 703 Meter).


Tannenberg (Jedlová, 774 Meter), Kleis (Klíč, 759 Meter), Aschberg (Popelová hora, 652 Meter) und Großer Eibenberg (Velká Tysová, 692 Meter)


Davor: Der Rauchberg (Dymnik, 516 Meter) mit Aussichtsturm


Kleiner Eibenberg (Malá Tysová, 659 Meter), Plissenberg (Plešivec, 597 Meter), Schindelhengst (Hřebec, 654 Meter), Großer Ahrenberg (Javor, 693 Meter) und Himpelberg (Kamzičí vrch, 621 Meter)


Steingeschütte (Široký vrch, 586 Meter), Kleiner Ahrenberg (Javorek, 686 Meter) und Kaltenberg (Studenec, 737 Meter).


Der Wolfsberg (Vlčí hora, 591 Meter)


Der Pirsken (Hrazený, 610 Meter)


Die Kirche des Heiligen Laurentius in Königswalde (Království), links dahinter der Parkplatz für die Besucher zur Turmeinweihung.


Über Schluckenau (Šluknov): Der Steinbruch vom Botzen (Partyzánský vrch, 543 Meter), dahinter der Ungerberg (537 Meter).


Die Stadt Schluckenau (Šluknov), links oben der Gerstenberg (Ječný vrch, 502 Meter)


Der Valtenberg (586 Meter)


Der Taubenberg (456 Meter), hinten Großer Picho (498 Meter) und Kleiner Picho (454 Meter)


Kälbersteine (487 Meter) und Pickaer Berg (485 Meter), davor das Gewerbegebiet in Wassergrund.
Ganz links hinten: Der Mönchswalder Berg (447 Meter)


Der Drohmberg (432 Meter), vorn das Industriegebiet der Oppacher Mineralquellen 


Döhlener Berg (Hromadnik, 508 Meter) und Czorneboh (556 Meter), davor der Bieleboh (499 Meter)


Sendemast, Aussichtsturm und Bergbaude auf dem Bieleboh (499 Meter)


Löbauer Berg (448 Meter) und Schafberg (449 Meter) mit Sendeturm, rechts hinten der Rotstein (455 Meter), davor der Hutberg (421 Meter)


Die Landeskrone (419 Meter), links davor der Paulsdorfer Spitzberg (372 Meter)


Der Kottmar (582 Meter), rechts davor der Schlechteberg (485 Meter)


Der Blick in die Tiefe mit dem Schatten des Turmes.


Der Aussichtsturm auf dem Jüttelsberg (Jitrovnik, 509 Meter) ist die neue Attraktion im Schluckenauer Zipfel. Mit Sicherheit wird dieses touristische Highlight in Zukunft viele Besucher und Tagestouristen von beiden Seiten der deutsch-tschechischen Grenze anlocken. Es lohnt sich!

 

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