Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf
Im Schluckenauer Zipfel in Nordböhmen steht auf dem Wolfsberg (Vlčí
hora), oberhalb vom gleichnamigen Ort, einer der traditionellen
Aussichtstürme.
Der Wolfsberg (Vlčí hora, 591 Meter) ist vulkanischen Ursprungs und
eine der Dominanten der Region Schluckenau (Šluknov). Das Foto
entstand am Fuße vom Rauchberg (Dymnik).
Der Ort Wolfsberg (Vlčí hora) ist etwa 14 Kilometer von Warnsdorf
(Varnsdorf) oder 11 Kilometer von Rumburg (Rumburk) entfernt, jeweils
über Schönlinde (Krásná Lípa). Parken kann man am Aromatherapie-Zentrum
TILIA.
Vom Parkplatz folgt man dem roten Wanderweg über die Wiese und dem
Schild „K ROZHLEDNE“. Ab Waldrand ist der Weg zum Gipfel gelb
gekennzeichnet.
Der Berg besteht aus Basalt - Wegen dem hohen Magnetitgehalt kann
die Kompassnadel um bis zu 40 Grad von der Nord-Süd- Richtung ablenkt
werden.
Die Basaltsäulen wurden auch zum Bau von Wegen und Stützmauern verwendet.
Die Basaltsäulen wurden auch zum Bau von Wegen und Stützmauern verwendet.
Am 19. Mai 1889 wurde der steinerne Aussichtsturm eröffnet, damals
noch mit offener Aussichtsplattform und Zinnen. Die benachbarte Hütte
erhielt den Namen nach dem Initiator und wichtigsten Sponsor Ferdinand
Michel.
Alte Postkarte von 1902
Alte Postkarte von 1902
1908 wurde die Plattform überdacht und mit Glasfenstern versehen.
Alte Postkarte um 1910
Alte Postkarte um 1910
Später erhielt der 19 Meter hohe Turm eine Holverkleidung. Der Turm war für Touristen zugänglich, die Baude aber privat.
Foto von 2019
Foto von 2019
Der kritischste Moment für den Turm war am 04. April 2023. Die
benachbarte Baude brannte komplett ab. Vom Turm wurde „nur“ die
Außenverkleidung stark beschädigt.
Im Mai 2023 erhob die Polizei Anklage gegen den 36-jährigen Brandstifter.
Foto: Zbyněk Linhart
Im Mai 2023 erhob die Polizei Anklage gegen den 36-jährigen Brandstifter.
Foto: Zbyněk Linhart
Der Aussichtsturm nach der Instandsetzung 2024.
Die feierliche Wiedereröffnung des reparierten Turmes fand am 11. Mai 2024 zum 135-jährigen Jubiläum seiner Errichtung statt.
Die feierliche Wiedereröffnung des reparierten Turmes fand am 11. Mai 2024 zum 135-jährigen Jubiläum seiner Errichtung statt.
Die Überreste der niedergebrannten Baude
Die Eintrittskarte
Das renovierte Treppenhaus – mit Schildern aus vergangenen Zeiten
Nach 84 Stufen (19 zum Eingang und 65 im Turminneren) erreicht man die Aussichtsplattform.
Damit steht man genau 600 Meter über dem Meeresspiegel.
Der geräumige Aussichtsbereich ist mit großen beschrifteten Panoramafotos zur Orientierung ausgestattet.
Der Rundblick beginnt im Südosten beim Isergebirge (Jizerské hory)
über das Zittauer Gebirge bis zum Lausitzer Gebirge (Luzicke hory).
Das Lausitzer Gebirge (Luzicke hory) bis zum Kaltenberg (Studenec, 737 Meter) im Süden
Vom Kaltenberg (Studenec, 737 Meter) bis zum Rosenberg (Růžovský vrch, 619 Meter)
Die Böhmische Schweiz (České Švýcarsko) im Südwesten
Im Westen: Vom Elbsandsteingebirge bis zum Tanzplan (Tanečnice, 597 Meter)
Im Nordwesten: Plissenberg (Plešný, 593 Meter) und Pirsken (Hrazený, 610 Meter), dazwischen der Valtenberg (586 Meter)
Im Norden: Das Oberlausitzer Bergland mit dem Czorneboh (556 Meter)
Löbau im Nordosten, rechts der Kottmar (582 Meter)
Das Isergebirge (Jizerské hory) mit der Tafelfichte (Smrk, 1124 Meter) im Osten
Der Rundblick endet wieder beim Zittauer Gebirge mit der Lausche (793 Meter)
etzt größer:
Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter), Langer Berg (Dlouhá hora, 748 Meter), Kalkberg (Vápenný, 790 Meter) und Jeschken (Ještěd, 1012 Meter), davor Töpfer (582 Meter), Ameisenberg (575 Meter), Jonsberg (653 Meter) und Buchberg (652 Meter)
Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter), Langer Berg (Dlouhá hora, 748 Meter), Kalkberg (Vápenný, 790 Meter) und Jeschken (Ještěd, 1012 Meter), davor Töpfer (582 Meter), Ameisenberg (575 Meter), Jonsberg (653 Meter) und Buchberg (652 Meter)
Jeschken (Ještěd, 1012 Meter), Hochwald (749 Meter) und Lausche
(793 Meter), davor Buchberg (652 Meter) und Weberberg (710 Meter)
Finkenkoppe (Pěnkavčí vrch, 792 Meter), Friedrichsberg (Bouřný,703 Meter) und Tannenberg (Jedlová, 774 Meter)
Großer Eibenberg (Velká Tysová, 692 Meter), Kleis (Klíč, 759
Meter), Kleiner Buchberg (Malý Buk, 712 Meter) und Hackelsberg (Sokol,
668 Meter), davor der Plissenberg (Plešivec, 597 Meter)
Schindelhengst (Hřebec, 654 Meter) und Großer Ahrenberg (Javor, 693
Meter), rechts davor der Himpelberg (Kamzičí vrch, 621 Meter), ganz
vorn links das Steingeschütte (Široký vrch, 586 Meter)
Kleiner Ahrenberg (Javorek, 686 Meter) und Kaltenberg (Studenec,
737 Meter), dazwischen die Spitze vom Goldberg (Zlatý vrch, 657 Meter),
vorn der Iricht (Spravedlnost, 534 Meter).
Der Geltschberg (Sedlo, 726 Meter), darunter der Suppgeberg (Suchý
vrch. 482 Meter), links der Ottenberg (Větrný Vrch, 481 Meter)
Der Rosenberg (Růžovský vrch, 619 Meter), darunter der Wespenberg
(Vosi vrch, 477 Meter), rechts hinten Kletschen (Kletečná, 705 Meter)
und Milleschauer (Milešovka, 837 Meter)
Der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník, 723 Meter)
Der Große Winterberg (556 Meter), links dahinter der Geising (824 Meter), vorn Hinterhermsdorf
Das Elbsandsteingebirge mit Königstein (361 Meter) und Lilienstein
(415 Meter), davor der Weifberg (478 Meter) mit Aussichtsturm, ganz
links der Falkenstein (381 Meter).
Schafberg (449 Meter) mit Sendeturm und Löbauer Berg (448 Meter)
mit dem Gusseisernen Turm, links dahinter der Hochstein (406 Meter),
rechts die Kämpferberge (415 Meter)
Der Rotstein (455 Meter), davor Kirche und Windmühle von Kottmarsdorf
Der Kottmar (582 Meter)
Der Wasserturm von Neugersdorf
Der Aussichtsturm auf dem Rauchberg (Dymnik, 516 Meter), darüber die Rauchsäulen vom Kraftwerk Türchau (Elektrownia Turów)
Stumpfeberg (438 Meter), Großer Berg (438 Meter) und Oderwitzer
Spitzberg (511 Meter), dahinter der Sonnenhübel (Königsholz, 469 Meter)
Turm und Baude auf dem Hochwald (749 Meter)
Die Lausche (793 Meter) mit Aussichtsturm, davor der Weberberg (710 Meter)
Der Gipfel vom Tannenberg (Jedlová, 774 Meter) mit Aussichtsturm und zwei Sendemasten
Der Schatten vom Turm und die Fundamente der abgebrannten Baude
Zum Glück ist wenigstens der Aussichtsturm erhalten geblieben – ein Touristenziel mit ausgezeichneter Rundumsicht.
Die (übersetzte) Touristische Visitenkarte – noch mit Foto vor dem Feuer:
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Wolfsberg 581 m
Der älteste Aussichtsturm im Schluckenauer Zipfel, 16 m hoch, wurde am 19. Mai 1889 eröffnet
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Wolfsberg 581 m
Der älteste Aussichtsturm im Schluckenauer Zipfel, 16 m hoch, wurde am 19. Mai 1889 eröffnet
Für den Rückweg ist Köglers Naturpfad zu empfehlen. Nach 500 Metern
erreicht man beim Zusammentreffen mit dem roten Wanderweg den
Veronika-Brunnen. Hier wurde 1886 eine Trinkwasserquelle mit Steinen
eingefasst. Die Anlage mit Sitzbänken wurde 1996 rekonstruiert. Leider
ist die Quelle jetzt im Sommer fast ausgetrocknet.
Die (übersetzte) Touristische Visitenkarte:
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Veronika-Brunnen am Wolfsberg
Eine Geröllquelle mit ausgezeichnetem Wasser, das aus einem Brunnen mit Basaltsäulen sprudelt, die 1886 erbaut wurde
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Veronika-Brunnen am Wolfsberg
Eine Geröllquelle mit ausgezeichnetem Wasser, das aus einem Brunnen mit Basaltsäulen sprudelt, die 1886 erbaut wurde