Freitag, 16. Januar 2026

Wanderung zu den Finkendorfer Steinen

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz 


Schon gehört? Die Gaststätte/Pension „Sportturia“ soll wieder geöffnet haben. Eine Ewigkeit verfügte die Sommerfrische Finkendorf (Polesí) über kein gastronomisches Angebot mehr, was jammerschade war.

Wir machen uns also auf den Weg über bekannte Pfade vom Forsthaus Lückendorf, zunächst in Richtung Hufeisenberg (Podkova). Am Hufeisenstein (Podkova), nicht zu verfehlen wegen der sichtbaren „Hufeisen-Markierungen“ am Gestein verzweigt ein Weg hinunter in den Kaisergrund (Krásný důl). Rechter Hand verbirgt sich im Wald das sogenannte Felstheater (Skalní divadlo). Wir müssen uns gestehen, dass wir dieses noch nie besucht haben (auch heute sind die Wetterbedingungen dafür nicht gerade einladend). Eine kurze Abhandlung aus der Internetseite des Lausitzer Gebirges (luzicke-hory.cz) mag Interesse an dieser landschaftlichen Besonderheit wecken

Das Skalní divadlo (Felsentheater) ist ein kleines Tal, das aus dem Krásný důl (Schöner Grund, früher Kaisergrund) unter den Südosthang des Podkova (Hufeisenberg) hinausläuft. An beiden Seiten wird es mit Sandsteinfelsen gesäumt, die durch enge Schluchten und Spalten in zahlreiche, wie Theaterkulissen hintereinander stehende Felstürme und Blöcke aufgeteilt ist. Früher hatte man vom Hange des Podkova-Berges eine schöne Aussicht in das Tal, heute sind allerdings die meisten Felsen vom hochgewachsenen Wald verdeckt.

In diesem Tal und seiner Umgebung gibt es einige nicht besonders bedeutende Bergsteiger-Türme. Etwa 150 m vor dem Eingang in das Tal steht über dem Weg aus dem Krásný důl (Schöner Grund, früher Kaisergrund) der 15 m hohe Cukrová homole (Zuckerhut), den zum ersten Male im Jahre 1908 die Grottauer Bergsteiger Wolf a Wanitschek bestiegen haben, und etwas höher am Hang der Žlutá věž (Gelber Turm). Aus dem Südrande des Skalní divadlo ungefähr in der Mitte ragt die auffallende Felsgruppe Tuleni (Robben) herauf, in deren Westwand man die Namen K. Richter, E. Görlich und die Jahreszahl 1905 eingegraben findet. Nicht weit davon steht der kleinere rundliche Turm Stoupa (Stampfmühle), im weiter westlich aufsteigenden Felskamm der Turm Listopadová věž (Novemberturm) und im Abschluss des Tales der Bergsteigerfelsen Pavéza (Schild)

Weiter geht es hinunter zum Kaisergrund, von da führt ein steil werdender Pfad hinauf zur Wegekreuzung beim Bäckenherrgott (Pekařův kříž). Den Abstieg nach Finkendorf wählen wir über die Hohe Haide (Černý vrch). In Finkendorf teilt sich kurz die Gruppe: die einen besteigen den Rabenstein (Havran), der einen schönen Blick über Finkendorf gewährt, die anderen machen einen Abstecher zu den Finkendorfer Steinen (Polesínský kámeny), über die sich nach wie vor nirgends etwas Erhellendes in der Literatur finden lässt, außer in der Wegedatenbank von Jörg Brutscher (siehe hier). Es handelt sich um ein Felsareal, ähnlich dem der Elefantensteine (Bílé kameny) bei Pankraz (Jitrava). Das im Wald gelegene Felsgebiet scheint wesentlich ausgedehnter als das der Elefantensteine, welche jedoch die Finkendorfer Steine an Höhe überragen. An etlichen Felsen sind Aufstiegshilfen eingemeißelt. Probleme mit dem Gleichgewicht sollte man aber beim Besteigen nicht haben.

Die Mannschaft versammelt sich wieder beim Mittagessen in der „Sportturia“. Wir sind die einzigen Gäste (18) dementsprechend erfreut ist die Wirtschaft. Als wir uns auf den Rückweg begeben, irritiert uns der Anblick des Ortskerns. Da, wo einst die kultige Gaststätte "Zur Quelle" ("U Budulínka") stand, herrscht gespenstige Leere. Abrissgerätschaft vollendet gerade sein Werk, Reste des Mauer- und Fachwerks liegen verstreut umher. Kaum vorstellbar, dass hier ein Schandfleck liegen bleibt. Man wird sehen, was demnächst hier aus dem Boden gestampft wird. Geld scheint ja unter den (manchen) Leuten zu sein.

Für den Rückweg nach Lückendorf wählen wir den angenehmen Fuchsbergweg (Žitavská cesta), der um den Fuchsberg (Liščí hora) herum führt. Wir verlassen diesen aber alsbald und bevorzugen einige wilde Pfade, die aber letztendlich in Grenznähe wieder auf den Hauptwanderweg münden.


Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.




Am Felstheater um den Hufeisenberg

















Die Finkendorfer Steine
 



Blick über Finkendorf von der Rabensteinaussicht



Die Sportturia Pension





Hier stand einmal die Pension Budulinka
 



Der Badetein ich Finkendorf. Einst und jetzt




Herbstliche Impressionen auf unserem Rückweg nach Lückendorf













Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Interessante Blogs Blog-Webkatalog.de - das Blogverzeichnis