Dienstag, 28. April 2026

Wanderung zum Schmiedsberg

 Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz



Die Gegend um den Schmiedsberg (Kovářský vrch) kennen wir ob seines aussichtsreichen Umfeldes ganz gut, einen Aufstieg haben wir uns allerdings immer versagt, weil nach allen Informationen von seinem Gipfel wegen der Bewaldung nun gerade nichts zu sehen sein soll. Das wollen wir heute einmal überprüfen. Gegen die empfohlene Route von Lindenau (Lindava) aus wurde allerdings seitens eines Wanderfreundes Protest eingelegt, weil keine Kneipe am Wege liegt. Also drehen wir die Geschichte einfach um und starten in Großwalten (Velký Valtinov), denn in Lindenau unterhalb der Kirche erwartet die "Hospoda u Řepy" ihre Gäste, täglich geöffnet über die Mittagszeit (außer montags). Um es kurz zu machen: natürlich hatte der Laden zu, derzeit nur geöffnet an Wochenenden. Unsere Gram hält sich aber in Grenzen, denn es erwartet uns eine Tour der Superlative, auch ohne Einkehr.

Zunächst geht es durch das liebliche Teichgebiet von Großwalten (Valtinovský rybniky), wobei Schwanteich (Labutí rybník) und Horkateich (Zaječí rybník) unseren besonderen Gefallen finden. Kraniche und Seeadler kann man mit ein wenig Aufmerksamkeit hier erspähen.

Durch ein Waldgebiet geht es hinauf an den Fuß des Schmiedsberges. Der kurze Anstieg zu seinem Gipfel ist, vorbei an einem alten Steinbruch, etwas ruppig. Oben angekommen entfaltet sich aber über einen Kahlschlag hinweg das tolle Panorama der westlichen Hemisphäre (mit Urteilsberg (Ortel) Kleis (Klíč), Limberg (Jezevči vrch) und Lausche (Luž)). Der Blick auf den Jeschkenkamm ist leider durch die Bäume eingeschränkt.

Beim Abgang in Richtung Lindenau statten wir dem Totenstein (Skála smrti) einen Besuch ab, nicht alle Wanderfreunde kennen den schon. Wer Näheres dazu erfahren möchte, lernt das hier (hier). Die Herren Beckert und Bundesmann, Schöpfer dieser Kunstwerke, haben sich redlich an den Sandsteinfelsen der Kunnerwitzer Schweiz abgearbeitet. Das, was zuweilen als Kulturgut gilt, wird heutzutage eher als Frevel an der Natur gesehen. Betrachten wir es also einfach als Zeitzeugnisse und sorgen wir dafür, dass Solches heute nicht wieder auflebt. Vielleicht ist die Sorge aber auch unbegründet: was gibt es heute schon noch zu verewigen und wer macht deswegen noch die Finger krumm?

Forschen Schrittes begeben wir uns in Richtung Lindenau, noch nicht wissend, dass es heute kein Bier geben wird. Wenigstens hat man aber die Tische bei der Kneipe draußen stehen lassen, so dass wir daran Mitgebrachtes verzehren können.

Eine weitaus ungekannte Besonderheit sind die in den Sandstein getriebenen Höhlen an einem Hang östlich von Lindenau. Anzunehmen ist, dass hier für die Spiegelschleiferei Sand gewonnen wurde, denn sie erinnern an die weitaus mächtigeren Höhlen im Tal des Zwittebaches (Svitavka) bei Wellnitz (Velenice).

Nach Besichtigung der Höhlen machen wir uns auf den Rückweg, der uns wieder hinauf an den Fuß des Schmiedsberges führt. Es ist warm geworden und die Sicht am heutigen Tage ist fantastisch klar. So gönnen wir uns noch einmal ein paar Minuten Ruhe und genießen die herrlichen Ausblicke auf die Landschaft, bevor wir die letzten Kilometer zurück nach Groß Walten in Angriff nehmen.


Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.





Im Groß Waltner Teichgebiet














Ausblicke vom Schmiedsberg










Beim Totenstein













Lindenauer Kirche


Die Lindenauer Höhlen







Aussichten von der Südflanke des Schmiedsberges











Stillleben Für Freunde richtiger Chemtrails

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