Sonntag, 9. Juli 2017

Wie wurde die Cheops-Pyramide erbaut - eine neue Idee...


Und hier noch ein paar Fotos von einer Bildungsreise nach Gizeh (Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf)...


Am Stadtrand von Kairo befindet sich das einzige noch existierende von den 7 Weltwundern der Antike: Die Pyramiden von Gizeh.


Lageplan der Pyramiden von Gizeh


Die größte ist die Cheops-Pyramide


Im Gebäude davor befindet sich die 31 Meter lange Sonnenbarke des Cheops.


Die Cheops-Pyramide hat eine Basislänge von 230 Meter


Ihre Höhe war ursprünglich 146 Meter, heute beträgt sie noch 139 Meter


Die Pyramide ist etwa 4400 Jahre alt


Um die Pyramide herum herrscht starker Besucheransturm


Einige wagen sich auf die unteren Steinblöcke


Der Größenvergleich mit den Menschen zeigt, wie riesig das Bauwerk ist



Auch ein Kamelritt um die Pyramiden ist möglich



Neben der großen Cheops-Pyramide gibt es noch 3 kleine Königinnen-Pyramiden, die immerhin 30 Meter hoch waren.



Blick von der Cheops-Pyramide zur Chephren-Pyramide


Sie ist die die zweitgrößte Pyramide


Sie hat eine Basislänge von 215 Metern


Mit einer Höhe von 136 Meter ist sie etwas niedriger als die Cheops-Pyramide


Sie erscheint aber durch den steileren Neigungswinkel höher als die Cheops-Pyramide. Dahinter ist die Mykerinos-Pyramide sichtbar.


Besucher am Fuße der Chephren-Pyramide


Man erkennt die Chephren-Pyramide leicht an der noch vorhandenen Verkleidung der Spitze.



Herabgefallene Teile der Verkleidung am Fuß der Pyramide



Die heute 62 Meter hohe Mykerinos-Pyramide ist die mit Abstand kleinste der drei Pyramiden von Gizeh


Noch einmal die Cheops-Pyramide, von der Chephren-Pyramide aus gesehen


Im Dunst liegt das Niltal



Die Karawane zieht weiter...



Gesamtansicht der Pyramiden von Gizeh



Besuchermassen bewegen sich von den Pyramiden zum Sphinx


Der Sphinx ist 73 Meter lang und 20 Meter hoch


Dahinter die zwei größten Pyramiden von Gizeh


Der Sphinx ist über 4500 Jahre alt


Die große Cheops-Pyramide und die kleinen Königinnen-Pyramiden


Ideale Kulisse für die Aufführung der Oper Aida

Donnerstag, 6. Juli 2017

Wanderung zu den untergegangenen Dörfern des Rollberg-Hügellandes in Nordböhmen

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Anlässlich einer Exkursion in das ehemalige Militärsperrgebiet am Roll führte uns der Begleiter an einen Ort, der den meisten Teilnehmern die Sprache verschlug. Nach Austritt aus dem Walde breitete sich vor der versammelten Mannschaft ein Panorama des Jeschkenvorlandes aus, welches kaum in Vergessenheit geraten kann. Vor meinem geistigen Auge formte sich unmittelbar eine Wanderstrecke, die hier vorbeiführen musste. Nun, nach einer erzwungenen längeren Pause sollte dies die erste Wanderung sein. 

Das ehemalige Militärgelände am Roll (Ralsko) haben wir mehrfach beschrieben und wollen es somit bei einem Vorwort zu dem Buch 'Hühnerwasser und Umgebung – in alten Ansichtskarten' belassen. 

'Heute ist das ehemalige Militärgelände wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei Wanderungen oder Radtouren (für Motorfahrzeuge ist die Zufahrt verboten) können Sie immer noch Erinnerungen an die damalige Besiedlung finden: in Sandstein gehauene Keller und Ställe, verschüttete Brunnen und Regenwasserzisternen, Fundamente von Anwesen und Reste von mit Anflugsträuchern bewachsenen Grabsteinen. Alte, verkrümmte und mit Moos bewachsene Obstbäume lassen uns ahnen, dass sich hier einst Gärten befanden.' (Jaroslav Kovařík)

Die beiliegende Übersichtskarte zeigt das Gebiet der verschwundenen Dörfer. 


Die Orte, die wir heute besuchen, lagen auf einer Sandsteinplatte, in die sich waldreiche Schluchten eingegraben haben, so dass sich mehrfache Auf- und Abstiege erforderlich machen. Weite Wiesen und Felder breiten sich zwischen den ehemaligen Ansiedlungen aus. Aus den Hochlagen der Fluren zwischen dem früheren Wolschen (Olšina) und Kostersitz (Kostřice) ergeben sich immerfort wundervolle Ausblicke auf die markanten Erhebungen des Jeschken (Ještěd), des Rollbergs sowie der Bösige (Bezdězy) und sogar der Hochwald zeigt sich in deutlich in der Ferne. Die Erhebungen des Böhmischen Paradieses (Český ráj) und der Kamm des Riesengebirges (Krkonoše) treten deutlich am Horizont hervor.

Als Startpunkt wählen wir Hlawitz (Hlavice). Bevor wir unser Zielgebiet bei Nahlau (Náhlov) erreichen, holen wir ein wenig aus, um die Gegend kennenzulernen. Über Großlessel (Hrubý Lesnov), Zetten (Cetenov) erreichen wir die wenigen verstreuten Anwesen bei Teschen (Těšnov), wir werfen einen Blick auf das uns bekannte (und beliebte) Nahlau mit den weitläufigen Wiesen, die durch die darin verstreuten Baumgruppen einen parkähnlichen Charakter erhalten. Hier tauchen wir ein in den Bereich der verschwundenen Dörfer. 

Um Nahlau versammelten sich Böhmisch Neuland (Česká novina) und Halbehaupt (Pahlolavy). Einige geografische Bezeichnungen erinnern daran, dass durch die Gegend früher die Basaltader der Teufelsmauer verlief, z.B. der Teufelsbach (Čertův potok), an dem entlang ein Stück unseres Weges verläuft oder die Teufelswand (Čertova stěna) am Weg in Richtung Krida (Křída). Bei der Teufelswand handelt es sich um Reste der bekannten Teufelsmauer, die hier noch zu Tage treten. Ein Versuch, diese Reste zu finden, blieb angesichts der fortgeschrittenen Zeit vergeblich, denn Ziel der Wanderung waren die Höhen bei Wolschen. 

Bei dem früheren Ort Krida verlassen wir die Waldzone und mit zunehmender Höhe beginnt die sagenhafte Gesamtschau über die Landschaft. Endlich erreichen wir auf dem Plateau die Fluren von Wolschen. Obzwar das Leben für die Bewohner hier oben in der Höhe karg gewesen sein mag, wurden sie durch diese begnadete Lage auf dem Dach des Hügellandes belohnt. Wie gesagt, Wolschen wurde dem Erdboden gleichgemacht. Aufschluss über die früheren Verhältnisse gibt die 'Heimatkunde des politischen Bezirkes Böhmisch Leipa' (Dr. Franz Hantschel)

'Bei der letzten Volkszählung (1900) hatte Wolschen 44 Häuser mit 214 durchwegs deutschen Bewohnern. 1908 war die Häuserzahl auf 46, somit seit 80 Jahren um 12 gestiegen. - Ackerbau und Viehzucht sind der vorherrschende Erwerb der Bewohner, wie auch vor dem Jahre 1848, als man 17 Bauern und 10 Gärtner mit Wirtschaften von 25 – 35 Joch zählte. Außerdem besitzt der Ort noch 3 Gasthäuser, 3 Kaufläden, 2 Getreidehändler, 2 Geflügel- und Wildbrethändler, und einige Handwerker; ferner eine im Jahre 1908 erbaute Dampfmolkerei, zu welcher die Orte Wolschen, Kridai, Kostersitz, Teschen, Dolanken, Halbehaupt, Böhm. Neuland, Proschwitz, Gablonz, Chlum, Prositschka, Kratzdorf und Schiedel gehören; endlich an der Straße nach Halbehaupt eine Ziegelei, deren Betrieb in jüngster Zeit bedeutend vergrößert wurde.'

Von alldem ist nichts mehr vorhanden. Wandert man über die Fluren, die sich heute in einem landwirtschaftlich guten Kulturzustand befinden, wird man das Gefühl nicht los, dass trotz der unendlichen Stille, die hier herrscht, der mahnende Geist der alten Einheimischen noch immer allgegenwärtig ist. Nur in dem nahen Ort Gablonz (Jablonec) stehen noch zwei verwitterte Gebäude: die deutsche und die tschechische Schule. Das Areal dieses ehemaligen Dorfes gehörte zu den bestbewachten Militärstandorten Europas. Hier, so sagten uns tschechische Bürger, hatte die russische Armee während der Besatzung ihre Atomsprengköpfe gelagert. Heute breiten sich dort riesige Photovoltaikanlagen in der Landschaft aus. Glücklicherweise sind diese aber nicht so ohne weiteres einzusehen.

Nach einer langen Rast auf den Höhen bei Wolschen wandern wir langsam nach Kosteritz, weiter durch das Tal der Kleinen Iser (Zábrdka) über Wapno (Wapno) zurück nach Hlawitz. In dem Gartenlokal an der Kirche des Hl. Leonard lassen wir unsere Tour ausklingen.



Landschaft um Hlawitz 





Landschaft um Teschen





Landschaft um Nahlau







Landschaft bei Wolschen




Landschaft bei Kosteritz



Alte deutsche Schule von Gablonz


Kapelle in Wapno



Kirche zum Heiligen Leonard in Hlawitz

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