Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Basilika Maria Heimsuchung in Haindorf in Böhmen


Über das wundertätige Marienbild von Haindorf (Hejnice) in Böhmen am Fuße des Isergebirges erzählt man sich folgende Sage:

In Wildeneichen lebte ein armer Bauer, der nährte sich vom Siebmachen und war ein frommer und gottesfürchtiger Mann. Dem wurden einmal seine Frau und sein einziges Kind sehr krank. Da kam der Bauer in schwere Sorgen. Einstmals träumte ihm, er solle ein Marienbild kaufen und dieses in eine Linde setzen, die ihm wohl bekannt war und auf einem schönen freien Plane stand. Nächsten Tag ging der Bauer nach Zittau, kaufte ein Marienbild und setzte es in die Linde und von Stund an wurden die Seinen gesund. Dieses Bild hat nachher viele und große Wunder verrichtet, daß es gar nicht auszusagen ist und die Leute sind so häufig zu ihm gekommen, daß man auch eine Kapelle, später aber ein Kloster an derselbigen Stelle gegründet und das ist das jetzige Kloster Haindorf in Böhmen.

Bei Görlitz lebte ein Eisenhammerknecht, das war ein gotteslästerlicher Gesell, zumal wenn er im Rausche war. Einstmals trank er's unter frevelhaften Reden einem Kruzifixe zu, sprach, der Heiland sollte ihm Bescheid thun; da ward ihm ein trefflicher Bescheid, denn von Stund an ward seine Zunge gelähmt, konnte nicht mehr sprechen und war ganz stumm. Da ging er in sich und that Buße. Sie brachten ihn aber zu einem Pfaffen, der „verlobte" ihn nach Kloster Haindorf an die heilige Maria und augenblicklich ward das Band feiner Zunge gelöst, ging hin und lobete Gott und die heilige Maria von Haindorf.

Von dem Hause in Zittau, wo einst der Bauer das Bild gekauft, geht eine gewisse Sage, daß es bei allen großen Bränden dieser Stadt auf wunderbare Weise sei erhalten worden. Aber es weiß heut zu Tage Niemand mehr, welches Haus es gewesen.

Angeblich soll sich dieses denkwürdige Ereignis 1211 zugetragen haben, als "Zittau" noch aus mehreren Dörfern um eine kleine Burg am Fluß Mandau bestanden hat. Deshalb feierte man dieses Jahr auch das 800 jährige Bestehen der Ortschaft Haindorf. Sicher ist jedoch nur, daß bereits 1472 an der Stelle der heutigen Basilika eine Kapelle, die der heiligen Maria, Mutter Gottes, geweiht war (und die genau an der Stelle der in der Sage erwähnten Linde erbaut wurde), bestanden hat. Um diese Kapelle entstand aus einem langgezogenen Waldhufendorf am Gebirgsfluß Wittig der Ort und später (seit 1917) die Stadt Haindorf. Haindorf entwickelte sich, nachdem an dieser Stelle im Jahre 1692 ein Franziskanerkloster errichtet wurde, zu einem der am stärksten frequentierten Wallfahrtsorte in Nordböhmen (was auch heute noch der Fall ist). Dem trug auch die Errichtung der zweitürmigen Basilika "Maria Heimsuchung" im Barockstil bei, die in den Jahren von 1722 bis 1729 unter Leitung des in Prag tätigen Tiroler Baumeisters Thomas Haffenecker (1669-1730) erschaffen wurde. Sie ist noch um einiges größer als die "Kleine Basilika" in Deutsch-Gabel und ersetzte die damals dort befindliche und baufällig gewordene gotische Klosterkirche. 

Die folgenden Fotos stammen von meinem kürzlichen Besuch der Haindorfer Basilika ...





Das Innere der Basilika beeindruckt neben der erhabenen Größe (sie fasst mehrere 1000 Personen) und neben dem Altar durch seine Deckenmalereien (sie entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts und sind mittlerweile - wie die gesamte Kirche - aufwendig restauriert worden. Besonders sehenswert ist auch die gotischer Holzplastik der Schwarzen Madonna aus dem Jahr 1380 sowie der Feldaltar Albrecht von Waldsteins (Schillers "Wallenstein") aus dem Jahre 1637.

(abfotografiertes Bild von der Informationstafel, da ich kein Weitwinkel mit hatte)














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