Sonntag, 17. Juni 2012

Fotoexkursion zum Lichtenberger Teich zwischen Schönborn und Obergrund in Nordböhmen


Strahlend blauer Himmel und noch nicht zu warm - da hab ich mich spontan entschlossen, mal ein "Stückchen" Rad zu fahren. Unterwegs kristallisierte sich immer mehr das Ziel heraus - der Lichtenberger Teich mit seiner Windmühle, die ich erst vor kurzem besucht hatte. Da ich allein mit dem Mountain-Bike unterwegs war, konnte ich mir etwas mehr Zeit zum Fotografieren nehmen und zugleich einmal den Teich umrunden. Hier ein paar Naturaufnahmen, die dabei entstanden sind.

Das Erste, was mir auffiel, war ein neues vergoldetes Kruzifix auf einem alten Andachtsstein, der die Zeiten neben einer alten Linde überdauert hat und so noch etwas an das nach dem Weltkrieg zerstörte Dorf Lichtenberg (Světlík) erinnert. Nur die Schriftplatte mit einem frommen Spruch fehlt noch:



Panorama des Lichtenberger Teiches:


Und hier in wieder in "groß" (Achtung: eventuell lange Ladezeit!)


Am Teich saßen ein paar offensichtlich recht erfolglose Angler und auf dem Teich waren neben einigen mausernden Stockenten sonst nur noch eine einzelne Reiherente auszumachen. Also habe ich mich erst einmal auf die "kleinen Dinge" konzentriert und das Makroobjektiv aufgeschraubt.

Mein erstes Objekt war ein kleiner Schilf- oder Rohrkäfer der Gattung Donacia, wahrscheinlich ein "Grünkupferner" Donacia vulgaris:


Von den Schilf- oder Rohrkäfern gibt es bei uns ungefähr 20 Arten, von denen man den "Grünkupfernen" gar nicht so selten bei Sonne glitzern auf Schilfblättern ausmachen kann...



In großer Zahl wuchs auf schlammigen Flächen am Teichrand der wahrlich recht giftige, da in großer Menge Protoanemonin enthaltene "Gift-Hahnenfuß" Ranunculus sceleratus. Sein wichtigstes Bestimmungsmerkmal ist der walzenförmige Blütenboden.


An der gleichen Stelle war auch das nicht sehr häufige Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) zu finden.


Am hinteren Teil des Teiches schließen sich ausgedehnte Moorwiesen mit dichten Wollgrasbeständen an. Ich habe sie nicht weiter betreten, da sie als Flächennaturdenkmal ausgewiesen sind. Hier konnte man den Kuckuck rufen hören - zu Gesicht bekommen habe ich ihn leider nicht.


Dafür flatterte am Waldrand in größerer Zahl die Braune Tageule (Euklidia glyphica) herum.



Auch "Gebänderte Langhornmotten" (Nemophora degeerella) waren bei diesem schönen Wetter in größerer Zahl unterwegs.

Wieder am Ufer, hatte ich es nun auf die schnell daherfliegenden Großlibellen abgesehen, die ich eine Zeitlang mit dem Feldstecher bei ihren abrupten Flugmanövern beobachten konnte. Besonders eine Feuerlibelle (Crocothemis erythraea, Männchen) landete ab und zu mal auf einen Stock, der aus dem Wasser ragte. So konnte ich deren Anflug abpassen und kurz vor der Landung den Auslöser drücken:



Gleich danach sellte sich noch ein Großer Blaupfeil (Orthetrum cacellatum) hinzu, der aber leider nicht einen so exponierten Ruheplatz wählte...


Und dann wurde es ganz lustig, als eine muntere Entenfamilie im Blickfeld aufkreuzte, so daß ich auf das Telezoom umsteigen mußte:




In Formation...


Wenn das Ansehen von "Alles was zählt" bei RTL reine Zeitverschwendung ist, so ist das Beobachten dieser lustigen Entenfamilie mit dem Feldstecher Erholung pur...


Am Uferrand blühte an vielen Stellen die leuchtendgelbe Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Über ihren Nektar machte sich derweil eine kleine Wildbiene her...



In größerer Zahl konnte ich auf Schilfblättern auch die Bernsteinschnecke (Succinea putris) ausmachen.



Überraschender war da schon diese flügellose "Ameisenwespe" Mutilla europaea, die mir an einer trockenen Stelle über den Weg gelaufen ist. Ihre Larve parasitiert gerne in Hummel-Larven. Das ausgewachsene Insekt - wie hier auf diesem Foto - sollte man aber nicht nur wegen ihrer Seltenheit in Ruhe lassen. Es kann auch sehr empfindlich stechen...


Auf dieser Freileitung sitzt eine (wahrscheinlich noch junge) Schafstelze (Motacilla flava).

Auf der Südseite des Lichtenberger Teiches hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Bergkette, die sich vom Schöber über Tollenstein und Tanneberg bis zum Rosenberg nahe der Elbe hinzieht. Hier erst einmal ein etwas ungewöhnlicher Blick auf Tollenstein. Im "Vordergrund" lugt ein wenig die Wallfahrtskapelle vom Sankt Georgentaler Kreuzweg zwischen den Bäumen hervor:


Und hier nun ein ganzes Panorama ...


und selbstverständlich nochmals in "groß" ... (Achtung, eventuell lange Ladezeiten!)

Dann hab ich mich wieder auf den Rückweg über Sankt Georgental (Jiretin), Niedergrund (Dolni Podluzi) und Herrenwalde gemacht, ohne zu vergessen, kurz vor der Grenze noch ein Maß "Böhmisches Bier" zu geniesen und einen armen, invaliden Kater zu streicheln... 

Eine knappe Stunde später war ich wieder zuhause in Zittau...


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