Samstag, 8. Dezember 2012

Erinnerung an den Kleinkunst-Heimatdichter und großen Erfinder Arthur Schramm (1895-1994) aus Annaberg im Erzgebirge




Schiller, Goethe, Arthur Schramm -
Sind die besten, dir mir ham!




Ich weiß gar nicht mehr, wie wir auf Arthur Schramm gekommen sind - ach ja, es war der zeitlose Spruch

Sommer, Sonne, Wellenpracht,
Badehose, Sowjetmacht.

der uns bei unserer heutigen Winterwanderung spontan eingefallen ist. Nun ja, Arthur Schramm, einer unserer (siehe oben) größten Kleinkunst-Heimatdichter, hat uns eine große Zahl von kurzen Sinnsprüchen hinterlassen, die leider immer mehr - sogar in seiner "Arzgebirg-Heimat" - in Vergessenheit geraten. Dem will ich mit diesem Blogbeitrag Einhalt gebieten. Ihr Vorteil ist, sie sind kurz, grotesk und leicht zu merken. Also weitererzählen. Ich habe sie etwas kategorisiert, auch um der vielseitigen Persönlichkeit des Dichters gerecht zu werden. Und, wie gesagt, nicht nur Schiller und Goethe waren große Poeten!

1. Sozialismus

Der Kumpel aus dem Bergloch kriecht.
Hurra, der Sozialismus siecht!

Sommer, Sonne, Wellenpracht,
Badehose, Sowjetmacht.

Ein flotter Spruch von Arthur Schramm
eröffnet das Aktionsprogramm.

2. Persönliches

Oben Wasser, unten Schlamm, ---
Oh Georg Arthur Schramm!

Die Fliege in der Suppe schwimmt.
Arthur Schramm ist gut gestimmt.

3. Bergbau

Rumpeldipumpel,
weg war'n die Kumpel!
Schippe drauf,
Glück auf.

Was leuchtet so rot aus dem Wald heraus?
Das Bergarbeiterkrankenhaus!

Sein letztes Brot,
der Kumpeltod...

Luis Trenker auf die Berge steigt,
Der Bergmann darin gräbt und schweigt.

4. Erzgebirgsheimat

Der Fichtelberg ist steil: Ski heil!
Der Keilberg ist steiler: Ski heiler!

Griene Kließn un' Schwammebrieh.
Oh Arzgebirg, wie bist Du schieh!

Bärenstein und Scheibenberg.
Eilt des Wandrers Augenmerk.

Itze kimmt de Kirmes raa,
Giht das Assen a.
Wenn de Kirmes is v'rbei,
Ass mr wieder Supp' und Brei.

5. Kriegszeiten

Oh Arzgebirg, wie bistu schie,
wenn's Bömble kimmt, da bistu hie!

Was blinkt vom Walde drüben lustig her?
Ein feindliches Maschin'gewehr!

6. Dies und das...

Die Sonne scheint ins Kellerloch.
Ach laß sie doch - ach laß sie doch!

Wenn im Schnee spiel'n die Kinder,
dann ist Winter.

Im Frühling fällt vom Dach der Matsch
Klatsch!


Im Wald, da steht ein Ofenrohr.
Stellt euch mal die Hitze vor!

Hüb'n e Baam, drüb'n a Baam,
mittendrin e Zwischenraam,
Links e Bach,
Ach!

Der Baum hat Äste, das ist das Beste, 
denn wär er kahl, dann wär’s ein Pfahl

Die Zukunft weist er - Scheibenkleister.

7. Wendezeiten

Geld ist alle, Einheit da - Hurra!

Überall, wohin man schaut, wird abgebaut.

Arbeit weg und Ofen aus -
nun mach was draus.

Arthur Schramm hat auch sehr erfolgreich die großen deutschen Klassiker kopiert. So gelang es ihm, das Monumentalgedicht von Friedrich Schiller "Das Lied von der Glocke", auf vier Zeilen zu komprimieren:


Loch in Erde,
Bronze rinn,
Glocke fertig,
bimm, bimm, bimm.


Übrigens, Arthur Schramm war nicht nur ein großer Dichter, wie obige Kostproben beweisen. Er war auch ein großer Erfinder (vielleicht nicht ganz so groß wie Edison, ist Ansichtssache) und hat versucht, eine Vielzahl von Patenten anzumelden, z.B. für


  • "Zeppelin"-Fliegenfänger
  • MIRAMM-Kaffeefilter
  • MIRAMM-Wäschezange
  • Riez-Rasierplatte
  • Wetzstein-Handschutz
  • Fahrradsattel-Lehne
  • Salzstreuer "Neues Ideal"
  • sowie die Feldflasche

Leider verkannte das deutsche Reichspatentamt die Bedeutung dieser Erfindungen oder es waren (meistenteils) die Erfindungen bereits erfunden. So blieb ihm leider die ihm gebührende Anerkennung sowie ein wirtschaftlicher Erfolg in seinem langen Leben weitgehend versagt. Aber wir sollten uns ab und an an ihn erinnern - mit einem Lächeln...

www.wincontact32.de

Kommentare:

  1. :-D - muss da doch glatt mal Nachforschungen betreiben, ob 'dieser Schramm' und mein Mann nicht zuuufaellig miteinander verwandt waren; die 'brutale Trockenheit' seiner Texte wuerde darauf hindeuten!

    LG, Gerlinde

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  2. Arthur Schramm- Der Wald:
    Links e Baum und rechts e Baum
    in der Mitte Zwischenraum
    und weiter hinten-
    man glaubt es kaum
    steht noch e Baum...

    Gruß Gerd (Vogtland)

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