Mittwoch, 9. Januar 2013

Wanderung um die Hohlener Teiche (Nordböhmen)

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz und Holger Totz, Herrnhut

Wer genau weiß, wo er suchen muß, der wird von den Gipfeln der heimischen Berge (Lausche, Hochwald, Pfaffenstein) bei schönem Wetter im Südwesten den Wilschtberg (Vlhošť) und den Ronberg (Ronov) entdecken. Der Wilschtberg ist mit 614 m die höchste Erhebung der Daubaer Schweiz, während der vulkanische Kegel des Ronberg bereits dem östlichen Teil des Böhmischen Mittelgebirges zugerechnet wird. Genau diese beiden Berge sind das Ziel unserer heutigen Wanderung. Die Tour gefällt durch die abwechslungsreiche Landschaft und die sich dadurch ergebenden Aussichten. Als Ausgangspunkt wählen wir Hohlen (Holany), südlich von Böhmisch Leipa (Česká Lípa) gelegen. Bereits hinter Neugarten (Zahrádky) passieren wir kurz vor Hohlen die Hohlener Teichlandschaft (Holanské rybníky), durch die uns der Rückweg der heutigen Wanderung führt. Zunächst wenden wir uns aber dem gebirgigen Teil der Tour zu. Ein Rundweg bringt uns bis unterhalb des Gipfels des Wilschtberges. Der Sockel des Berges besteht aus Sandstein, von dem er terrassenartig umgeben ist. Auf seiner westlichen und südlichen Seite liegen diese Terrassen frei, so dass von hier eine schöne Aussicht in die Daubaer Schweiz und hinüber ins Böhmische Mittelgebirge besteht. Südlich des Ronberges zeigt sich der Gansberg, dessen Gipfel von einem Fels in der Form einer Gans (Husa) bewacht wird (aber das ist eine Wandertour für sich). Nach einem kurzen steilen Abstieg treffen wir ein Felsplateau, über welches der Wanderweg von Dauba nach Neugarten verläuft. Es ist lohnend, sich auf diesem Plateau etwas umzusehen. Der Sandstein ist hier gespalten und weist mächtige Risse auf. Durch einen dieser Risse läuft der Weg dann hinab und durch das Wilschtbergtal nach dem verschlafenen Ort Sterndorf (Hvězda). Auch der Heimatforscher A. Paudler ist hier um 1890 bereits gewandert. Er beschreibt diesen Weg so: 'Bald geriethen wir aber wider alles Vermuthen auf die tiefen Felsgeleise einer uralten Straße, welche von Hohlen gegen Skalken geführt hat und theilweise sogar nach der Art der alten Römerstraßen mit großen Sandsteinen gepflastert ist.

Der weitere Weg zum Ronberg verläuft hinter Sterndorf entlang des Brotschkenwaldes, der von einer Felsgalerie gesäumt wird. Hinter diesem felsigen Wall türmen sich noch zahlreiche Kletterfelsen auf. Das eigentliche Ziel, den solitären Ronberg, hat man jetzt bereits vor Augen. Nach teils steilem Aufstieg wird man auf dem Gipfel in der Ruine der alten Burg einen geeigneten Platz für eine längere Rast finden. Der sich von hier ergebende Rundblick ist phänomenal, ganz nach der einfachen Devise : kann man vom Punkt A Punkt B sehen, so sieht man auch von Punkt B Punkt A - und der Ronberg ist nun einmal ein zentraler Blickfang in der nordböhmischen Landschaft. Bei Paudler liest man weiter (als Zitat): 'Wir haben alle die alten Burgen, die schönen Aussichtspunkte des Leitmeritzer Kreises erstiegen und die Umsicht von der alten Rohnburg als eine der lieblichsten, entzückendsten gefunden'. 

Als Rückweg nach Hohlen gönnen wir uns die Route durch die schon erwähnte Teichlandschaft. Sie besteht aus 23 Teichen und wurde bereits im 16. und 17. Jahrhundert zum Zwecke der Fischzucht angelegt. Die Seen befinden sich auf unterschiedlichem Höhenniveau, so daß zur Regulierung bereits damals entsprechende Wasserbauwerke angelegt wurden. Es schadet nicht, sich für den Weg durch die Teiche Zeit zu nehmen. Genauso aufregend, wie die Aussicht von den Bergen ist der Blick über den See zu jenen zurück. Je mehr der Abend herein bricht und die Sonne ihr warmes Licht über die Seen schickt, um so mehr schmeicheln sie sich in unser Empfinden ein. Kurz vor Erreichen des Ausgangspunktes wird die Kulisse noch durch die Kirche von Hohlen bereichert.



Hohlen vor der Kulisse des Lausitzer Gebirges


Blick vom Wilhoscht über Littnitz zum Hohen Geltsch


Hohlweg in das Wilhoscht-Tal


Felsterrassen am Wilhoscht



Fachwerkhäuser in Sterndorf


Der Ronberg vom Brotschkenwald gesehen


Hopfenanbau bei Stran, im Hintergrund der Wilhoscht


Felsformation am Brotschkenwald


Aufstieg zum Ronberg, den eine mittelalterliche Burgruine ziert...


Blick zum Wilhoscht vom höchsten Punkt des Ronbergs aus


Kirche von Drum


Der Weg ins Teichgebiet ...


Marterl am Wege


Blick zum Ronberg...



Teile eines Überlaufbauwerks



Kirche Hohlen mit Wilhoscht



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