Freitag, 4. März 2016

Zittauer Stadtansichten - historisch gesehen...


Schon 1569 war Zittau ein hübsches Städtchen...  (detaillierter Stadtplan von 1643 siehe hier)


Und hier im Jahre 1814, von der (noch heute zu besichtigenden) Burgmühle aus gesehen...


Blick auf Zittau vom Kummersberg aus - links der damals (1848) neu erbaute Bahnhof...





Prospekt der Stadt Zittau vor ihrer Zerstörung im Jahre 1757

Alle folgenden farbigen Bilder stammen aus dem Exemplar


der Digitalen Sammlung der Sächsischen Landesbibliothek Dresden (ein Nachdruck ist 1995 erschienen und z. B. in der Zittauer Hochschulbibliothek ausleihbar).


Ansicht von Zittau gegen Süden. Der Graben ist der Hospitalmühlgraben. Der Weg links war seinerzeit dem Bau der Mandaukaserne im Wege... 


Zittau wurde bekanntlich am 23. Juli 1757 während des 7-jährigen Krieges von den Österreichern in Brand geschossen - im Zentrum blieb nur der Turm des alten Rathauses stehen... Ansicht um 1800.


Das Bautzner Tor stand dort, wo heute die Hauptpost und das Johanneum steht... (1845) Ich glaube, das Konstitutionsdenkmal steht noch dort... (muß gelegentlich mal guggen gehn)


Links das ist die heutige Sparkasse und vorn das innere Frauentor im Zustand von 1842


Zittauer Rathausplatz zu einer Zeit, als man diskutierte, ob man ihn als Droschkenparkplatz nutzen solle oder vielleicht eher doch nicht... Leider ist nur noch ein Brunnen (der Marsbrunnen im Vordergrund) vorhanden...


Promenade an Societätsgebäude (das "Ballhaus" zum Grünen Ring) - daneben die 1410 errichtete Kreuzkirche noch ohne Fastentuch... Genau gegenüber der  grünen Insel hat sich Herr Hiller eine hübsche Villa errichten lassen und links außerhalb des Bildes wurde noch zu DDR-Zeiten Schnaps gebrannt...


Carl August Schramm war es (der von der Schrammstraße), der die Ruine des alten Rathauses entfernen und dafür in den Jahren 1840-1845, und zwar im Auftrag des Zittauer Rates, ein Neues, viel Schöneres, im Neorenaissancestil nach Plänen von Herrn Schinkel in Berlin unter seiner Leitung erbauen ließ... Noch bevor es fertig war, wurde übrigens der heute nicht mehr betriebene Weinkeller in Betrieb genommen...


Gen Mandau gab es einmal die Mandauer Pforte in der Stadtmauer


Auch 1848 gab es schon eine hübsche Promenade an der Fleischerbastei, aber noch ohne Krokuswiese, Plantane, Blumenuhr und Porzellanbimmel...  Aber die eingemauerten Kanaonenkugeln an der Fassade der Bastei gab es schon...


Ansicht des Böhmischen Tors um 1826. Erst zwei Jahre später wurde links davon ein Mehlspeicher gebaut, der sich in einen Zirkus verwandeln und noch später sich in eine Schauburg mausern sollte...


An der Wasserpforte in der Stadtmauer gab es eine Mühle, einen Teich und Enten darauf... Ansicht 1826


Frauenkirche (ersmalig erwähnt um 1355) mit Frauenfriedhof...


Das Frauentor von außen um 1809...


Dieser Erker dürfte einen gewissen Wiedererkennungswert für Zittauer haben, der Torturm weniger - obwohl dessen schlankes Oberteil derjenige ist, dem der Turm des  Johanneums nachempfunden sein soll  (Bautzner Tor um 1846).


Unweit des Böhmischen Tores befand sich das Königlich-Sächsische Hauptzollamtsgebäude...


Vorderansicht des zum größten Teil zerstörten alten Zittauer Rathauses, um 1800


Die innere Webergasse mit dem Webertor, bevor es 1861 von selbst eingefallen ist - ein schwarzer Tag für die heutige Tourismusbranche. Wäre es nämlich nicht eingefallen, hätte der Rat vielleicht nicht beschlossen, die Stadtmauer durch den grünen Ring zu ersetzen und Zittau hätte heute immer noch eine sehenswerte Stadtmauer mit Toren, Basteien und Pforten - wie Nördlingen oder Bamberg. Und die schönsten Städte Deutschlands sind nun mal diejenigen, die ihren mittelalterlichen Flair bewahren konnten...


Am 3. August 1816 wurde das Augustusbad eingeweiht... Es ist heute als Stadtbad bekannt und der Eintritt kostet m.W. um die 3 Euro...


Und hier noch ein Blick auf das äußere Webertor. Links die Kirchturmmauer gibt es heute noch genauso wie die Weberkirche.


So sah das alte Zittauer Rathaus in seiner ganzen Pracht aus, bis es am Zittauer Schicksalstag im Juli des Jahre 1757 zusammen mit einem Großteil der Stadt (außer dem Salzhaus, das haben die österreichischen Kanoniere damals nicht getroffen) zu Trümmern geschossen und verbrannt wurde...


1846 hat man das Böhmische Tor - es ist baufällig geworden - abgetragen. So sah es kurz davor aus...


Nicht verwechselt werden darf das Weberendetor mit dem Webertor. Während letzteres ganz von alleine 1861 eingefallen ist, wurde das Weberendetor bereits 1834 gezielt abgetragen... (Mit Endetoren wurden im Mittelalter gewöhnlich die von den inneren Stadttore sich in die Vorstädte ertreckenden Ausfallstraßen verschlossen).


Die Neue Königliche Gewerbeschule war einmal neben dem Christian-Weise-Gymnasium eine in ganz Deutschland anerkannte Bildungseinrichtung... Ihr Aussehen verrät übrigens deutliche schinkelsche Einflüsse...


Noch 1829 mußte man durch diese Pforte in der Stadtmauer schlüpfen, um schnell zur Mandau zu gelangen...


Die Zittauer Klosterkirche St. Petri und Paul ...


Das Bautzner Tor (1829) von außen...


Die alte Johanniskirche vor ihrer totalen Zerstörung im Juli 1757 durch österreichische Brandkugeln...


Das Salzhaus konnten die österreichischen Kanoniere damals nicht treffen (es war einfach zu groß) - ein Glück für uns und die Christian-Weise Bibliothek. Links der Herkulesbrunnen... Zustand im Revolutionsjahr 1848...


Kirche und Kirchhof der Heiligen Dreifaltigkeit...


Mein Lieblingsexkursionsgebiet - Schülerbusch und Schülertal mit Viadukt und Mandau...


Der Oybin zu der Zeit, als Oybin noch ein kleines Gebirgsdörflein mit wunderschöner Bergkirche (erbaut 1732-1734) war,,,


Friedhof vor der Kulisse der gotischen Klosterkirche von 1384... - ach, über Burg und Kloster Oybin könnte ich noch so viel erzählen...

Kommentare:

  1. Christian Bartha5. März 2016 um 16:48

    Wunderbar. In dieser Stadt wurde der Vater meines Urgroßvaters Emil Müller im Jahr 1796 geboren. Die Stadt ist einmalig und immer wieder sehenswert.
    Christian Bartha aus Limburg an der Lahne

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  2. Matthias Scholz, Du bist ein Phänomen!! Beneidenswert!!

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  3. Wunderbare Bilder. So schön war Zittau. Man wünscht sich, Zeitreisender sein zu können, um in das einstige Zittau eintauchen und darin spazieren gehen zu können.
    Ist das erste Bild im zweiten Teil der Zittauer Rathaussaal?
    Und haben Sie eigentlich noch mehr solcher Bilder, Herr Scholz?
    Wenn ja, bitte uns nicht vorenthalten!
    Viele Grüße
    B. Proft

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