Samstag, 27. Januar 2024

Der Aussichtsturm auf dem Krohberg (Kohout)

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

Auf dem Krohberg (Kohout, 589 Meter) im Böhmisches Mittelgebirge (České středohoří), etwa  4 km südlich von Bensen am Polzen (Benešov nad Ploučnicí) steht dieser Aussichtsturm. 

Kohout heißt wörtlich übersetzt „Hahn“. Der Berg wurde früher auch Hahnbusch genannt.


Man erreicht ihn von der Straße Nr. 262 Tetschen (Děčín) – Böhmisch Leipa (Česká Lípa) aus. Etwa in der Mitte zwischen Bensen am Polzen (Benešov nad Ploučnicí) und Sandau (Žandov) fährt man auf die Straße Nr. 240 nach Algersdorf (Valkeřice). Nach 2,9 Kilometern biegt man vor dem Gemeindeamt rechts zum Parkplatz von zwei Wohnblöcken ab. Von hier folgt man zu Fuß dem blauen Wanderweg. Bis zum Turm sind es 1,5 Kilometer mit 160 Höhenmetern. Dafür sollte man etwa 45 Minuten einplanen. 


Knapp 400 Metern nach dem Parkplatz kommt man zu dieser Quelle mit dem Zitat Über das Wasser von Antoine de Saint-Exupéry:

Wasser – es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: Du selbst bist das Leben.
Du durchdringst uns als Labsal, dessen Köstlichkeit keiner unserer Sinne auszudrücken fähig ist.
Durch dich kehren uns alle Kräfte zurück, die wir schon verloren gaben.
Dank deiner Segnung fließen in uns wieder alle bereits versiegten Quellen der Seele.
Du bist der köstlichste Besitz der Erde.

Ein paar Schritte weiter erreicht man den Aussichtspunkt Galgenberg.

Nach 750 Metern gabelt sich der Weg und man geht scharf links.

Ab hier führt nur noch ein Trampelpfad nach oben. 

Das blaue Dreieck zeigt den Weg zum Gipfel.

Oberhalb dieser Lichtung erreicht man den Aussichtsturm.

Nach einer Bauzeit von nur einem Vierteljahr wurde der Turm „Kaiser Franz Josef Warte“ am 15. August 1907 feierlich eröffnet.
Damals war der Krohberg (Kohout, 589 Meter) unbewaldet und bot eine freie Aussicht. Neben dem Turm entstand 1913 eine Schutzhütte.
Alte Postkarte um 1914

Turm und Gasthaus erfreuten sich früher großer Beliebtheit.
Nach dem 2. Weltkrieg überragten die Bäume den Turm, eine Aussicht war unmöglich geworden. Der Zustand des Turmes verschlechterte sich, die Baude verfiel. 

Alte Postkarte um 1914

Erst 2010 wurden die Instandsetzung des Turms und die Abholzung von Bäumen eingeleitet. 
Am 16. April 2011 erfolgte die Wiedereröffnung für Besucher. 
Über drei Treppenstufen erreicht man den Eingang. Er ist das ganze Jahr über geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.

Die Finanzierung in Höhe von 1,3 Millionen Kronen erfolgte im Rahmen vom „Programm 2000“.

Bei der Planung von 1907 sollte der gemauerte Turm eigentlich 16 Meter hoch und mit einem Holzüberbau versehen werden. Mangel an Geld und Zeit verhinderten diesen Plan. Damals wie heute ist der gemauerte Sockel nur halb so hoch. Der Holzaufbau wurde durch eine knapp 5 Meter hohe Metallkonstruktion ersetzt. Damit ist der Turm ohne Mast 12,6 Meter hoch. 

Der Eingangsbereich mit der steinernen Wendeltreppe


Hier liegt das Gipfelbuch für den Aussichtsturm aus.

Die Steintreppe im unteren Teil hat 43 Stufen.

Bis in Fensterhöhe ist der Sockel innen aus Naturstein, darüber aus Ziegeln gemauert.

Auf dem runden Steinturm wurde die Metallkonstruktion verankert.

Die obere Wendeltreppe hat noch einmal 22 Stufen.

Dieser Hahn krönt die Mastspitze – Erinnerung an den früher auch üblichen Namen „Hahnbusch“ .


Die Aussicht von der 11 Meter hohen Plattform wird durch Bäume stark eingeschränkt.

 

Bei der Rekonstruktion 2010 wurden einige Bäume entfernt, was den Ausblick nach Osten ermöglichte. 13 Jahre später wäre wieder ein Baumschnitt angebracht.


Trotz schönem Wetter war am zeitigen Vormittag die Fernsicht sehr mäßig.
Rechts von den Bäumen: Schossen Berg (Radečský kopec, 504 Meter) und der Straußnitzer Berg (Stružnický vrch, 432 m), vorn der Steinberg (Kamenec, 519 Meter), rechts Kühnels Berg (Modrý vrch, 526 Meter) und Kosel-Berg (Kozel, 598 Meter).

Jetzt größer:
Hinten Slabitschken (Slavíček, 535 Meter) und Tisový vrch (540 Meter), davor der Schossen Berg (Radečský kopec, 504 m)

Vorn der Straußnitzer Berg (Stružnický vrch, 432 m), in der Mitte der Spitzberg (Špičák, 459 Meter) bei  Böhmisch Leipa (Česká Lípa), rechts hinten der Kamnitzberg (Kamenický kopec, 436 Meter)

Links Kühnels Berg (Modrý vrch, 526 Meter), rechts der Kosel-Berg (Kozel, 598 Meter)

Der abnehmende Mond neben dem Wetterhahn

Der Schatten vom Turm in den Bäumen

Abstieg über die außenliegende Wendeltreppe aus Metall …

… und die innenliegende Wendeltreppe aus Steinstufen

Schade, dass der Turm heute nicht mehr so frei steht wie beim Bau vor reichlich hundert Jahren. Die Rekonstruktion in Höhe von 1,3 Millionen Kronen hätte eine bessere Aussicht verdient!

Eine halbe Stunde später und 130 Höhenmeter tiefer ergeben sich nach dem Verlassen des Waldes auf dem Rückweg schöne Ausblicke:
Hofberg (Dvorský kopec, 527 Meter), Schossenberg (Radečský kopec, 504 Meter), Straußnitzer Berg (Stružnický vrch, 432 m) und Spitzberg (Špičák, 459 Meter)

Ganz rechts ist sogar der Roll (Ralsko, 696 Meter) zu erahnen.

Der Galgenberg ist auf der Karte extra als Aussichtspunkt gekennzeichnet.

Und das zu Recht! Die Aussicht reicht nach links bis zum Tannenberg (Jedlová, 774 Meter).
Von hier hat man sogar einen größeren Blickwinkel als vom Turm auf dem Gipfel.

Obwohl die Aussicht sehr eingeschränkt ist lohnt sich bei guter Sicht durchaus eine Wanderung auf den Krohberg (Kohout, 589 Meter)  - zu diesem historischen Turm in Hybridbauweise.


 Die Touristische Visitenkarte vom Turm (mit Übersetzung):

TOURISTISCHE VISITENKARTE
Krohberg 589 m
Höhe 12 m, 52 Stufen, eröffnet am 15. August 1908
Steinerner Aussichtsturm mit Stahlüberbau und Wetterhahn, 2010 repariert.

(Leider stimmt die Anzahl der Stufen nicht.)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Interessante Blogs Blog-Webkatalog.de - das Blogverzeichnis