Mittwoch, 18. Februar 2026

Der Aussichtsturm der Burg Bösig

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Die Burg Bösig (Bezděz) in Nordböhmen ist eine der schönsten Burgen in Tschechien.
Sie wird gekrönt durch den großen Bergfried, der seit 1998 als Aussichtsturm begehbar ist.
 

Man erreicht den Ort Bösig (Bezděz) von der Fernstraße Nr. 38 Böhmisch Leipa (Česká Lípa) -  Jungbunzlau (Mladá Boleslav). Der Doppelgipfel mit der Burg ist nicht zu übersehen. An der ausgeschilderten Abzweigung zwischen Hirschberg am See (Doksy) und Weißwasser (Bělá pod Bezdězem) fährt man 1,7 Kilometer  bis zum oberen Parkplatz. 
Die GPS-Koordinaten vom Parkplatz:
50°32'03"N, 14°43'14"E
 

Wenige Schritte oberhalb vom Parkplatz hat man über diesen Teich beste Sicht zur Burg.
 

Ab Parkplatz folgt man dem blauen, später dem roten Wanderweg – einem Wallfahrtsweg mit den Überresten von 14 Kapellen. 
 

Der 1,3 Kilometer lange Aufstieg ist recht steinig und erfordert gute Trittsicherheit. 
 

Bis zum Eingangsbereich sind 180 Höhenmeter zu überwinden, deshalb sollte man 45 Minuten einplanen.
 

Die Eintrittskarte vermittelt einen Eindruck von der Burg in früheren Zeiten.
Sie ist eine der bedeutendsten gotischen Burgen in Böhmen und wurde 1264–78 von Přemysl Otakar II. erbaut. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 ging die Burg in den Besitz von Albrecht von Wallenstein über. Er ließ sie zu einem Kloster umbauen. 1642 eroberten Schweden die Burg. Als der 30jährige Krieg fast beendet war, legten sie die Burg in Schutt und Asche. Ab 1662 siedelten sich Montserrater Benediktiner Mönche auf der Burg an; das Kloster wurde 1785 aufgelöst.
 

Der Burghof, links der Königspalast, rechts der Burggrafenpalast, dazwischen der Große Turm.
 

Ein kurzer Blick in den Königspalast …
 

… und in den Burggrafenpalast
 

Der Schwerpunkt dieses Beitrages gilt aber dem Großen Turm.
Er wurde bereits in der ersten Bauphase der Burg (etwa in den 60er Jahren des 13. Jahrhunderts) auf dem höchsten Punkt des Bergrückens (605 Meter) errichtet. Er ist 35 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 10,25 Metern. Die Dicke der Außenmauer nimmt von 3,75 Meter (unten) auf 2,50 Meter (oben) ab. 
Der Wehrturm, auch Bergfried genannt, diente in mittelalterlichen Burgen den Verteidigern und anderen Bewohnern als letzte Zuflucht, falls der Feind bereits in die Burg eingedrungen war.
Der ursprüngliche Zugang zum Turm lag deshalb in einer Höhe von 10,5 Meter und konnte nur über eine Holzbrücke erreicht werden. Dieses Portal ist über dem heutigen Eingang erhalten geblieben.
 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der Besitzer der Burg, Kristián von Wallenstein, auch die heutige Zugangstreppe am Königspalast (39 Stufen) errichten.
 

Von dem kleinen Podest vor dem heutigen Eingang (stammt aus den Jahren 1844 - 1848) hat man einen guten Blick zum Burghof mit dem Brunnen: links der Burggrafenpalast, rechts Burgkapelle und Königspalast, hinten das vierte Burgtor.
 

Die Wendeltreppe im großen Turm wurde ebenfalls 1844 – 1848 eingebaut.
 

Im oberen Teil ließ Wallenstein drei neu durchbrochenen neogotische Fenster einbauen.
 

Im fünften Stock errichtete Wallenstein einen pseudogotischen Rittersaal mit einem sechseckigen Sterngewölbe. 12 Rippen treffen in einem Schlussstein zusammen.
 

Dieser Rittersaal hat 5 Meter Durchmesser und eine Höhe von 6,8 Meter.
Früher führte eine Geheimtür in der Wand zur letzten Treppe. 
 

Über diese letzte in die Außenwand eingebaute Treppe gelangt man auf die Spitze des Turmes.
 

Nach insgesamt 123 Innenstufen vom Turm erreicht man die Aussichtsplattform.
 

Unter der Plattform befindet sich das Sterngewölbe vom Rittersaal.
 

Die Flagge mit dem böhmischen Löwen
 

Die Aussichtsplattform wird von einem Zinnenkranz mit acht 1,5 Meter hohen und 2,5 Meter breiten Zinnen umgeben. Auch ein stationäres Fernrohr steht den Besuchern zur Verfügung.
 

Der Rundblick beginnt im Nordosten über der Burganlage bis zum Jeschkenkamm (Ještědský hřbet).
 

Wald und Felder im Osten
 

Der Ort Bösig (Bezděz) im Südosten, rechts die übliche Zufahrtsstraße von der Fernstraße 38.
 

Der Ort Bösig (Bezděz) im Südwesten, hinten der Wratner Berg (Vrátenská hora, 508 Meter)
 

Der kleinere Teufelsturm (Čertova věž), nach dem Taleinschnitt schließt sich der Kleine Bösig (Malý Bezděz, 577 Meter) an.
 

Der Gipfel vom Kleinen Bösig (Malý Bezděz, 577 Meter), rechts hinten der Hirschberger See (Máchovo jezero)
 

Im Norden reicht der Blick bis zum Lausitzer Gebirge (Lužické hory).
 

Mit dem Roll (Ralsko, 698 Meter) und dem Jeschkenkamm (Ještědský hřbet) über der Burganlage schließt sich der Rundblick.
 

Jetzt größer:
Roll (Ralsko, 698 Meter), rechts dahinter Trögelsberg (Vysoká, 545 Meter), Schwammberg (Jítravský vrch, 651 Meter) und Kalkberg (Vápenný, 790 Meter), vorn Kleiner Buchberg (Malá Buková, 431 Meter) und Großer Buchberg (Velká Buková, 474 Meter)



Die Ruine der gotischen Rollburg (Hrad Ralsko) auf dem Gipfel und eine Blockhalde an der Südseite vom Roll (Ralsko, 698 Meter)
 

Jeschkenkamm
 

Am Jeschken (Ještěd, 1012 Meter) gibt es ebenfalls ausgedehnte Blockhalden.
 

Der Wratner Berg (Vrátenská hora, 508 Meter) Der Aussichtsturm
 

Der Aussichtsturm auf dem Wratner Berg (Vrátenská hora, 508 Meter)


Die Burg Hauska (Hrad Houska)
 

Das Kraftwerk Melnik
 

Der Sankt Georgsberg (Říp, 456 Meter)
 

Der Geltschberg (Sedlo, 726 Meter), vorn der Wrchhabener Berg (Berkovský vrch, 480 Meter) mit der Burgruine Altperstein (Starý Berštejn)
 

Der Wilschtberg (Vlhošť, 614 Meter) und Ronberg (Ronov, 552 Meter), davor der Graue Berg (Šedina, 473 Meter), Maschwitzer Berg (Maršovický vrch, 499 Meter) und Hirschberg am See (Doksy), am Horizont der Fernsehturm vom Zinkenstein (Buková hora, 683 Meter).
 

Der 278 Hektar (früher sogar 350 Hektar) große Hirschberger See (Máchovo jezero) mit dem Schraubenberg (Šroubený, 375 Meter) am Nordufer, links der Ort Hirschberg am See (Doksy).
 

Böhmisch Leipa (Česká Lípa), darüber Rosenberg (Růžovský vrch, 619 Meter), Großer Winterberg (556 Meter) und Einsiedler Berg (Poustevna, 520 Meter), am rechten Rand in der Mitte der Kahlstein (Spící panna, 419 Meter)
 

Böhmisch Leipa (Česká Lípa) mit dem Spitzberg (Špičák, 446 Meter), davor Eichberg (Dub, 458 Meter) und Großer Bornayberg (Borný, 446 Meter), hinten der Kamm vom Oberwald ( Obervald, 642 Meter)
 

Der Kleis (Klíč, 759 Meter), links davon der Kleine Buchberg (Malý Buk, 712 Meter), rechts dahinter Großer Eibenberg (Velká Tysová, 692 Meter) und Mittelberg (Střední vrch, 657 Meter), vorn Slabitschken (Slavíček, 535 Meter) und Eibenhügel (Tisový vrch, 540 Meter)
 

Der Urteilsberg (Ortel, 554 Meter)
 

Die Lausche (793 Meter), Sonneberg (627 Meter) und Buchberg (652 Meter), davor der Lauf-Berg (Brništský vrch, 491 Meter)
 

Limberg (Jezevčí vrch, 665 Meter) und Hochwald (749 Meter), dazwischen der Jonsberg (653 Meter)
 

Der Tölzberg (Tlustec, 591 Meter), davor Niemes (Mimoň) 
 

Ein letzter Blick von ganz oben auf die Burganlage, …
 

… dann geht es wieder abwärts.
 

Die Burgruine Bösig (Bezděz) wird oft Königin der Burgen genannt.
Von ihrem großen Turm hat man eine ausgezeichnete Rundumsicht. Der mühevolle Aufstieg lohnt sich!
 

Die folgenden touristischen Visitenkarten zeigen die Burganlage auf verschiedenen Luftbildaufnahmen (Text übersetzt):
TOURISTISCHE VISITENKARTE
BÖSIG
Eine der bedeutendsten gotischen Burgen in der Tschechischen Republik, zu ihrer Zeit uneinnehmbar
 

TOURISTISCHE VISITENKARTE
BÖSIG
Eine der bedeutendsten gotischen Burgen in der Tschechischen Republik, gegründet von Přemysl Otakar II. im Jahr 1264
Zu seiner Zeit war es eine uneinnehmbare Burg
 

TOURISTISCHE VISITENKARTE
BÖSIG
Eine der bedeutendsten gotischen Burgen in der Tschechischen Republik, zu ihrer Zeit uneinnehmbar
 

Das Seitenbild dieser Visitenkarte.
Der (automatisch übersetzte) Text vom Zwischenfeld:
Die Burg, um die sich Legenden verborgener Schätze ranken, wurde in den 1260er Jahren vom böhmischen König Přemysl Ottokar II. zur Verteidigung einer Handelsroute gegründet.
Ab Februar 1279 diente sie dem späteren König Wenzel II. und seiner Mutter Kunigunde mehrere Monate lang als Gefängnis.
Für einen unserer größten Dichter, Karel Hynek Mácha, war sie eine lebenslange Inspiration.


 TOURISTISCHE VISITENKARTE
BÖSIG
Eine der bedeutendsten gotischen Burgen in der Tschechischen Republik, gegründet von Přemysl Otakar II. im Jahr 1264
Zu seiner Zeit war es eine uneinnehmbare Burg
 

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