Mittwoch, 6. Dezember 2023

Der Aussichtsturm Milohlidka

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Nur einen reichlichen Kilometer vom Zentrum der Stadt Jitschin (Jičín) entfernt liegt dieser historische Aussichtsturm auf dem 331 Meter hohen Hügel Čeřovka (Brombeer-Hügel).


Dorthin gelangt man von der Altstadt über die Straßen Bolzanova und Foersterova. Parken kann man entlang der Straße Pod Čeřovkou. Von dort führen mehrere Pfade zum Turm.


Der Turm liegt in 323 Meter Höhe an der Oberkante eines Basaltsteinbruchs.
Auf dem Gelände unterhalb gab es bis 1952 ein Naturtheater.


Die Anhöhe ist geologisch interessant. Es ist eine bedeutende Fundstätte von Porzellanjaspis. 


Der Aussichtsturm ist der älteste im Böhmischen Paradies. Er wurde bereits im Jahr 1843 erbaut und erinnert an einen mittelalterlichen Burgturm.
Heute ist die Sicht durch Baumwuchs stark eingeschränkt.


Früher war der Hügel noch unbewaldet.
Alte Postkarte um 1900


Der Steinbruch gefährdete jedoch die Stabilität des Turmes. Der Abbau wurde eingestellt und eine Stützmauer errichtet.


Der Zahn der Zeit nagte am Gemäuer. Im Jahr 2000 erfolgte eine aufwendige Sanierung mit Gesamtkosten von 200.000 Euro.
Die Abbildung zeigt den Turm vor der Sanierung.
 

Der neugotische Turm im ist auf massivem Fels gegründet und hat einen quadratischen Querschnitt.
Seine Höhe beträgt acht Meter. Drei Fenster sind viereckig in einer gemauerten Nische.
 


Nur das Fenster über dem Eingang ist gebogen. Alle Fenster sind mit einem Gitter versehen.


Der Eingangsbereich mit der Stützmauer


Der Turm ist in der Touristensaison tagsüber frei zugänglich. Eintritt wird nicht erhoben.
 

Übersetzte Inschrift über der Eingangstür an der Südseite: 
„Gegründet durch die Bereitwilligkeit der schlafenden Spender Milohlídka, zur Erleichterung der Bedürftigen, zur Freude der Schönen, 1843."


Blick durch das vergitterte gotische Fenster nach Süden.


Die Aussichtsplattform hatte ursprünglich nur ein Steingeländer mit neugotischen Türmchen an den Ecken.


Nachträglich wurde ein Metallgeländer angebracht. 


Das am besten erhaltene Sandsteintürmchen


Die Aussicht vom Turm:
Der Basaltberg Weliss (Veliš, 429 Meter) mit Burgruine und Triangulationspfeiler 


Der Vorort Holín der Kreisstadt Jitschin (Jičín), rechts dahinter der Berg Houser (387 Meter)
 

Die Hügel um die Prachauer Felsenstadt (Prachovské skály)


Hier wurde bei der Rekonstruktion ein Stein mit der Nummer 253 verwendet, der schon mal wo anders eingebaut war.


Beim Abstieg geht es 60 Stufen nach unten.


Auch hier beginnt die Unsitte mit den Vorhängeschlössern.

Auch wenn die Aussicht stark eingeengt ist, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Es gab den Vorschlag, durch eine Erhöhung des Turms um etwa 6 Meter die Aussicht zu erweitern. Wegen statischen Problemen wurde das Vorhaben aber abgelehnt.


Noch zwei Touristische Visitenkarten vom Aussichtsturm (mit Übersetzung):
TOURISTISCHE VISITENKARTE
Milohlídka 323 m 
Der älteste Aussichtsturm im Böhmischen Paradies, erbaut 1843, 8 m hoch 


TOURISTISCHE VISITENKARTE 
Milohlídka 323 m 
Der älteste Aussichtsturm im Böhmischen Paradies, erbaut 1843, 8 m hoch, 60 Stufen
Finanziert durch Spenden wohlhabender Stadtbewohner


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