Samstag, 30. August 2025

Der Aussichtspunkt Schnuppstein

 Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf


Nur etwa 2 Kilometer südlich vom Stadtzentrum der Stadt Gablonz (Jablonec nad Nisou) liegt beim Ort Gutbrunn (Dobrá voda) der Aussichtsfelsen Schnuppstein (Vyhlídka u Dobré Vody) auf einer Höhe von 634 Meter über dem Meeresspiegel.
 

Man verlässt die mautfreie autobahnähnliche Fernstraße 13 = E442 Liberec – Prag an der Ausfahrt  31 in Richtung Gablonz (Jablonec nad Nisou). Nach 4,5 Kilometern biegt man auf die Dobrovodská nach Gutbrunn (Dobrá voda) ab. Kurz nach dem Ortsausgang gibt es links am Lift einen Parkplatz. Von dort folgt man dem blauen Wanderweg 200 Meter entlang der Straße nach Osten und dann noch 100 Meter über die Wiese zum Felsen.
 

Der Wiesenweg zum Schnuppstein (Vyhlídka u Dobré Vody) führt vorbei am 1915 im Jugendstil erbauten Wasserspeicher. Er erfüllte bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts seinen Zweck, verfiel aber danach.
 

Statt Abriss kam der Speicher 2015 unter Denkmalschutz. Nach Renovierung wurde er am 10. Oktober 2015 (100. Jubiläum) feierlich an die Öffentlichkeit übergeben.
 

Das Hauptinteresse gilt aber dem nur 30 Meter entfernten Aussichtsfelsen. Schade, dass man völlig schmerzfrei dicht daneben zwei Freileitungen verlegt hat.
Der folgende Text (fett + kursiv) ist der Info vom Touristenrundgang Standort 9 entnommen:
AUSSICHTSPUNKT U DOBRE VODY („BEI GUTBRUNN“) 
Wir stehen vor einem Gneisfelsen, der sich etwa sieben Meter über das umgebende Gelände erhebt. Daraus ergibt sich eine interessante Perspektive. Besonders interessant ist die geologische Abgrenzung des Gesteins zur Umgebung, das überwiegend aus Granit besteht.
 

Kurios ist der ursprüngliche Name Schnuppstein, für den keine passende tschechische Übersetzung gefunden wurde und der heute einfach Widokowa heißt. Der ursprüngliche Name bezog sich auf den Spitznamen des Besitzers, des Bauern Karl Neumann, genannt Schnuppkarl, der für seine Vorliebe für den Schnupftabak bekannt war.
Altes Foto von 1902 auf der Infotafel
 

Im Jahr 1902 halfen Mitglieder der Gablonzer Gewerkschaft der Deutschen Bergbahnen bei der Erschließung des Gipfels. Der Beobachtungspunkt war mit einem Metallzaun gesichert. Ursprünglich sollte hier ein Aussichtsturm entstehen, der jedoch nie realisiert wurde. Wann das Christuskreuz verschwand und in welchem Jahr die hier befindliche Metallleiter angebracht wurde, ist heute nicht bekannt. Möglicherweise ist dies auf den Einsatz der Bergwacht-Mitarbeiter seit Beginn der 1980er Jahre zurückzuführen.
Altes Foto von um 1905 auf der Infotafel
 

Derzeit ist das Panorama durch üppige Vegetation etwas verdeckt, aber der Blick auf das Isergebirge und Jablonec nad Nisou ist immer noch beeindruckend. Ganz in der Nähe, vor Malé Vrkoslavice, befindet sich das renovierte Restaurant Petrin mit Aussichtsturm (Haltestelle Nr. 7). 
Altes Foto mit Blick vom Aussichtsfelsen von 1910 auf der Infotafel
 

Besonders malerisch sind die Felsen mit der Lücke im Frühling, wenn der mächtige Kirschbaum blüht und den Felsen dominiert.
Im Jahr 1995 wurde der Gneisfelsen oberhalb von Dobra Voda als bedeutendes Landschaftselement registriert und gemäß dem Gesetz zum Natur- und Landschaftsschutz vor Beschädigung und Zerstörung geschützt. In der Umgebung von Jablonec gibt es 15 weitere bedeutende Landschaftsmerkmale, meist einzelne Felsformationen.
Die Fotos dieses Beitrags entstanden im August.
 

Über 10 Stufen gelangt man auf einen gemauerten Steinsockel.
 

Dann führt diese Eisenleiter mit 20 Stufen bis ganz nach oben.
 

Das Christuskreuz auf der Aussichtsplattform
 

Durch Baumwuchs ist heute die Sicht stark eingeschränkt. 
Im Westen: Pfadfinderlager und Trinkwasserspeicher
 

Nach Nordosten hat man das weiteste Sichtfeld – leider mit Freileitung!
 

Dazwischen gibt es ein Sichtfenster nach Nordwest zum Proschwitzer Kamm (Prosečský hřbet). Links dahinter der Kahleberg (Lysý vrch, 643 Meter) mit den Windkraftanlagen, rechts der Haberberg (Žulový vrch, 742 Meter).
 

Jetzt größer:
Das nur 600 Meter entfernte Hotel und Aussichtsturm Nickelkoppe (Petřín)
 

Der Tannwalder Spitzberg (Tanvaldský Špičák, 810 Meter) mit Aussichtsturm und Skipiste
 

Die Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter)    
 

Aussichtsturm und zwei Sendemasten auf der Schwarzbrunnkoppe (Černá Studnice, 869 Meter)
 

Die Felsen auf dem Siechhübel (Jizera, 1122 Meter)
 

Der Reifträger (Szrenica, 1361 Meter)
 

Die Schneegrubenbaude (Schronisko nad Śnieżnymi Kotlami, 1489 Meter),links daneben der Veilchenstein (Violik, 1472 Meter), genau darunter der Aussichtsturm auf dem Buchenstein (Hvězda, 959 Meter) = Stephanshöhe (Štěpánka).
 

Der Aussichtsturm Nisanka
 

Es geht wieder 30 Stufen abwärts.
 

Der Schnuppstein (Vyhlídka u Dobré Vody) ist leicht zu erreichen, geologisch interessant und bietet trotz seiner geringen Höhe eine überraschend vielfältige Aussicht bis hin zum Kamm vom Riesengebirge (Krkonoše).
Bei guter Sicht ist ein Zwischenstopp lohnenswert.
 

Die Touristische Visitenkarte (automatisch übersetzt):
TOURISTISCHE VISITENKARTE 
Aussichtspunkt Gutbrunn
Ein etwa 7 m über das umgebende Gelände hinausragender Gneisfelsen, der ursprüngliche deutsche Name lautet Schnuppstein

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