Samstag, 14. April 2012

Morgendliche Fotoexkursion in den Schülerbusch bei Zittau ...


Nun ja, heute Morgen war wieder mal schönes Wetter und da bin ich zuerst einmal in den Schülerbusch und dann noch auf den Hasenberg (bei Zittau, Oberlausitz) geradelt, einfach um mal zu schauen, wie sich der Frühling denn so in diesem Jahr entwickelt...


Zuerst konnte ich den bei uns selten gewordenen Gartenrotschwanz fotografieren - ein schönes buntes Männchen.



Ein Eichelhäher...


Unverwechselbar durch seinen Gesang - der Zilpzalp oder Weidenlaubsänger...




Und überall blüht zwischen dem verdorrten Laub des Vorjahres das Gefleckte Lungenkraut...


Ein Großer Wasserläufer läuft hier über das Wasser eines kleinen Tümpels...


Eine hübsche Blaumeise...



Frau und Herr Grünfink bei der Futtersuche...



Auf dem Hasenberger Teich ein Löffelenten-Erpel...


Eine Lachmöwe...


Daß Lachmöwen keine Mäusebussarde leiden können, habe ich schon immer geahnt...



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Freitag, 13. April 2012

Etwas zum Engelmannschen Himmelsglobus von 1690 in Zittau

Der von George Engelmann im Jahre 1690 geschaffene Himmelsglobus, der seit 1710 die berühmte Zittauer Ratsbibliothek zierte, kann wieder im Zittauer Stadtmuseum besichtigt werden. Er hatte seit 1945 arg gelitten und wurde erst vor einigen Jahren mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wieder von Grund auf restauriert. Näheres dazu finden Sie hier (von wo auch die Abbildung verlinkt ist).

Etwas über die Hintergründe, wie dieser außergewöhnliche Globus in den Besitz der Zittauer Ratsbibliothek gelangt ist, kann man in dem 1811 erschienenen Buch "Geschichte und Merwürdigkeiten der Ratsbibliothek in Zittau", verfaßt von M. Johann Gottfried Kneschke, erfahren. Es heißt dort:

In Oberoderwitz bey seinem Schwiegersohne, dem Mag. Schön, lebte damals als Emeritus der ehemalige Diakonus zu Meffersdorf und Pastor zu Wigandsthal, M. George Engelmann. Er war nicht blos ein guter Theolog, sondern auch ein vorzüglicher Orientalist, Astronom und Mathematiker. In seinen Nebenstunden verfertigte er mit vieler Mühe und mit besonderm Fleiße einen sehr schönen Himmelsglobus aus Gyps. Bey seinem Abgange von Meffersdorf hatte er denselben nach Görlitz bringen lassen, wo ihm ein Haus eigenthümlich angehörte. Der Rector Hofmann lebte mit dem M. Schön in vertraulicher Freundschaft. Beyde Personen brachten es durch wenige Worte dahin, daß Engelmann diesen Globus für die Bibliothek bestimmte. Er wurde daher am dritten July 1710 von Görlitz nach Zittau abgeholt. Er ist von ziemlicher Größe, der Horizont von Messing, der Meridian von Eisen und gemahlt, die Sterne bestehen aus glänzenden böhmischen Steinen, welche also geschnitten sind, daß man die Größe der Sterne erkennen und unterscheiden kann. An ebendem Tage, an welchem der Globus von Görlitz abgeholt wurde, trat auch zufälligerweise in Oderwitz Engelmanns Tod ein. Er wurde daselbst beerdigt und Hofmann verfertigte im Geiste der damaligen Zeit ein Leichengedicht unter der Auffschrift: "Der unvergleichlich schöne Globus cölestis, das ist der Sitz der ewigen Seligkeit, welchen der weyland Herr M. George Engelmann, in die 39 Jahre hochverdienter Diakonus zu Meffersdorf und Pastor zu Wigandsthal nach einer beschwerlichen Niedelage eingenommen, wird bey dem am 14. July angestellten Leichenbegängnisse nach Anleitung des feinen Globi, welchen der selig Verstorbene im Leben mit eigener Hand verfertigt hat und nunmehr die Zittauische Bibliothk besitzt, in eine erbauliche Betrachtung gezogen von M. Gottfried Hofmann, des Zitt. Gymn, Rector. Zittau, druckts Michael Hartmann. Ein Bogen. Auch vergleiche man: Kurze Nachricht von Herrn M. George Engelmann, erstem Diakono zu Wigandsthal und Meffersdorf, zusammengetragen von Johann Ehrenfried Frietsche, Pfarrern daselbst. Lauban 1758. 2 1/2 Bogen in Quart."

P.S.
Ob der Grabstein von Mag. Engelmann, der nach C.A. Pescheck (1821) einen Himmelsglobus zeigt, noch auf dem Friedhof der Niederoderwitzer Kirche vorhanden ist, muß ich mal gelegentlich erforschen...

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Dienstag, 10. April 2012

Bilder von Zittau und Umgebung um 1894


Diese Bilder von Zittau und Umgebung stammen aus dem Büchlein von dem hiero bekannten Philatelisten und Heimatforscher Dr. Alfred Moschkau mit dem Titel "Zittau und seine Umgebung" aus dem Jahre 1894.


Von der Ruine Rohnau ist heute so gut wie gar nichts mehr zu erkennen, während das Kloster St. Mariental nach langjährigen Restaurierungsarbeiten ein wahres Kleinod des Neißetals geworden ist, wo sich jährlich zu Ostern die Saatreiter versammeln...


Über den Berg Oybin sowie die wechselvolle Geschichte seiner Burganlage und des Coelestiner-Klosters gibt es noch viel zu berichten - irgendwann auch in diesem Blog...


Die Aussicht vom Hochwald ist heute immer noch so atemberaubend wie vor mehr als 100 Jahren...


Nur auf der Lausche ist es mittlerweile öd und leer - wunderbar für die seltene Alpenspitzmaus... Was Friedrich Schneiders Geburtshaus betrifft, ich glaube, es steht nicht mehr. Der Nonnenfelsen ist aber immer noch an seinem Platz und kann bestiegen werden...


Zwar steht vom Denkmal nur noch der Sockel, der Name ist entfernt - aber die Sicht in Richtung Hainewalder Schloß kann man bei schönem Wetter auch heute noch geniesen. Und anstelle des Holzturms steht jetzt neben dem Gasthof der steinernen Dr. Kurt-Heinke-Turm. Wenn man möchte und vom Hüttenwirt den Schlüssel bekommt, kann man ihn selbstverständlich auch besteigen... Nur die Querxe aus dem Querxloch haben schon längst das Weite gesucht...


Der Hammersee hat seit vielen Jahrzehnten Trockenheit (wegen des Uranbergbaus) wieder Wasser - es lohnt sich also, dort mal hinzufahren - schon wegen der Burg Dewin.


Über den Tollenstein gibt es demnächst einen Essay - versprochen...


Wie es in Herrnhut Anno 1820 aussah, erzählt Ihnen hier Herr Pescheck...


Hundert Jahre, nachdem die "Harfe" bei Sommerau durch einen Sturm umgeknickt war, ist ihr ehemaliger Standort zwischen Sommerau und Waldbad Oppelsdorf - weggebaggert worden, der Braunkohle wegen.  Sommerau steht aber noch am Grubenrand. Auf dem Gickelsberg, wo meine Großmutter, die aus Lichtenberg stammt (der langgezogene Ort unter dem Gickelsberg) vor dem Krieg regelmäßig in der damals sehr beliebten Berggasstätte eingekehrt ist, stehen davon nur noch die Grundmauern...

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Montag, 9. April 2012

Besuch einer Freiluft-Autoausstellung ...

Automobile faszinieren den Mann unter den Menschen seit dem es Automobile gibt. Deshalb sind Automuseen, Autoausstellungen oder Automessen immer gern und reichlich besucht. Und es gibt neben Autofahrern und Mitfahrern sowie Autotestfahrern (z.B. Max Valier - wenn ihn noch jemand kennen sollte) seit eh und je auch Autosammler, die viel Geld - soweit sie genug davon besitzen - in ihr teures Hobby stecken. Meistens verbergen sie ihre Schätze in angemieteten Hallen oder Garagenkomplexen.  Aber einige wenige Philanthropen machen ihre Exponate auch dem normalen Publikum zugänglich - sogar kostenlos. Solch ein Philanthrop wohnt in einem einsamen Haus in einem einsamen Tal (Dreihäuser genannt- Tridomi) unweit von Kunnersdorf (Kunratice) im schönen Lausitzer Gebirge in Nordböhmen. Er begann seine Sammelleidenschaft für Autos westlicher Produktion offensichtlich kurz nach der Wende in den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und hat es seitdem auf eine wahrhaft stattlichen Zahl an PKW's (ich habe 53 gezählt) gebracht, die er entlang eines malerischen Waldweges vor und hinter seines mit einer Plane (Regenschutz) bedeckten, zugegebenermaßen etwas baufälligen Hauses aufgestellt hat. Viel kann er dafür aber nicht bezahlt haben - zeigen doch zumindest einige von ihnen leichte Unfallspuren. Zu erwähnen ist außerdem noch die außerordentlich reichhaltige Reifensammlung, die z.T. in einem extra angelegten Anbau untergebracht ist. Der Kenner kann hier z.B. alle möglichen Profile von Sommer- und Winterreifen von allen möglichen Herstellern in allen möglichen Abnutzungsgraden studieren.  

Die Exposition läßt sich jederzeit, Sommers wie Winters - ohne daß ein Eintrittsgeld fällig wird - besichtigen: Hier der Ort auf Google Maps.


Diese schöne Tal, in dem an einigen Stellen im März die sonst seltenen Märzenbecher in größerer Zahl blühen, öffnet sich in Richtung des Limberges...


Schon aus der Ferne kann man den Eingang zur Exposition erkennen...



Die Ausstellung leidet - und das ist das Einzigste, was man als Kritikpunkt anbringen muß - an einer weithin fehlenden Dokumentation. Zwar erkennt man einige Autotypen sofort an ihrem Habitus wieder. Bei anderen wäre es dagegen schön, wenn man über eine Informationstafel etwas Näheres über sie erfahren könnte, z.B. Typ, Hersteller, Hubraum, Baujahr, ob Benziner oder Diesel, Verbrauch auf 100 km (gerade jetzt zu Ostern eine sehr wichtige Kennzahl) usw. Auch stehen die Wagen in der Reihenfolge ihrer Beschaffung sehr eng gedrängt, so daß es nicht immer einfach ist, an sie näher heranzukommen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Museen ist Berührung jedenfalls erlaubt. Zumindest konnte ich nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen...



Das Schöne ist die enge Verflechtung zwischen Technologie und Natur, die in solch einer Reinheit und Ästhetik nur selten zum Ausdruck gebracht wird...



Manche Fahrzeuge haben eine weite Reise hinter sich, bevor sie ihren endgültigen Parkplatz gefunden haben... 



Bei diesem Exemplar (der Typ ist mir leider verborgen geblieben) sind bereits leichte Lackschäden zu erkennen...


Hier konnte - zumindest teilweise - ein Auffahrunfall dokumentiert werden. Die Reifen sind jedoch jüngeren Ursprungs und dienen wahrscheinlich der Dekoration...


Der Nachteil eines Freiluftmuseums ist, daß die Exponate kurzfristig dem ständig wechselnden Wetter und langfristig dem stetig wechselnden Klima ausgesetzt sind. In diesem Beispiel zeigt es sich, daß man durchaus wichtige Teile eines Fahrzeuges - hier die Frontscheibe - sehr effektiv mit biologisch aktiven Material vor Wetterunbilden schützen kann. Ich denke, eine gute Anregung...


Aber auch der Forscher kommt hier auf seine Kosten. Beispielsweise wäre es m.E. eine interessante Aufgabe, anhand des Erhaltungszustandes der hier abgebildeten Ziegelsteine - vielleicht in Zusammenarbreit mit einem erfahrenen Bryologen - das Datum zu bestimmen, an dem dieser Waagen hier abgestellt wurde...


Noch ein Tip: Bitte betreten Sie nicht das Haus des Eigners (der Eingang befindet sich links neben dem hier abgebildeten Ochsenkopp) - er ist komischerweise etwas allergisch gegenüber Gästen - ansonsten aber harmlos. Er besitzt keinen Hund - nur eine Katze...


Der Geologe sei noch auf die Flintsteinsammlung auf dem Fenstersimms hingewiesen...

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Osterreiten - ein alter Brauch in der Oberlausitz

Ein Beitrag von Björn Ehrlich, Hörnitz


Jährlich zum Ostersonntag wird in Ostritz der christliche Brauch des Saatreitens gepflegt, der Überlieferung zufolge seit 1628. Die Bauern umreiten die Fluren und erbeten den kirchlichen Segen für eine gute Ernte. Der Weg führt von der katholischen Kirche zu Ostritz zum Kloster Sankt Marienthal. An verschiedenen Stationen wird durch die mitreitenden Priester die Osterbotschaft verkündet und der Segen erteilt. Im Hof des Klosters wird das Osterevangelium vorgetragen. Es schließt sich der Ritt über die Felder an. Die Prozession endet auf dem Markt von Ostritz. Daß die Tradition lebt, zeigen die Besucher, die sich jedes Jahr zu diesem Ereignis zahlreich einfinden, zunehmend auch aus Polen und Tschechien. Die vornehme Reiterschar in Frack, Zylinder und weißen Handschuhen sorgen für einen festlich würdevollen Rahmen. Doch nicht nur die Reiter ziehen die Blicke auf sich. (Sächsische Zeitung vom 05.04.2012 :) „Auch die Pferde werden herausgeputzt. Das kann schon einmal bis zu zwei Stunden dauern. Zunächst werden die Tiere gründlich geputzt. Der Schweif wird gebürstet und die Hufe werden gesäubert. Auch in die Frisur der Pferde wird Zeit investiert. Einige Rösser bekommen eine lockige Mähne verpasst. Karfreitag wird die Haarpracht dazu auf Lockenwickler aufgedreht. Am Ostersonntag werden diese entfernt, so dass sich die Locken entfalten können. Abschließend werden noch kleine Blumen in die Mähne geflochten. Viele Tiere sind mit einem Stirnkranz geschmückt, der aus Buxbaum geflochten wird. Neben einer prächtigen Satteldecke wird den Pferden auch noch edles Saumzeug angelegt.“


Im Brauchtum verankert ist auch die Tradition, dass das Ostersaatreiten nur maskulinen Artgenossen vorbehalten ist. Schade eigentlich, denn abgesehen davon, daß die Gleichstellung unserer weiblichen Mitbürger schon längst außer Frage gestellt ist, würde deren Beteiligung gewiss eine großartige optische Bereicherung der Veranstaltung bewirken. Vielleicht denkt man ja noch einmal darüber nach. Daß auch Bräuche dem Wandel der Zeit unterliegen, zeigt auch die Tatsache, daß an der Prozession, die zunächst nur Bauern und Katholiken vorbehalten war, sich inzwischen auch andere Berufsstände beteiligen können und seit den 90-er Jahren auch die evangelische Geistlichkeit mit zu Pferde sitzt.











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