Sonntag, 27. September 2020

Neue Marsbilder... (+ Saturn)

 Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Matauschek


Marsaufnahmen vom 17.09.2020
Helligkeit -2.2 mag
96,06 % beleuchtet
Größe 21,25 " Bogensekunden
Seeing : 3 (Wind 3-5 km/h - Wabern ).




Marsaufnahmen vom 21.09.2020
Helligkeit - 2.3 mag
97,73 % beleuchtet
Größe 21,73 " Bogensekunden
Seeing : 3/4 Wabern , Wind 4-6 km/h, aufsteigende Wärme über der Stadt. 





Abschied von Saturn für 2020 am 19.09.2020
Helligkeit 0.4 mag
Größe 17,54 " Bogensekunden
Deklination - 21 Grad 21 Minuten
Seeing : 3/4


Mittwoch, 23. September 2020

Wanderung über den Kemnitzkamm

 Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz


Vor Jahren sind wir einmal auf dem Kemnitzkamm (Grzbiet Kamienicki) im polnischen Isergebirge gewandert und waren begeistert von der Landschaft, die sich am südlichen Gehänge des Kammes zeigt. Damals waren die Witterungsverhältnisse und damit die Sichtbedingungen schlecht, so dass es nur besser werden kann. Bei der Vorbereitung der Tour greift man gerne auf zuverlässiges Kartenmaterial und, wenn möglich, auf Wanderliteratur zurück. Mit beiden Utensilien sieht es in dieser ehemaligen deutschen Gegend bescheiden aus. Im Vergleich dazu sind die Quellen für die Böhmischen Gebiete jenseits der Grenze geradezu ein Jungbrunnen.

Wandert man in dieser Gegend, so stellt man alsbald fest, dass es durchaus alte Wege gibt, die in keiner Karte eingezeichnet sind. Immerhin ist wahrnehmbar, dass sich die Online-Karten langsam füllen, aber nur ganz langsam. Dies ist denjenigen GPS-Freunden zu verdanken, welche die Wege auskundschaften und in die Karten eintragen. Man kann dies verfolgen, in dem man von Zeit zu Zeit einen Blick auf die entsprechenden Internetportale wirft. Erfreulicherweise bin ich zuletzt auf die Internetseite Mapa turystyczna gestoßen, das offensichtliche Pendant zum tschechischen mapy.cz. Das hilft schon ein Stückchen weiter.

Zwischen Oberwittig/Böhmen (Horni Vitkov) und Voigtsdorf (Wojcieszyce) verläuft ein Glimmerschieferstreifen, der durch mannigfaltige Vererzungen gezeichnet ist. In dem Abschnitt zwischen Krobsdorf (Krobica) und Querbach (Przecznica) fand man abbauwürdige Vorkommen an Zinn und Kobalt, die hier über einen Zeitraum von 300 Jahren abgebaut wurden, Näheres dazu erfährt man hier. In diesem Abschnitt wurde ein Bergbaulehrpfad angelegt, der leider in einem schlechten Zustand ist. Wir folgen diesem heute über eine weite Strecke.

Wir beginnen unsere Wanderung in Giehren mit Richtung Regensberg (Kotlina). Wir begegnen hier das erste mal diesem Lehrpfad. Von Regensberg geht es in strammem Anstieg, zunächst über Wiesen, hinauf zum Kemnitzkamm. Mit zunehmender Höhe weitet sich die Aussicht über die schlesische Ebene, im Westen erspäht man mit dem Fernglas die Türme von Görlitz, im Osten reicht der Blick bis zum Bober-Katzbach Gebirge, dem Landeshuter Kamm und sogar zum Probsthainer Spitzberg (Ostrzyca Proboszczowicka). Friedeberg (Mirsk) und Greiffenberg (Gryfów Śląski) sind in der Ebene klar auszumachen.

Als wir den Kamm erreichen, nehmen wir Notiz von einer Markierung, die den Weg zum Geierstein (Sępia Góra) weist. Selbiger ist nur 1 km entfernt. Diesen Mehraufwand nehmen wir bei dem heutigen Wetter gerne in Kauf. Am Geierstein, an dem sich eine schöne Aussicht über Bad Flinsberg zu Heufuder (Stóg Izerski) und Tafelfichte (Smrek) bietet, treffen wir die einzigen Wanderer am heutigen Tag und zwar reichlich. Sie kommen von Bad Flinsberg herauf und steigen vermutlich auch dahin auf direktem Wege wieder ab, denn sonst ist auf den Pfaden niemand zu sehen. Der Weg über den Kemnitzkamm ist aber auch nicht gerade erlebnisreich und entfernt sich ziemlich weit von Flinsberg.

Wir steigen sodann nach Querbach ab und treffen wieder auf den Bergbaulehrpfad. Dieser ist allerdings nicht ausgeschildert und an meine frühere Tour kann ich mich nicht mehr erinnern. Folglich verpassen wir die Mundlöcher, in deren Umgebung hier und da Gestein bläulich-oranger Färbung sichtbar ist, was an das hier gewonnene Kobalt erinnert. Wir erfreuen uns derweil an dem stattlichen, östlich gelegenen Hirschberg (Jelenie Skaly), an dessen Westflanke auf der Landkarte ein Aussichtsfelsen eingezeichnet ist, zu dem (nach Bildern) ein mit Geländer gesicherter Weg hinauf führt. Allerdings sucht man auf allen bekannten Karten vergeblich nach einem Weg, auf dem man dahin gelangen könnte. Das müsste man einmal vor Ort erforschen.

Wir erreichen Förstel (Lasek), ein Ortsteil von Giehren mit wenigen Häusern weit oben am Kamm. Auffällig die imposante Förstelbaude, heute ein Hotel. Innen hinterlässt sie einen sehr ordentlichen Eindruck, der Außenbereich lässt zu wünschen übrig. Abholbereite Müllsäcke und Unrat vor dem Hotel sind nicht gerade einladend. Niemand scheint Interesse daran zu haben, Gäste zu bewirten. Vor einiger Zeit war ich einmal hier mit dem Ansinnen Mittag zu essen, denn die Herberge befindet sich in einer wahrhaft lauschigen Lage. Der gesamte Gastbereich war eingedeckt, man erwartete eine geschlossene Gesellschaft. Auf Nachfrage war zu erfahren, dass man grundsätzlich keine Laufkundschaft bedient. Wahrscheinlich wegen unermesslichen Reichtums.

Auf den letzten Kilometern erwartet uns der Glanzpunkt unserer Wanderung, der Seidelberg (Łyszczyk [Kufel]). Hier erlebt man nun wirklich die schönste Aussicht des Tages weit hinein ins Schlesische. Ein Ort zum Verweilen und Genießen.

Nach diesem Genuß nun Abstieg nach Giehren. Während wir die Einstiege der Bergleute bei Querbach verpasst haben, liegen hier noch einige Mundlöcher direkt am Wege. Man mag sich kaum vorstellen, dass hier in ferner Vergangenheit Menschen durch diese Löcher in den Berg gekrochen sind. Es muss eine waghalsige Unternehmung gewesen sein. Die Höhe dieser Einstiege lässt vermuten, dass man hier Zwerge zum Einsatz gebracht haben muss, und das über einen langen Zeitraum.

Eine schöne Tour geht zu Ende, die aufgrund der zu erwartenden Aussichten den schönen Tagen im Jahr vorbehalten sein sollte.

Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.



Kirche zu Giehren



Die Höhen um Regensberg





Am Geierstein mit Ausblick zum Heufuder und zur Tafelfichte







In Querbach




Ausblick zum Hirschberg



In Förstel mit Förstelbaude






Am Seidelberg





Abstieg nach Giehren, diverse Stolleneingänge am Wegrand






Supernova M61

 Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Matauschek






Der Aussichtsturm auf dem Monumentenberg

Ein Gastbeitrag von Rainer Gründel, Zittau-Olbersdorf

Etwa 8 km nördlich von der Autobahnabfahrt Weißenberg an der A4 befindet sich auf dem Monumentenberg ein relativ neuer Aussichtsturm.


Man folgt der S55 bis Hohendubrau, Von dort zweigt die Straße nach Groß Radisch (bekannt durch das traditionelle Kirschenfest) ab.


Auch im Ort ist die Zufahrt zum Aussichtspunkt gut gekennzeichnet.


Turm und Baude sind bequem zu erreichen. Nur 100 Meter vor dem Ziel gibt es einen Parkplatz. Der „Berg“ hat eine Höhe von 293 Metern.


Früher nannte man den Berg Nostitzhöhe. 1801 wurde hier dieser monumentale Gedenkstein für Johann Carl Adolf von Nostitz errichtet. Daraus hat sich der heute übliche Name „Monumentenberg“ entwickelt.


Bei der Königlich-Sächsichen Triangulation war die Nostitzhöhe eine Station der 1. Ordnung mit der Nummer 2 (von insgesamt 36). Daran erinnert diese gemauerte Säule.


Der Aussichtsturm wurde 2001 eröffnet. Er hat eine Höhe von 26 Metern.


Der Treppenaufgang im Turm


Über 130 Stufen gelangt man nach oben.


Ein Sturm hatte im Oktober 2017 an der Tür zur Aussichtsplattform erheblichen Schaden angerichtet.


Über die Außentreppe geht es noch ein Stück höher.
Blick nach Südwesten zum Lausitzer Bergland


Groß Radisch


Im Westen weitestgehend ebene Landschaft.


Der Weg vom Parkplatz zum Turm, dahinter Hohe Dubrau (307 Meter) und Kollmer Dubrau (303 Meter).


Blick nach Norden


Im Nordosten der Stausee Quitzdorf


Auch im Osten ist alles eben, soweit das Auge reicht.


Erst im Südosten wird die Landschaft mit den Königshainer Bergen wieder abwechslungsreicher.


In der Mitte der Rotstein (455 Meter)


Im Süden: Schafberg (449 Meter) und Löbauer Berg (448 Meter)


Im Südwesten: Hochstein (542 Meter) und Czorneboh (556 Meter)


Nach 360° Rundumsicht: Über Groß Radisch der Große Picho (499 Meter) und der Hohe Hahn (446 Meter). Ganz links der Döhlener Berg (514 Meter)


Jetzt größer: Der Hochstein (542 Meter) im Oberlausitzer Bergland


Czorneboh (556 Meter) und Döhlener Berg (514 Meter)


Großer Picho (499 Meter) und genau darüber die Spitze vom Valtenberg (587 Meter)


Die Hügelkette mit Schwarzenberg (413 Meter) und Hennersdorfer Berg (384 Meter). Ganz rechts der Kamenzer Hutberg (293 Meter).


Links neben Kollmer Dubrau: Kraftwerk Schwarze Pumpe


Rechts über Kollmer Dubrau: Kraftwerk Boxberg


Die Staumauer vom Stausee Quitzdorf


Der Hochstein (406 Meter) in den Königshainer Bergen


Die Kämpferberge mit Ahlberg (411 Meter) und Spitzberg (405 Meter), darüber der Kamm vom Iser-und Riesengebirge.


Links neben dem Ahlberg (415 Meter): Die Landeskrone (419 Meter) bei Görlitz.
Darüber erkennt man die Schneegrubenbaude (Sniezne Kotly, 1490 Meter) im Riesengebirge.


Der Jeschken (Jested, 1012 Meter)


Der Rotstein (455 Meter)


Hochwald (750 Meter) und Jonsberg (653 Meter)


Schafberg (449 Meter) mit Sendemast und Löbauer Berg (448 Meter) mit dem Gusseisernen Turm


Die Lausche (793 Meter), davor der Kottmar (583 Meter)


Der Tannenberg (Jedlova, 774 Meter)


Kaltenberg (Studenec, 736 Meter)


Der Herrnhuter Stern als Zeichen gegen Corona


Die Außentreppe von der oberen Plattform


Die Aussichtsplattform mit dem Zugang zum Treppenhaus


Abstieg


Das Treppenhaus von oben


Die Gaststätte „Baude Lausitzblick“ erwartet die Turmbesucher.


Dieser Aussichtsturm steht auf einem relativ kleinen Berg. Trotzdem bietet er eine beeindruckende Rundumsicht. Der Monumentenberg kann auch wegen der bequemen Anfahrt, der gemütlichen Baude und der interessanten Geschichte sehr empfohlen werden.


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