Samstag, 17. Oktober 2015

Wanderung zu den Hinterbänklern des Lausitzer Gebirges

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz




Gestern noch strahlend blauer Himmel und goldener Herbst – heute Waschküche. In solchen Fällen muss man flexibel sein, dazu gehört eine passende Ersatztour in der Hinterhand. Gewöhnlich bevorzugen wir Wanderungen, die uns weite Ausblicke in die Landschaft bescheren. Unter diesen Umständen erkunden wir jedoch lieber unbekanntes Terrain der näheren Umgebung.

Der Teil des westlichen Kammes des Lausitzer Gebirges, der etwa zwischen der Bahnstation Tannenberg (Jedlová) und der Kreuzbuche (Křížový Buk) liegt, ist so ein Gebiet, welches unsere Neugier erweckt. Der durch dieses Gelände führende rot markierte Kammweg ist beliebt bei Radlern und Skiläufern, aber den beiderseits dieser Trasse gelegenen Erhebungen wird dabei kaum Beachtung geschenkt. Schaut man vom Kleinen Schöber (Malý Stožec) oder vom Irigtberg (Spravedlnost) auf diesen Ausläufer des Lausitzer Gebirges, erblickt man eine ganze Reihe markanter Bergkuppen, die aufgrund ihrer Anordnung auch 'Kreibitzer Säge' genannt werden. Einige davon haben wir uns heute vorgenommen, ohne Erwartung an überwältigende Fernsichten.. 

Der Reihe nach nehmen wir den Kleinen Eibenberg (Malá Tisová), den Schindelhengst (Hřebec), den Großen Ahrenberg (Javor) und den Himpelberg (Chřibský vrch) ins Visier. In dieser Reihenfolge steigt auch die Attraktivität dieser Berge. Nur zum Gipfel des Himpelberg führt ein markierter Wanderweg, ein dürrer Pfad auf den Großen Ahrenberg und bei den anderen Kandidaten ist das Wegethema freigestellt. Alle Berge können aber eine interessante geologische Vergangenheit vorweisen. Auf ihren Gipfeln finden sich bizarre Basalt- oder Phonolithgebilde mit der bekannten prismatischen Formgebung und Blockhalden als Zeichen ihrer vulkanischen Entstehungsgeschichte. Die Gipfel sind von natürlichen Buchenwäldern bedeckt und an Himpelberg und Ahrenberg bestehen auch eingeschränkte Aussichtsmöglichkeiten. Bewegt man sich behutsam durch das Gelände, hat man die Chance, Gämsen anzutreffen. Ein Rudel von 12 Tieren ließ sich steil unter dem Gipfel des Schindelhengst nicht aus der Ruhe bringen in der ziemlich sicheren Annahme, dass wir sie dort nicht einfangen würden.

Auch die Tour an diesem trüben Herbsttag hat neue Eindrücke gebracht. Die Jahreszeiten kommen und gehen, jede Saison hat eine besondere Art, sich zu zeigen und wir können nichts daran ändern. 


HERBSTGERUCH 

Wieder hat ein Sommer uns verlassen,
Starb dahin in einem Spätgewitter.
Regen rinnt geduldig und im nassen
Walde duftet es so bang und bitter.

Herbstzeitlose starrt im Grase bläßlich
Und der Pilze wucherndes Gedränge.
Unser Tal, noch gestern unermeßlich
Weit und licht, verhüllt sich und wird enge.

Enge wird und duftet bang und bitter
Diese Welt, dem Lichte abgewendet.
Rüsten wir uns auf das Spätgewitter,
Das des Lebens Sommertraum beendet!

Ähnlichkeiten mit dem Weltenlauf sind rein zufällig und von Hermann Hesse völlig unbeabsichtigt. 



Auf und um den Kleinen Eibenberg herum








Im Umfeld des Schindelhengst














Am Gipfel und Vorgipfel des Großen Ahrenberges




Auf dem Himpelberg














Herbstliche Landschaft bei Kreibitz (Chřibská)


Kommentare:

  1. Die letzen Gämsen konnten wir vor ca. 15 Jahren am Roll beobachten, seitdem nie wieder, zumindest im Lausitzer Gebirge. Ein Glücksfall gleich 12 Exemplare zu entdecken!!!

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  2. Wir sahen sie auch am Mittenberg, am Schieferberg/Töpferstein, am Huttenberg und auch am Kaltenberg.

    Björn Ehrlich

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