Mittwoch, 14. Dezember 2011
Stürmischer Tag auf dem Jeschken ...
Der Jeschken ...
Jeschken im Nebel
Impressionen vom Jeschken
Panorama vom Jeschken
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Kreuzweg auf dem Annaberg bei Lobendau (Lobendava) im Schluckenauer Zipfel
1775 wurde auf dem Annaberg (Anensky vrch) eine barocke Kapelle mit einer Kalvarie errichtet, die lange Zeit als Wallfahrtsort gedient hat. Die auffälligen Sandsteinfiguren, die den Gethsemane-Garten bilden, schuf der Bildhauer Franz Pettrich, der seit 1789 in Dresden als Kunst-Professor wirkte.
Ein Blick durch das Schlüsselloch in das Innere der Kapelle "Maria Heimsuchung"
Gethsemane-Garten mit den Skulpturen "Jesu und seine Jünger". In früheren Zeiten fand auf dem Annaberg, der direkt neben der alten Kaiserstraße gelegen ist, immer am Tag der heiligen Anna (26 Juli) eine Wallfahrt statt, die viele Menschen aus nah und fern anzog. Diese Tradition ist mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung abrupt beendet worden. Heute bemüht man sich wieder, diese Stätten herzurichten, was auch an der frisch renovierten Wallfahrtskapelle zu sehen ist.
Nach einer Sage überquerte im Jahre 1716 ein Handelsreisender, von Sachsen kommend, auf der Kaiserstraße den Annaberg. Auf diesem Weg erblickte er ein paar Kinder, die an einer Schnur eine kleine Statue der Heiligen Anna hinter sich herzogen. Er kaufte ihnen gegen ein paar Heller die Statue ab und stiftete sie der Kirche in Lobendau. Diese Statue war in der Lobendauer Kirche ursprünglich auf einer Säule aufgestellt. Von dort brachte man sie dann auf den sogenannten Joachimsberg, wo sie regelmäßig verschwand und dafür auf dem Annaberg auftauchte. Das konnte man sich auf natürliche Weise nicht erklären, weshalb man dort in den Jahren 1775 bis 1777 die Kapelle Maria Heimsuchung in Form eines Griechischen Kreuzes errichtete. 1857 wurde sie erweitert. Der Altar ist eine Stiftung der Besitzers der Herrschaft Lobendau Franz Wenzel, Graf von Salm-Reifferscheidt und seiner Mutter Carolina von Dietrichstein. Der eigentliche Kreuzweg entstand um das Jahr 1834.
Die Tafeln an den Kreuzwegstationen haben ihren eigenen Reiz. Obwohl sie z.T. schon recht verwittert sind, habe ich sie alle einzeln abfotografiert. Einige davon sehen Sie hier...
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Dienstag, 13. Dezember 2011
Winterwald
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Meteorologische Erscheinungen
Sonntag, 11. Dezember 2011
Planet Mars (26) - Wettergeschehen am Pathfinder-Landeplatz
Wettergeschehen am Pathfinder-Landeplatz
Während der 83 „Arbeitstage“ des Mars-Landers konnte fast kontinuierlich mit der am Lander angebauten meteorologischen Station das lokale Wettergeschehen aufgezeichnet werden. Sie bestand einmal aus dem Atmospheric Structure Instrument / Meteorology Package (ASI/MET) sowie dem Wind Sock Investigation –Experiment. Mit Letzterem ließen sich Informationen über Windrichtung und Windstärke ermitteln, wobei das „Meßprinzip“ verblüffend einfach und primitiv war. Nach der Landung wurde ein ca. 1 Meter hoher Mast aufgerichtet, an dem in verschiedenen Höhen Thermoelemente sowie kleine „Wimpel“ aus 10 cm langen und 3 cm breiten konusförmigen Aluminiumfolien angebracht waren. Diese „Wimpel“ wurden durch Luftströmungen angehoben und in Windrichtung gestellt. Mit der Kamera des Landers wurden sie regelmäßig fotografiert und die Fotos (insgesamt 650) auf der Erde vermessen und ausgewertet. Der Auslenkwinkel der „Wimpel“ gegenüber der Vertikalen ist ein Maß für die lokale Windgeschwindigkeit, die auf diese Weise simultan in verschiedenen Höhen über der unmittelbaren Marsoberfläche bestimmt werden konnte. Was die Windgeschwindigkeit betrifft, so konnten während der Missionsdauer nur schwache Winde, deren Geschwindigkeit die 36 km/s – Marke nicht überstieg, beobachtet werden. Interessanter waren da schon vorüberziehende „Windhosen“, die man „Dust Devils“ – also Staubteufel – nennt, und die von der Erde her ein wohlbekanntes Phänomen in ariden Gebieten sind. Sie hinterließen insbesondere in der lokalen Luftdruckkurve deutliche Signale. Außerdem konnten einige von ihnen mit der Landerkamera gegen den Horizont fotografiert werden. Sie könnten mit eine der Ursachen (neben den globalen Staubstürmen) für die gleichmäßige Verteilung von feinem Sand, Staub und Feinstaub über der Marsoberfläche sein.
ASI/MET – Mast mit den Aluminiumindikatoren des Wind-Sock-Experiments. Die Aufhängepunkte befinden sich in 33.1 cm, 62.4 cm und 91.6 cm über der Landerbasis. Quelle NASA, JPL
Der Temperaturverlauf über einen Marstag zeigte weitgehend den erwarteten Verlauf: Gegen 14 Uhr Ortszeit war es mit -10° C jeweils am wärmsten. Während der Nacht kühlte dann die bodennahe Luftschicht stark aus und erreichte kurz vor Sonnenaufgang einen Wert von – 76° C. Am frühen Morgen konnten die Temperatursensoren am Meßmast relativ starke Temperaturschwankungen, die in unterschiedlichen Höhen unterschiedlich ausgeprägt waren, registrieren. Der Temperaturgradient erreicht dabei über eine vertikale Strecke von 2 Metern durchaus einen Wert von 20°, was auf der Erde recht ungewöhnlich wäre. Die naheliegenste Erklärung für die genannten Effekte besteht darin, daß durch die aufgehende Sonne zuerst der Marsboden und dann durch ihn die direkt darüber liegende kalte Luftschicht erwärmt wird. Sie dehnt sich aus und steigt dann durch Konvektion langsam nach oben, bis am Nachmittag die Temperatur der bodennahen Schichten soweit homogenisiert ist, daß die Meßsensoren keine höhenabhängigen Unterschiede mehr feststellen können.
Täglicher Temperaturgang an der Pathfinder-Landestelle über die ersten 23 Tage. Unterschiedliche Farben im Bereich der Extrema kennzeichnen Sensoren in unterschiedlicher Höhe. Quelle NASA
Der Luftdruck an der Landestelle schwankte während der Missionsdauer zwischen den Extremen 0.64 kPa und 6.7 kPa, wobei der mittlere Druck genau zu jener Zeit ein Minimum erreichte, als die winterliche, mit Kohlendioxid-Schnee bedeckte Südpolkappe ihre größte Ausdehnung erreichte. Das „Ausfrieren“ der
-Atmosphäre schlug sich demnach in der Luftdruckmeßkurve deutlich nieder. Die täglichen Luftdruckschwankungen mit einer Amplitude zwischen 0.02 und 0.03 kPa können auf die thermischen Gezeiten der dünnen Marsatmosphäre zurückgeführt werden und bestätigen somit sehr gut entsprechende theoretische Modellvorstellungen. Sie zeichnen sich durch eine halbtägige Schwingung mit 2 Minima und 2 Maxima aus.
-Atmosphäre schlug sich demnach in der Luftdruckmeßkurve deutlich nieder. Die täglichen Luftdruckschwankungen mit einer Amplitude zwischen 0.02 und 0.03 kPa können auf die thermischen Gezeiten der dünnen Marsatmosphäre zurückgeführt werden und bestätigen somit sehr gut entsprechende theoretische Modellvorstellungen. Sie zeichnen sich durch eine halbtägige Schwingung mit 2 Minima und 2 Maxima aus.
Nächstes Mal: Rover Spirit und Opportunity
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Freitag, 9. Dezember 2011
Panorama von Zittau (über den Hochschul-Campus)
Ein Gastbeitrag von Werner Schorisch, Zittau
Und hier noch einmal ganz groß (Achtung, eventuell lange Ladezeiten!):
Zittau - Panorama, aufgenommen vom Külzufer
Zittau - Panorama, mit Beschriftung interessanter Gebäude
Weitere Panoramen aus dem Zittauer Gebirge und Nordböhmen finden Sie hier:
Panorama nördlich von Dittersbach in der Böhmischen Schweiz
Panorama um den Hochwaldturm im Zittauer Gebirge
Panorama Zittauer Gebirge vom Mittelweg aus
Panorama Zittauer Gebirge vom Scharfenstein (Lückendorf) aus
Panorama von der Lausche (793 m) im Zittauer Gebirge in Richtung Böhmen
Und wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wo Zittau liegt - siehe hier...
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Mittwoch, 7. Dezember 2011
Impressionen aus Dittersbach in der Böhmischen Schweiz
Die Dittersbacher Felsenwelt (Jetrichovice, Böhmische Schweiz) ist immer einen Ausflug wert ...
Marienfelsen (428 m) mit der Aussichtshütte ...
Sandsteinfelsen im Stammbrückental
Rabenstein (Havrani skala)
Rabenstein, Blick aus Richtung der Burg Falkenstein.
Wabenverwitterung im Sandstein
Aufgang zur Felsenburg Falkenstein ... Sie zu besteigen, erfordert schon etwas Mut.
Blick von Hohenleipe in Richtung Marienfelsen
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Sonntag, 4. Dezember 2011
Planet Mars (25) - Direkte Erkundung der Marsoberfläche
Mars Pathfinder und Marsauto „Sojourner“
Marsrover Sojourner kurz vor Beginn seiner Entdeckungsreise auf dem Mars, aufgenommen mit der Kamera des Landers kurz nach dessen Aufsetzen. Quelle NASA
Ergebnisse
Links neben dem Marsrover Sojourner liegt der Stein „Barnacle Bill“ im Marsstaub, welcher mittels des Alpha-Proton-Röntgenspektrometers genauer untersucht wurde. Dabei hat sich herausgestellt, daß es sich um ein komplexes Krustengestein, um einen Andesiten handeln muß. Quelle NASA, JPL
APX-Spektrum von Barnacle Bill sowie des Materials einer kleinen Sanddüne mit dem Namen Mairmed. Man beachte die logarithmische Skalierung der Ordinate. Quelle MPIC
Yogi-Rock ist ein magmatisches Gestein, dessen Zusammensetzung stark denen irdischer Basalte (z.B. den Columbia River-Basalten) ähnelt. Quelle NASA, JPL
Die erste Marslandemission, die im Blickfeld des Internet stattfand und deshalb mit großer Aufmerksamkeit weltweit verfolgt wurde, war die Mission „Pathfinder“ im Jahre 1997.
Diese besondere Aufmerksamkeit war in erster Linie einem kleinen Marsrover (63 cm lang) mit dem Namen „Sojourner“ (benannt nach der amerikanischen Frauenrechtlerin Sojourner Truth (1798-1883)) geschuldet, der von der Erde ferngesteuert seine Runden um den Landeplatz drehte und dabei mit Hilfe eines Alpha-Partikel-Röntgenspektrometers aus Deutschland mineralogische Untersuchungen an den dort herumliegenden Steinen vornahm. Und das alles unter den Augen von Millionen von Menschen, die jede Bewegung über das Internet verfolgen konnten. Seine Nachfolger, die zwei Mars Exploration Rover „Spirit“ und „Opportunity“, genossen in dieser Beziehung bereits weniger Aufmerksamkeit. Es war so wie bei den Apollo-Mondlandungen. Ab der zweiten Landung wurden sie nur noch von wirklich daran interessierten Leuten verfolgt (natürlich mit Ausnahme von Apollo 13, die einzige „Mondmission“, die bis heute verfilmt wurde). Die heiße Phase der Mars Pathfinder – Mission begann am 4. Dezember 1996 mit dem Start einer Delta-II –Trägerrakete, welche die Sonde auf ihren Weg zum Mars brachte. Ein reichliches halbes Jahr später (genauer, am 4. Juli 1997) konnte sie sicher im Gebiet von Ares Vallis nieder gehen und ihre Arbeit aufnehmen. Dabei wurden bei der Landung, um die Aufprallenergie abzudämpfen, spezielle Airbags verwendet – eine völlig neue Technologie in der Raumfahrt.
Marsrover Sojourner kurz vor Beginn seiner Entdeckungsreise auf dem Mars, aufgenommen mit der Kamera des Landers kurz nach dessen Aufsetzen. Quelle NASA
Der Landeort, das Ares Valley, wurde bewußt gewählt, da man hier auf direkte Hinweise einer ehemaligen Überflutung zu stoßen hoffte, eine Hoffnung, die nicht enttäuscht werden sollte. Ares Valley ist bekanntlich ein typisches Ausflußtal, wo in der Frühgeschichte des Mars große Mengen Wasser geflossen sein müssen, wie typische, bis heute erhaltene morphologische Landschaftsmerkmale beweisen. Sie sind auf Mars-Orbiter-Aufnahmen deutlich zu sehen.
Im Vergleich zu Viking war Mars Pathfinder eine Billig-, quasi eine ALDI-Version eines Marslandeprojektes, bei der nur wenig wissenschaftliche Nutzlast mitgeführt werden konnte. Trotzdem waren die Ergebnisse spektakulär und die erhaltenen Meßergebnisse beschäftigen die Planetologen noch heute. Eine hochauflösende Kamera übermittelte regelmäßig Aufnahmen der Umgebung des Landeplatzes und der Position des Marsrovers. Eine kleine Wetterstation diente der kontinuierlichen Messung meteorologischer Parameter wie Temperatur und Luftdruck. Das wichtigste Instrument befand sich jedoch auf dem Marsauto selbst, ein Alpha-Proton-Röntgenspektrometer (Alpha Particle X-Ray Spectrometer, APXS). Mit seiner Hilfe konnten die Elemente bestimmt werden, aus denen die von Sojourner näher untersuchten Gesteinsbrocken bestehen.
Geologische Untersuchungen mit dem APXS Das APXS war das wichtigste wissenschaftliche Gerät der Mars Pathfinder-Mission. Mit dessen Hilfe konnte relativ präzise die chemische Zusammensetzung (in Bezug auf die Elemente und ihre Häufigkeiten in der Probe) von Gesteinen bestimmt werden, wobei drei verschiedene physikalische Prozesse ausgenutzt wurden. Im Spektrometerkopf hatten die Ingenieure neun scheibenförmige Strahlungsquellen, die das künstliche Isotop
enthielten (ein Alphastrahler mit einer Halbwertszeit von 18.1 Jahren, welches von Rußland zur Verfügung gestellt wurde), ringförmig angeordnet. Beim radioaktiven Zerfall des Curiums entstehen schnelle Alphateilchen
, die auf die jeweilige Probe gerichtet werden.
enthielten (ein Alphastrahler mit einer Halbwertszeit von 18.1 Jahren, welches von Rußland zur Verfügung gestellt wurde), ringförmig angeordnet. Beim radioaktiven Zerfall des Curiums entstehen schnelle Alphateilchen
, die auf die jeweilige Probe gerichtet werden.
Aufnahmen der unmittelbaren Umgebung des Landeortes von Mars-Pathfinder, aufgenommen mit der Kamera des Landers. Der erste Eindruck, den die vielen herumliegenden Gesteine machen, ist der, daß sie von ihrer Struktur her vulkanischen Ursprungs sein müssen. Ihre Anordnung und Verteilung ist mit der Hypothese verträglich, daß sie einmal angeschwemmt und abgelagert worden sind. Quelle NASA, JPL
- Treffen die Alphateilchen auf Atomkerne, dann ändern sich ihre Flugrichtung und ihre kinetische Energie. Der Vorgang, der dafür verantwortlich ist, nennt man Streuung. Aus der Energieverteilung der Streustrahlung (die im Spektrometer gemessen wird) läßt sich nach entsprechender Auswertung auf die Anzahl und die Masse der streuenden Atomkerne schließen, wobei die besten Ergebnisse bei relativ leichten Elementen wie Kohlenstoff C, Stickstoff N und Sauerstoff O erzielt werden.
- Die energiereichen Alphateilchen können aber auch direkt aus den Atomkernen Protonen herausschlagen, die sich mit dem Spektrometer nachweisen lassen. Elemente wie Natrium Na, Silizium Si, Aluminium Al, Magnesium Mg und Schwefel S lassen sich auf diese Weise detektieren. Da eine derartige Wechselwirkung zwischen Alphateilchen und den genannten Atomen der Probe nur sehr selten stattfindet, waren für derartige Messungen lange Expositionszeiten notwendig.
- Es kann aber auch passieren, daß die Alpha-Teilchen die innersten, besonders stark gebundenen Elektronen schwerer Elemente (d.h. schwerer als Natrium Na) herausschlagen. Das initiiert eine Elektronenkaskade (d.h. die in die durch die Alpha-Strahlung erzeugte „Löcher“ fallen Elektronen aus den Außenschalen und füllen sie wieder auf), die mit der Emission einer für das jeweilige Element charakteristischen Röntgenstrahlung einhergeht. Wenn man diese Röntgenstrahlung spektroskopisch untersucht, kann die Elementezusammensetzung einer Gesteinsprobe sehr genau bestimmt werden.
Der Meßkopf des APXS enthält neben den genannten Strahlungsquellen Nachweisgeräte für Alphateilchen, Protonen und Röntgenstrahlung, wodurch eine qualitative und quantitative Bestimmung der Elementezusammensetzung der meisten Elemente in einem Gestein möglich wurde. Nur H und He ließen sich damit nicht nachweisen.
Ergebnisse
Nach unerwarteten Anfangsschwierigkeiten, die sich aber durch eine Nachkalibrierung der ersten beiden genannten Meßverfahren beheben ließen, konnte über drei Monate hinweg eine sehr erfolgreiche Meßkampagne gestartet werden. Als Erstes wurde der überall omnipräsente rötliche Marsstaub untersucht. Das recht eindeutige Ergebnis war, daß sich dessen chemische Zusammensetzung von der Zusammensetzung des Staubes aus dem Bereich der Viking-Lander so gut wie nicht unterscheidet. Lediglich geringe Variationen im Schwefelanteil konnten gefunden werden. Daraus läßt sich schließen, daß der auf der Marsoberfläche reichlich vorhandene Feinstaub durch die regelmäßig saisonal auftretenden globalen Staubstürme gleichmäßig durchmischt und zumindest in den äquatorialen Zonen in chemisch sehr homogener Form abgelagert wird. Geht man davon aus, daß es derartige Staubstürme schon seit sehr langer Zeit gibt, so ist die beobachtete gleichförmige chemische Zusammensetzung der Oberflächenschichten des Mars ohne weiteres verständlich.
Zusammensetzung des Marsstaubes Der Marsstaub enthält nach den Messungen mit dem Sojourner-APXS viel Eisen und Magnesium, aber auch Aluminium und Calcium. Daneben wurden beträchtliche Mengen von Schwefel und Chlor gefunden. Das Element Kalium war dagegen nur in Spuren nachweisbar. Diese Zusammensetzung läßt sich als Verwitterungsprodukt von sogenannten mafischen, d.h. magnesium- und eisenreichen Gesteinen vulkanischen Ursprungs interpretieren. Schwefel und Chlor stammen wahrscheinlich aus der Einwirkung von vulkanischen Exhalaten auf mafische Gesteine, was bekanntlich zur Entstehung von Sulfaten und Chloriden führt (größere Sulfatformationen (Gips) konnten mittlerweile durch Mars Express aufgefunden werden). Die folgende Tabelle gibt die Elementehäufigkeiten (wie in der Geologie üblich, in Oxide umgerechnet) für den typischen Marsstaub an der Mars Pathfinder-Landestelle wieder.
Individuelle Steine an der Landestelle Der erste Stein, der vom APXS genauer inspiziert wurde, war „Barnacle Bill“. Seit der Viking-Mission ist es Tradition geworden, einzelne auffällige Steine in der Umgebung der Landeplätze mit Namen zu versehen, um sie in wissenschaftlichen Veröffentlichungen einfacher benennen und unterscheiden zu können. Es gibt dafür keine Regeln, außer der, daß die Namen eindeutig sein müssen. „Barnacle Bill“ kommt z.B. in einem bekannten Folk Song vor „... said Barnacle Bill the Sailor“. Und „Barnacle Bill“ war gleich eine große Überraschung, denn die Analysen zeigten eindeutig, daß es sich bei ihm um einen Andesiten handeln muß. Der Gesteinsbrocken ist demnach weit höher differenziert, als man es dem Roten Planeten zugetraut hätte.
Links neben dem Marsrover Sojourner liegt der Stein „Barnacle Bill“ im Marsstaub, welcher mittels des Alpha-Proton-Röntgenspektrometers genauer untersucht wurde. Dabei hat sich herausgestellt, daß es sich um ein komplexes Krustengestein, um einen Andesiten handeln muß. Quelle NASA, JPL
Da auf der Erde andesitische Gesteine hauptsächlich im Bereich von ozeanischen Rücken vorkommen (Island besteht zu einem großen Teil aus diesem feinkörnigen Ergußgestein), nährte das kurzzeitig die Hypothese, ob es nicht auch auf dem Mars einmal so etwas wie Plattentektonik gegeben haben könnte. Diese Frage läßt sich jedoch bis heute noch nicht zufriedenstellend beantworten, obwohl es im Bereich des Terra Sirenum und des Terra Cimmeria in Form von spezifischen Magnetfeldanomalien durchaus indirekte Hinweise dafür gibt. Wenn in der Marsvergangenheit einmal plattentektonische Prozesse (Rifting, Subduktion) stattgefunden haben sollten, so muß das jedenfalls vor mehr als 3.5 Milliarden Jahren gewesen sein.
APX-Spektrum von Barnacle Bill sowie des Materials einer kleinen Sanddüne mit dem Namen Mairmed. Man beachte die logarithmische Skalierung der Ordinate. Quelle MPIC
Ein weiterer, sehr prominent gewordener Gesteinsbrocken ist Yogi (-bär). Es handelt sich dabei um einen feinkörnigen, homogenen Basalt. Man vermutet, daß er seine relativ kantenlose, gerundete Form und seine glatte Oberfläche durch die Einwirkung von fließendem Wasser erhalten haben könnte. Die unmittelbare Nachbarschaft von zwei Gesteinsbrocken völlig unterschiedlicher mineralogischer Zusammensetzung erhärtet diese These. Wasser hat bekanntlich die Fähigkeit, Gesteine weit weg von ihrem Ursprungsort zu transportieren. „Barnacle Bill“ und „Yogi“ sind deshalb ein starkes Indiz dafür, daß es sich bei Ares Valles wirklich um ein Ausflußtal (Outflow Channel) han-delt, welches in der Frühzeit des Mars durch eine katastrophale Flut ausgeräumt wurde.
Nächstes Mal: Fortsetzung Mars Pathfinder und Marsauto "Sojourner"
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