Donnerstag, 27. Juli 2023

Wanderung zum Falkenberg bei Tetschen

 Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz


Von unserer Wanderung zum Poppenberg (Popovičský vrch) haben wir noch die herrlichen Aussichten zu den Bergen der Böhmischen Schweiz und des Lausitzer Gebirges in Erinnerung, die sich von den östlichen Lehnen des Berges bieten. Südlich davon erhebt sich eine Hochebene, die nach Westen hin steil ins Elbtal abfällt und insofern ebenfalls ein gutes Aussichtspotential verspricht. Auf diesem Plateau bildet der Falkenberg (Sokolí vrch) die höchste Erhebung. Daselbst steht ein mächtiger Aussichtsturm, der heute unser Ziel sein soll.

Wie gewohnt, steuern wir das Bauwerk auf einem Rundkurs an, der sich als schwieriger erweist, als wir uns das dachten. Die Abstiege aus dem Böhmischen Mittelgebirge ins Elbtal sind bekanntlich ziemlich anstrengend, dergleichen die Aufstiege bei problematischer Wegführung. Die Pfade werden wohl so selten benutzt, dass sie sich im Laufe der Zeit einfach verabschiedet haben und nicht mehr auffindbar sind. In dem steilen Gelände kann man auch nicht einfach auf gut Glück querfeldein laufen. So können sich die Umwege unerwartet ganz schön summieren.

Der schöne Teil der Wanderung ist zweifelsfrei das Gebiet zwischen Falkenberg und Parlosa (Brložec), wo wir starten. Das alte, abgelegene Bauerndorf am östlichen Rand der Hochfläche war uns bereits bei einer früheren Tour sehr angenehm aufgefallen. Schöne Ausblicke gibt es von hier zum Lausitzer Gebirge.

Den Namen des alten Dorfes sucht man aus dem czech. ,,na brloze“ („auf dem Wildlager") herzuleiten, weil die Gegend bis ins vorige Jahrh. ungemein wildreich war. Der 41user zählende Ort hat in trockenen Jahren sehr an Wassermangel zu leiden, ist aber reich an tragbaren Kirschbäumen. Von der aussichtsreichen Hochfläche (481 m) auf welcher der Ort steht, hat man eine wundervolle Aussicht in ö. u. n. Richtung über das Absbach- u. Kamnitzthal hin, die man am bequemsten, wenn auch nicht so umfassend, von der Veranda der Hegenbarth‘schen Restaur. genießen kann“ (Dr. Hantschel)

Das Restaurant sucht man heute vergebens. Zunächst markiert, später ohne Wegzeichen richten wir unsere Schritte in Richtung Birkigt (Březiny), heute ein Ortsteil von Tetschen (Děčín), beim Abstieg dann die oben geschilderten Wegprobleme. Etwa 2 km läuft der Weg am Polzen (Ploučnice) entlang, der unweit von hier in die Elbe mündet. Oh Glückes Geschick, tatsächlich findet sich in Birkigt ein einfaches Lokal zwecks Löschung des Durstes. Dann geht es wieder hinauf in Richtung Falkenberg. Ein Blick zurück über das schöne Elbtal, über dem sich ein heftiger Regen ergießt, lässt einen erschaudern. Das einst romantische Tal wird von der Industriestadt Tetschen ausgefüllt. Auf der Hochfläche wieder angekommen, umfängt den Wanderer aber bald wieder ein Landschaftsidyll. In einem muldenartigen Tal eingebettet liegt das Dorf Dobern. Der Aussichtsturm auf dem Falkenberg ist schon in Sichtweite. „Die Aussicht vom Gipfelplateau [heute besser vom Turm] ergänzt das Panorama nach W. gegen das Polzen- u. Elbthal“. (Dr. Hantschel). Stolz grüßt aus der Ferne der Milleschauer Berg (Milešovka) nebst seinen kegligen Nachbarbergen.

Der Rückweg nach Parlosa ist der schönste Streckenabschnitt der heutigen Wanderung. Im Gegensatz zu den bisherigen Erfahrungen des Tages findet man auch manchmal Wege, die auf keiner Karte eingetragen sind. Wir folgen vom Turm weg einem Trampelpfad über die Sommerwiesen, durchqueren ein kleines Wäldchen, hinter dem sich ein tolles Panorama vom Rosenberg, über die Höhen Höhen des Lausitzer Gebirges bis hin zu den Bösigen (Bezdězy) entfaltet. Drohend und kontrastreich steht über der Bergkette um den Kaltenberg (Studenec) eine Gewitterfront. Man durchquert die Ortslage von Dobern (Dobrná), wandert hinauf zu dem kleinen Weiler Franzberg (Františkův Vrch) und hat auch schon bald wieder Parlosa erreicht, bevor der Regen hier ankommt.

Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.

(Rest  folgt)



Von Parlosa hinunter ins Polzental bei Birkigt

















Von Birkigt hinauf zum Falkenberg; eine Regenfront geht über Tetschen nieder


Auf dem Falkenberg hat ein Aussichtsturm nun wirklich einmal seine Berechtigung; tolle Aussichten um 360° (ich meine wirklich 360°!)







Der Rückweg nach Parlosa ist der schönste Abschnitt der Wanderung; dabei tolle Aussichten auf den Rosenberg und das Lausitzer Gebirge















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